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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2019
nachgeführt 2019-12-10 , 2019-11-25
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Aus presse und internet

21. 11. 2019

neu : Die Lehre des «Deppenleerschlags». (Schweizer Radio und Fernsehen), , Gesellschaft & Religion
«Deppenleerschlag» nennt man das kleine Nichts, das zunehmend zwei Wörter voneinander trennt, die man früher noch zusammen­klebte […]. Die Leerstelle hat längst ihren eigenen Hashtag. Im Internet wird sie nicht als Denk­pause beklatscht, sondern als kleiner Bruder des «Deppen­apostrophs» belächelt – dem ver­mutlich vorletzten Vor­boten des untergehenden Abend­landes deutscher Sprache.

17. 11. 2019

Groussen Interessi un der neier Lëtzebuerger Orthografie op de Walfer Bicherdeeg. (RTL Luxembourg), , Kultur
Den Interessi un der of­fizieller Lëtze­buerger Ortho­grafie, déi e Freideg pre­sentéiert gouf, ass därmoosse grouss, dass elo scho muss no­bestallt ginn.

16. 11. 2019

neu : Spiegelschrift: Platzwechsel in der Politik: Fußfreier Sitz für Grüne. Die Presse (), , s. 28 bis 29, Debatte
Jedenfalls sollte für alle Parteien der Lehrsatz eines Sozial­demokraten im EU-Parlament gelten: „Dieses ständige schielen auf potenzielle Wähler­gruppen ist dann ein Fehler, wenn man am Ende un­verständlich, unklar im Profil wird“ (2. 11.) Unklar ist auch, wieso in der „Presse“-Version das haupt­wörtlich ge­brauchte Zeitwort Schielen nicht groß geschrieben wird. […] Getrennt schreiben oder zusammen schreiben? Die Rechtschreib­reform hinterließ manche Tücken. In Rom stagniert vielleicht deshalb der U-Bahn-Bau: „Zwei Tunnelbohr­maschinen, die sich eigentlich bis zur Piazza Venezia durch fräsen sollten, werden unter einer Betondecke ver­schwinden“ (20. 10). Durchfräsen ist ein zusammen­gesetztes Wort.
Aktualiséiert Orthografiereegele goufe presentéiert. (RTL Luxembourg), , National
D'Aktualiséie­rung vun den Orthografie­reegelen, déi e Freideg presentéiert gouf, stellt e wichtege Schrëtt an der Weider­entwécklung vun eiser Sprooch duer.
: [leserkommentar zu:] Aktualiséiert Orthografiereegele goufe presentéiert. (RTL Luxembourg), , National
Mech iergert virun allem, dass all puer Joer nei Schreiw­reeeeeee­gele kommen, déi e puer Leit sech "im stillen Kämmer­lein" aus­denken.

15. 11. 2019

: Neue luxemburgische Rechtschreibung. (Luxemburger Wort), , Politik
Und weil das Luxem­burgische […] ein „echtes Erfolgs­modell“ darstellt, soll auch jeder die Sprache fehlerfrei schreiben können. Damit dies in Zukunft besser klappt, stellte der Bildungs­minister am Freitag die neue Ortho­grafie vor. Um den Leuten die Umstellung zu er­leichtern, wird die alte Ortho­grafie aber noch bis zum Schul­anfang 2020 gültig bleiben.

13. 11. 2019

: Eine wahre Fundgrube: Die Leserbriefe. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 264, s. 6, Briefe an die Herausgeber (292 wörter)
Ein heraus­ragendes Qualitäts­merkmal der F.A.Z. ist die Pflege der deutschen Sprache, gerade in einer Zeit, in der Sprache vielfach als Instrument benutzt wird, um politische Ziele durch­zusetzen, und damit die Sprache beschädigt wird, wie es zum Beispiel durch das Gendern geschieht. Mein be­sonderer Dank und aller­höchste An­erkennung gilt in diesem Zu­sammenhang den Heraus­gebern dafür, dass sie die missratene Rechtschreib­reform von 1998 nicht über­nommen haben, sondern sich nur vereinzelt auf sinnvolle Ver­änderungen der ver­trauten Recht­schreibung beschränken, so dass das Lesen weiterhin auch Freude bereitet.

