Jörg Thomann, Frankfurter Allgemeine Zeitung,
[…] nichts Geringeres als „eine gesellschaftliche Katastrophe“ zu sehen, wie der Untertitel seines Buches lautet, das drückt, angesichts der weltpolitischen Katastrophen unserer Gegenwart, neben ausgeprägtem Verkaufswillen auch mangelndes Sprachgefühl aus. […] Mit der gebotenen Ausführlichkeit schildert er auch, wie es zu der alles in allem verkorksten Rechtschreibreform von 1996 kam, die mehrere Rollen rück- und vorwärts zur Folge hatte und selbst vielen professionell Schreibenden schließlich die Sicherheit raubte. Für Heine ist diese Reform „die Urszene einer Politik- und Expertenverdrossenheit“, deren Muster sich vielfach wiederholt habe: „die Politik beschließt etwas, das so eigentlich kaum jemand will, das aber ihre Berater für sinnvoll halten.“
Gewiss war die rechtschreibreform verkorkst – gemessen an unseren erwartungen. Durchgesetzt hat sie sich so gut oder schlecht wie jede rechtschreibung. Der beste beweis sind gegner wie Heine, die freiwillig in neuer rechtschreibung publizieren.
