willkommen
kontakt
impressum
suchen

Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

institutionen → Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

Wer ist wer in der reformdiskussion? Institutionen, zitate, anmerkungen.

ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

BVR-schreibweise
Deutsche akademie für sprache und dichtung, Akademie für sprache und dichtung
adresse
Alexandraweg 23, D-64287 Darmstadt
telefon
+49 6151-4092-0
elektroni­sche post
sekretariat
deutscheakademie.de
url
rechtsform
eingetragener verein, finanziert sowohl aus öffentlichen als auch privaten mitteln; etwa 90 prozent des etats aus zuwendungen der öffentlichen hand
zweck

Die Akademie sieht es als ihre Aufgabe an, die deutsche Literatur und Sprache zu pflegen und, wo es sein muß, zu ver­treten, nicht zuletzt neue Ent­wicklungen aufmerksam und kritisch zu verfolgen, nach Möglich­keit auch zu er­mutigen und zu fördern.

gründung
28. 8. 1949 in Frankfurt am Main
präsidenten
1966 bis 1972 Gerhard Storz
1996 bis 25. 10. 2002 Christian Meier
25. 10. 2002 bis 28. 10. 2011 Klaus Reichert
28. 10. 2011 Heinrich Detering
skala

Zitate

Gutachten der Deutschen aka­demie für sprache und dichtung zu den Empfeh­lungen zur Erneue­rung der deutschen Recht­schreibung, Neue Zürcher Zeitung, 17. 4. 1955

Die Deutsche Akademie lehnt eine Reform der Rechtschreibung im Sinne der genannten Empfehlungen ab. […] Künftige Generationen könnten diejenigen Bücher, die in der heute geltenden Recht­schreibung gedruckt sind, kaum noch benutzen. […] Orthographie ist innerhalb einer Kultur­nation eine Fertigkeit, die im Kindesalter erlernt und hernach, unter Erwachsenen, nicht mehr beredet wird […].

Die Akademie […] macht folgende Vorschläge: 1. […] dort, wo die ur­sprüngliche Normierung einem deutlich anderen Gebrauch von heute ent­gegen­steht, außerdem für die in­zwischen neu auf­genommenen Wörter und Fremdwörter muß die Recht­schreibung neu fest­gesetzt werden. Hernach müßte die revidierte Fassung der Konvention von 1900 im Druck vorgelegt und erneut auf amtlichem Wege für verbindlich erklärt werden. […] Weiter­führung dieser Konvention (Schreibung neuer Wörter) hätte ausschließlich Obliegenheit einer ständigen Kommission zu sein, die von den beteiligten Staaten ein­zusetzen wäre. 2. In Verbindung mit einer solchen Revision der bestehenden Recht­schreibung könnte für das Erlernen in der Schule und infolgedessen ebenso für den allgemeinen Gebrauch der Grundsatz einer maßvollen Toleranz aufgestellt werden, und zwar vor allem im Bereich der Groß­schreibung. Er müßte etwa folgender­maßen lauten: Was von jedermann zweifels­frei als Haupt­wort erkannt werden kann, muß mit großen Anfangs­buchstaben geschrieben werden. Wo solche Eindeutigkeit nicht besteht, wird die Entscheidung für großen oder kleinen Anfangs­buchstaben freigegeben […].

Christoph König, Frank­furter Allgemeine Zeitung, 21. 10. 1999

Die Akademie in Darmstadt ist eine Welt für sich. Ihr gehören hundert ordentliche Mitglieder und noch einmal so viele korrespondierende Mitglieder an, die im Ausland wohnen. Ihre Zuwahl erfolgt in der Ver­sammlung aller aufgrund eines Vorschlags, den drei unterstützen. Das temperiert. Meist wird eine schon vorhandene Anerkennung bestätigt: Germanisten aus anderen Ländern etwa sollen ihre Nation wie Diplomaten vertreten.

Man darf indes zweifeln,ob sie in dem hier in Rede stehenden Falle gefordert ist, denn „für Schreibung“ ist sie nicht eigentlich kompetent.

Hartmut von Hentig, Frankfurter Rundschau, 28. 8. 2000

Es muss eine Vermittlung in der Sache geben […]. Das geht nur mit Hilfe einer unabhängigen Instanz, also der schon mehrfach angeregten neu zu bildenden Kommission. Diese darf nicht mit Personen oder von Ein­richtungen beschickt werden, die den Streit in die gegenwärtige Ausweg­losigkeit getrieben haben. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wäre die richtige Instanz hierfür. […] Aber nachdem die Akademie die Rückkehr der Frankfurter All­gemeinen stürmisch gefeiert und allen anderen Zeitungen, Ver­lagen und staatlichen Organen mit Verve empfohlen hat, wird man ihr die Richter­funktion nicht mehr einräumen.

Uwe Wittstock, Die Welt, 27. 10. 2003

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eilt nicht eben von Triumph zu Triumph. Zu ihren größten Nieder­lagen gehört die zweifellos unglückliche Rechtschreib­reform.

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat über viele Jahre ihre Energie — das heißt ihre Arbeit und ihre sprach­wissenschaftliche Kompetenz — an die problemati­sche, durch nichts zu legiti­mierende Recht­schreib­reform gebunden, um die schlimmsten Exzesse teutonisch-autoritärer Regle­mentierungs­wut zu bändigen, die ja am Ende nichts mehr mit Recht­schreibung zu tun hatte, sondern auf eine Zerstörung von Semantik und Grammatik hinaus­lief und eine totale Ver­unsicherung der deutsch Schreibenden zur Folge hatte.