8. 11. 2019

: Sprachplauderei: Es darf gezischt werden. Schwäbische Zeitung, , s. 15, Kultur (448 wörter)
Als 1987 in einer Früh­phase der Rechtschreib­reform das neue Regelwerk skizziert wurde, sollte auch die Unter­scheidung zwischen ei und ai entfallen. Man hätte also fortan Keiser geschrieben. Der Aufschrei war gewaltig. Das könne man mit einem gefühls­beladenen Wort wie Kaiser nicht machen, hieß es, und der Vorschlag war vom Tisch. So viel zum imperialen Erbe in unserem Genom.

4. 11. 2019

: «Mehr Gelassenheit wäre angebracht.» , , Bildung
Schüler können nicht mehr richtig schreiben? Stimmt nicht, sagt Sprach­forscherin Afra Sturm von der Fach­hochschule Nordwest­schweiz. Recht­schreibung solle man nicht über­bewerten.

2. 11. 2019

: Das Werkzeug scharf halten. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 255, s. B11, 70 Jahre F.A.Z. (986 wörter)
Sprache lebt und entwickelt sich weiter, dagegen steht das Streben, in der Schriftform Kontinuität zu wahren. […] An­gesichts solcher Bemühungen ver­wundert es nicht, dass die vermurkste Reform der Recht­schreibung von 1996 in den großen Zeitungen mit einer Flut von Artikeln auseinander­genommen worden ist. Weil der Journalist es nicht gern sieht, wenn ihm von Amts wegen sein Instrument stumpf gemacht wird, ist diese Zeitung im August 2000 zur bewährten Schreib­weise zurück­gekehrt, andere folgten. Nach halb­herzigen Reform­versuchen ist heute die Ver­wirrung komplett. Die Redaktion des Dudens rettet sich in Be­liebigkeit, die Autoren dieser Zeitung folgen dem, was sie im Sinne ihrer Leser für richtig halten.
: Zehn von 152. Als Frau in einer Männerdomäne: Erinnerungen an sechzig Jahre Arbeit für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 255, s. B19, 70 Jahre F.A.Z.
Es ging locker zu in Papa Korns Feuilleton. […] Für Film und Fern­sehen und die neue realistische Nachkriegs­literatur setzte er sich temperament­voll ein, aber er mischte sich auch gern in die Debatte um die Schul- und Rechtschreib­reform ein und kämpfte mit Erfolg gegen die geplante Straße am Rhein­ufer bei Eltville.
: Eine unwahrscheinliche Erfolgsgeschichte. Frankfurter Allgemeine Zeitung (), , nr. 255, s. B20, 70 Jahre F.A.Z.
Die F.A.Z. hat sich in den siebzig Jahren ihres Bestehens natur­gemäß gewandelt. […] Eine homogen kon­servative Zeitung ist sie allerdings zu keinem Zeitpunkt gewesen. […] Sie beherbergte seit den sechziger Jahren auch dezidiert linke oder sich links gerierende Journalisten. Auch diese befleißigten sich aber eines gehobenen Stils und einer Sprach­pflege, die brutale Eingriffe in die deutsche Recht­schreibung ablehnte, sei es nach Art der Rechtschreib­reform von 1995, sei es in Form des grotesken und die Sprach­logik grob ver­fehlenden „Genderns“, das, ein echtes Qualitäts­merkmal, bis heute nicht Einzug in die Zeitung gehalten hat.

31. 10. 2019

: Sprachförderung hat oberste Priorität. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 253, s. 9, Feuilleton (1290 wörter)
In der Ver­gangenheit hat man einen fatalen Fehler begangen: Statt den Deutsch­unterricht zu intensivieren, versuchte man, die Sprache durch eine Rechtschreib­reform zu vereinfachen. Die reformierte Recht­schreibung, die zum August 1998 eingeführt wurde, musste mehrfach nach­reformiert werden. 2006 wurde die dritte Fassung der reformierten Rechtschreib­regeln vorgelegt. Viele Zeitungs- und Buchverlage haben die teils unlogische neue Orthographie nicht übernommen und ver­öffentlichen nach eigenen Haus­orthographien. Am Ende blickte niemand mehr durch. Das Ergebnis ist, dass wir heute eine Beliebigkeits­schreibung vorfinden – eine bildungs­politische Untat, die ihresgleichen sucht!

27. 10. 2019

Jetzt auch noch eine Rechtschreib-Reform. (Letzebuerg Privat), , Erziehung & Kultur
Als ob es im Bildungs­bereich Luxem­burgs nichts Wichtigeres gäbe: Das Bildungs­ministerium doktert am Luxem­burgischen rum. Jetzt bringt Claude Meisch auch noch eine Recht­schreib-Reform auf den Weg. Es soll alles einfacher werden. Dabei sorgen einige neue Regeln einfach nur für mehr Verwirrung. Weil sie so wirken, als wolle man sich krampfhaft vom Deutschen lösen.

23. 10. 2019

: Neue Rechtschreibung wirft ihre Schatten voraus. (L'essentiel), , Luxemburg
Die Rechtschreib-Reform tritt in einigen Wochen in Kraft. Mit der Rechtschreib-Reform sollen Lücken im be­stehenden Regelwerk […] geschlossen werden.

12. 10. 2019

: Philipp von Zesen – Der Mann, der die Bücherei erfand. (Mittel­deutscher Rundfunk), , Sachsen-Anhalt
Philipp von Zesen wieder etwas bekannter machen, das hat sich Landes­kirche Anhalt zum Ziel gesetzt. […] Aber auch 400 Jahre später ist der Kampf um die deutsche Sprache keines­falls ab­geschlossen. […] Und merkwürdiger­weise ist es bis heute nicht gelungen, den ortho­grafischen Problem­fall "Portemon­naie" aus der deutschen Umgangs­sprache zu tilgen.

23. 9. 2019

: Reden ist Silber: »Streifen freie Fenster«. junge Welt, , nr. 221, s. 10, Feuilleton
Die Ursache für die Verwandlung des haiver­seuchten Gewässers in »Hai verseuchtes Gewässer« ist wahr­scheinlich in dem Wirrwarr zu suchen, das die Rechtschreib­reform, die Reform der Rechtschreib­reform und die Reform der Reform der Rechtschreib­reform in den Köpfen hinterlassen haben. Auf der Website Fehler-Haft.de hat jemand ähnliche Klöpse auf­gelistet: »[…] beim Champagner trinken« […].

Über die ursache kann man natürlich spekulieren. Der letztere fall hat aller­dings auch mit der schon immer sehr fehler­trächtigen substan­tivierung zu tun und war wohl vor der an­geblichen verwirrung nicht weniger häufig.

22. 9. 2019

: Stolpern über Bindestriche. Kleine Zeitung, , nr. 263, s. 19, Steiermark, Aufwecker (178 wörter)
Hieß es einst Schloßweg, muss es nach der Rechtschreib­reform Schlossweg heißen. In Graz aber heißt es weiter „Schloßberg­platz“, weil der Stadt­felsen sein scharfes s als Eigen­namen in die neue Ära herüber­gerettet hat.

Irrtum. Nur bei natürlichen und juristischen personen ist eine schreib­änderung unwirksam.

: Im wilden Schilderwald der Rechtschreibfehler. Kleine Zeitung, , nr. 263, s. 22, Steiermark (379 wörter)
Für den pensionier­ten Deutsch­lehrer und Schul­direktor Manfred Koch aus Deutschlands­berg ist es eine wilde Jagd auf den Fehler­teufel im Straßen­netz steirischer Städte, eine Rallye durch Absurdistan […]. Da geht es zwar nur um Binde­striche oder getrennte Schreib­weisen […]: Aber wenn es auf offiziel­len Straßen­schildern von Städten und Haus­nummern von Rechtschreib­fehlern nur so wimmle, „dann ist das kein Kavaliers­delikt!“

21. 9. 2019

: Der Umgang mit Rechtschreibfehlern und deren Bedeutung – eine Veröffentlichung. (Rechtschreib­strategien im Deutsch­unterricht der Grund­schule), , Allgemein
Vor wenigen Tagen ver­öffentlichten Hans Brügelmann und Erika Brink­mann über peDOCS eine Metastudie zum Umgang mit Rechtschreib­fehlern und die Bedeutung konkreter Befunde für den Rechtschreib­unterricht. […] Ortho­graphische Fehler beim freien Schreiben im Anfangs­unterricht behindern die Ent­wicklung der Recht­schreibung NICHT!

18. 9. 2019

: „So klingt es bei mir zu Hause.“ Märkische Oderzeitung (), , s. 17, Frankfurter Umland
Heinz Rudolf Kunze, Musiker, Komponist und Sprach­künstler, kommt am Freitag­abend mit seinem neuen Solo­programm. Vorab sprach der 62-Jährige […] über sich und seine Leiden­schaft. […] [Kunze:] Wir haben viele Lehrerin­nen und Lehrer, die selber nicht mehr richtig schreiben können, die längst vor der Orthografie kapituliert haben. Durch die Rechtschreib­reform, die eine einzige Ka­tastrophe war, wurden sie noch weiter ver­unsichert. Wir sind jedenfalls dabei, eine der größten kulturellen Errungen­schaften, die es gibt, zu verlieren – unsere verein­heitlichte Hoch­sprache.

17. 9. 2019

: Herzblut – historisch-kritisch. Die Geschichte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als Leitmedium der Bundesrepublik. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 216, s. 6, Politik, Politische Bücher
Die "Zeitung für Deutschland" wird 70 Jahre alt. Da wird es […] Zeit für eine historische Auf­arbeitung […]. Dies hat der Würzburger Historiker Peter Hoeres […] unternommen. […] Nicht als enzyklopädische Gesamt­geschichte gehalten, eröffnet sie ein facetten­reiches Kaleidoskop von Aspekten und Geschichten, in dem zugleich die Geschichte der Bundes­republik aufscheint: von der Medien­landschaft über die Deutschland­politik und die Kernenergie, die Vergangenheits­politik und den Euro, den Literatur­streit um Christa Wolf und die Rechtschreib­reform bis zur diplomati­schen Anerkennung Sloweniens und Kroatiens […].

14. 9. 2019

: Fußball und Bier in Massen. Thüringer Allgemeine (), , nr. 215, s. 27, Sport, Einwurf (286 wörter)
„Fussball­zeitreise“ heißt es da und auch beim Internet­auftritt fehlt das von mir geliebte Eszett. […] Auch nach der Rechtschreib­reform hat da ein Doppel-S nichts zu suchen. […] Sicher hat die Fifa ihren Teil dazu beigetragen. […] Ohne Ringel-S sind schnell Miss­verständnisse möglich. Man denke nur, ein Schweizer Arzt empfiehlt „Bier nur in Massen“ zu trinken.

Man denke nur, ein deutscher arzt empfiehlt eine kiefer­operation, und der patient geht zum holzhacker.

13. 9. 2019

: Erneut Wirbel um Binnen-I nach Reform auf Magistrat. Kronen Zeitung, , nr. 21338, s. 25, Österreich (183 wörter)
Nun hat der Magistrat Salzburg die Diskussion neu entfacht. Denn in internen Aus­sendungen wird nun die männli­che Variante bevorzugt. […] „Es kann keine ge­setzliche Regelung für Recht­schreibung geben“, erklärt Dr. Karl Blüml. Der Top-Germanist war maßgeblich an der deutschen Rechtschreib­reform be­teiligt. Es könne eine haus­interne Ver­ordnung geben, auch in den einzelnen Verlagen gebe es interne Regelungen.

5. 9. 2019

: Was halten Sie von Enteignungen, Frau Kaußen? Hannoversche Allgemeine, , nr. 207, s. 18, Hannover
Die Oberbürger­meister­kandidatin der Linken, Jessica Kaußen, spricht über Strategien für den Wohnungs­bau, kostenlosen Nahverkehr […]. Zum Schluss kommen wir zum Gender­stern: Eine sinnvolle Recht­schreib­reform inner­halb der Verwaltung? [Kaußen:] Ja. Wir haben versucht, das Gender­sternchen auch in der Regions­verwaltung einzuführen, sind aber gescheitert. Es gibt nicht nur zwei Geschlechter, sondern viele ver­schiedene Selbst­definitionen. Die sollten alle an­gesprochen werden.

22. 8. 2019

: Im Kampf gegen die „kulturelle Verrohung“. Saarbrücker Zeitung, , s. B5, Kultur
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung wird 70 […]. Die Akademie hat sich nicht nur mit der Rechtschreib­reform befasst. In unregel­mäßigen Abständen wird ein „Bericht zur Lage der deutschen Sprache“ mit herausgegeben. […] Der dritte Bericht soll in knapp zwei Jahren er­scheinen und die Situation der deutschen Sprache in Schulen be­leuchten.

17. 8. 2019

: Eine Metode schtirpt aus. , , News
Für viele Eltern ist die Methode «Lesen durch Schreiben» schuld am Rechtschreibnotstand. Immer mehr Kantone ver­bannen das umstrittene Lehrmittel. […] Die Praxis sieht viel pragma­tischer aus, es dominiert ein Mix aus laut­getreuem Schreiben und klassi­schen Methoden, wie die Kantons-Umfrage weiter zeigt.

«Eine Metode schtirpt aus»: Warum ein grosses M?

13. 8. 2019

: Deutschstunde: Streit der Sprechsilben mit den Sprachsilben. Berliner Morgenpost (), , s. 2, Meinung
Nehmen wir die kurzen deutschen Wörter „hin“ und „über“, die eigentlich auch ein Schüler ohne Mühe erkennen und also als „hin-über“ trennen könnte – könnte, aber schon zu Groß­vaters Zeiten selten tat. Es hagelte Fehler im Diktat, sodass die Reformer auch die Trennung nach Sprech­silben erlaubten: „hi-nüber“, was mir und den meisten Älteren noch immer einen ortho­grafischen Schock versetzt.
: Bürgerstimmen für mehr Wasserschutz. Neues Deutschland, , s. 12, Aus den Ländern
Am 2. September startet ein Volks­begehren in Schleswig-Holstein. […] Bisher hat es im nördlichsten Bundes­land vier Volks­begehren gegeben. […] Ein Volksentscheid zur Nicht­übernahme der Rechtschreib­reform 1998 fand eine Mehrheit, wurde ein Jahr später mit einer Änderung des Schul­gesetzes jedoch mehr­heitlich im Landtag ignoriert, weil das Land mit der alten Recht­schreibung sonst eine Insel­lösung gehabt hätte. Reform­gegner scheiterten höchst­richterlich.

7. 8. 2019

: Beamter mit Frustrationshintergrund. Heidenheimer Zeitung (), , 170. jg., nr. 182, s. 21, Kultur
Zu einer Doppel­stunde Deutsch lud Kabarettist Herr Schröder nach Erpfen­hausen ein. […] Der Spaß an der deutschen Sprache zieht sich durch den ganzen Abend. Schröder erzählt davon, dass er das lyrische Ich nie kennen­lernen durfte, wie sehr die Rechtschreib­reform sein Leben ver­ändert hat und wie sadistisch die deutsche Sprache sei. „Wem fällt es denn ein, in das Wort lispeln ein s zu machen oder in stottern gleich drei t?“

3. 8. 2019

: Josef Kraus 70. Süddeutsche Zeitung, , nr. 178, s. 5, Personalien (211 wörter)
Kraus gehörte zu den ent­schiedensten Gegnern der Rechtschreib­reform und des acht­jährigen Gym­nasiums.

2. 8. 2019

: Es herrscht Anarchie. Dolomiten (), , s. 1, kommentar (172 wörter)
[…] die Reform […] hat den Eindruck verstärkt, Ortho­grafie sei nicht wichtig. Besonders für ein Völkchen wie uns Süd­tiroler ein fatales Signal. […] Die deutsche Hoch­sprache ist der Anker, der uns hält.

Aber nicht die recht­schreibung.

29. 7. 2019

: Ich will mein „daß“ zurück. , , Meinung
Die Rechtschreib­reform von 1996 sollte der Ver­einfachung dienen. Mehr als 20 Jahre danach lässt sich fest­halten: Sie hat vor­wiegend zu Regel­losigkeit geführt. In zahl­reichen Fällen sind heute Schreib­varianten erlaubt. Nur beim dass nicht. Dabei wäre es hier besonders an­gebracht […].

28. 7. 2019

: Damit das Wasser rein bleibt. (Kieler Nachrichten), , Schleswig-Holstein
Bisher gab es nur vier Volks­begehren in Schleswig-Holstein. Zweimal kamen nicht genügend Unter­schriften zusammen […]. Die Volks­begehren zur Wieder­einführung des Buß- und Bettags und gegen die Recht­schreib­reform fand dagegen genügend Unter­stützer und führten zu den bislang einzigen Volks­entscheiden in Schleswig-Holstein. […] Der Volks­entscheid gegen die Rechtschreib­reform war zwar erfolg­reich. Doch ein Jahr später wurde die neue Rechtschreib­reform trotzdem eingeführt.

22. 7. 2019

: Gender-Sprech ist Gefahr für die deutsche Sprache. , , Hannover
Der ehemalige Redaktions­leiter des „Vlothoer An­zeigers“, Lothar Stöpel, wirft der Stadt Hannover sogar Rechts­bruch vor, er­innert daran, dass die Kultusminister­konferenz 1996 be­schlossen hatte, im öffentli­chen Gebrauch aus­schließlich die neue Recht­schreibung an­zuwenden.

Wie man auch immer zum «gender-sprech» steht, ist es fraglich, 1. wie weit es die rechtschreibung betrifft («sprech») und 2. ob die kultus­minister ausserhalb der schule etwas zu sagen haben.

20. 7. 2019

: Als aus Rixdorf Neukölln wurde. Berliner Morgenpost, , s. 19, Mein Berlin, mein Bezirk
Der Magistrat von Rixdorf entschied sich für den Namen Neukölln, weil die Felder Rixdorfs an Cölln, eine der beiden Urzellen Berlins, an­grenzten. Wegen der Rechtschreib­reform von 1910 wurde Neu­kölln dann mit K ge­schrieben.

15. 7. 2019

: Doppelter Genuss. , , Stadtgeflüster
Es gibt Fehler in Sachen Musik, die hört man gar nicht. Klassik-Genuß ist so ein Fall: Klingt gut, ist aber trotzdem falsch - nämlich falsch ge­schrieben. Denn seit Einführung der Rechtschreib­reform im vergangenen Jahrtausend endet der Genuss hinten mit einem Doppel-S statt mit einem scharfen S, wie es früher üblich war. Leider hat unser Spät­dienst am Sonntagabend einen Rückfall in die alte Schreib­weise erlitten und als Schlag­zeile über das Foto oben auf der Titel­seite "Klassik-Genuß im Klenze­park" eingetippt.

9. 7. 2019

Im Tal der Steinzeitmenschen. Rhein-Zeitung, , s. 24, Rheinische Landpartie
Das Neander­thal wurde im 19. Jahr­hundert nach Pastor Joachim Neander benannt. Nach der Rechtschreib­reform 1901 hieß es Neandertal ohne h. Die Schreib­weise mit h verweist auf den wissen­schaftlichen Namen „Homo neander­thalensis“.

4. 7. 2019

: Rüüdig und hüeru güet. WochenBlatt (), , 111. jg., nr. 27, s. 20, Dorfplatz
Zum Glück gibt es das Schreib­programm. Konsequent korrigiert es mir «Portrait» zu «Porträt». […] Veraltet ist «Portrait», klärt mich der Duden auf, es gilt die neue Recht­schreibung, und dies schon seit 1996!

Schon seit 1996? Seit 1880, seit dem urduden!

9. 6. 2019

: Die Bessere, Pardon, die bessere Schreibweise. , , Kultur (1499 wörter)
Die alte Wendung »heute früh« lautet re­formiert „heute Früh“. Soll man also auch schreiben: „heute ganz Früh“?

Im reform­duden von 1996 steht nur «heute früh». 2017 heisst es «heute früh, bes. österr. auch heute Früh», weil es ein stichwort «Früh, die» gibt: «südd., österr. für Frühe».

Stellungnahme.

6. 6. 2019

: Deutsche haben immer noch Probleme mit neuer Rechtschreibung. , , Zeitfragen
Die Deutschen haben 23 Jahre nach der Rechtschreib­reform von 1996 immer noch Schwierig­keiten mit Recht­schreibung und Zeichen­setzung. Das zeigt eine Auswertung von tele­fonischen und schrift­lichen Sprach­anfragen der letzten 30 Jahre, die die Gesell­schaft für deutsche Sprache (GfdS) Ende des letzten Jahres durch­führte.

5. 6. 2019

: Mitten in Regensburg: Bayerisch versus bayerisch. Süddeutsche Zeitung, , 75. jg., nr. 129, s. 28, Bayern (320 wörter)
Es ging um die verzwickte Frage, ob man das Adjektiv im Museums­namen groß- oder klein­schreiben muss (Bayerisch versus bayerisch). […] Dass bei der Groß- und Klein­schreibung seit der Recht­schreib­reform Verwirrung herrscht, macht die Sache nicht leichter. Um Klarheit zu schaffen, erläuterte der […] Recht­schreib­experte Christian Stang […], wie aus ortho­grafischer Sicht mit dem Museum zu verfahren sei. Er plädiert dafür, dass in diesem Fall die Groß­schreibung des Adjektivs als korrekt zu betrachten sei[,] und leitet seine These aus Paragraf 60 des amtlichen Regelwerks der deutschen Orthografie her.

23. 5. 2019

: Die ewigen Entwicklungshelfer. Mannheimer Morgen, , s. 2, Politik, Kommentar
Rund 238 000 Fälle sind in Karlsruhe seit Gründung gelandet. Die meisten werden innerhalb eines Jahres erledigt und sind Verfassungs­beschwerden. Damit wird die Rechtmäßig­keit von Gesetzen geprüft, bestätigt oder verworfen. Wie prägend die Ent­scheidungen aus Karlsruhe sind, zeigt sich an vielen weiteren Beispielen. […] Oder die Rechtschreib­reform, die Ende der 1990er Jahre Gegner rückgängig machen wollten und das Bundesverfassungs­gericht anriefen – erfolglos.

20. 5. 2019

: Volksentscheide in Schleswig-Holstein. (Kieler Nachrichten), , Schleswig-Holstein
Ist eine Volks­initiative zulässig, dann darf ein Volks­begehren beantragt werden. Gibt es für das Volks­begehren genügend gültige Unterschriften von Bürgern, findet ein Volksentscheid statt. […] Das Volks­begehren "Rettet die Polizei-Reiterstaffel Schleswig-Holstein" erreichte 1996/7 nicht genügend gültige Unterschriften. […] Anders beim Volks­begehren "WIR gegen die Rechtschreib­reform" 1997/8: Die Beteiligung war groß und beim anschließenden Volks­entscheid votierte die Mehrheit gegen die Rechtschreib­reform. Daraufhin wurde das Schulgesetz geändert. Doch schon ein Jahr später wurde das durch Landtags­beschluss wieder rückgängig gemacht und die „neue“ Rechtschreibung auch in Schleswig-Hol­stein eingeführt.

29. 4. 2019

: Analphabeten in Deutschland. Autokraten schätzen keine Schriftgelehrten. (Frankfurter Allgemeine Zeitung), , Feuilleton, Hoch/Schule
In Deutschland und anderen europäischen Ländern laufen Programme zur Förderung der Literalität […]. Dass die Schreib- und Lese­kompetenz gleichwohl oft nicht ausreicht, hat viele Ursachen. Große Klassen und Viel­sprachigkeit in den Schulen gehören dazu, aber ebenfalls Lehr­methoden, die auf dem Irrtum beruhen, anspruchs­volle Kultur­techniken wie Lesen und Schreiben könnten rein spielerisch und ohne systematisches Training erworben werden.

26. 4. 2019

: Die Genderfrage ist in der Phonetik angekommen. , , Panorama, Zeitgeist
Seit Kurzem hört man in der gender­gerechten Sprache einen Laut, den es an dieser Stelle bisher noch nicht gab: Es ist der stimmlose glottale Plosiv. […] Nehmen wir das Französische: Wenn dort zwei Vokale aufeinander­treffen, die nicht in einem Laut aus­gesprochen werden sollen, markiert man das, indem man den zweiten Vokal mit zwei Punkten versieht, dem so­genannten Trema. Dass also das "a" und das "i" in "naïve" getrennt gesprochen werden und nicht wie in "Flair", erkennt man an den zwei Punkten über dem i. Das ließe sich nun leicht ins Deutsche übertragen, um den glottalen Plosiv zu markieren, für den es im Deutschen noch kein Schrift­zeichen gibt. Das wäre dann nicht nur linguistisch begründbar, sondern auch ästhetisch ein erheblicher Gewinn: Künstlerïnnen. Redakteurïnnen. Seglerïnnen.

24. 4. 2019

: Lehrmethoden: Fehler sollen wieder korrigiert werden. (Frankfurter Allgemeine Zeitung), , Inland
„Lesen durch Schreiben“ ist hoch um­stritten. […] Nur der reform­pädagogischen Methode die Schuld für mangelnde Rechtschreib­kenntnisse anzulasten, wäre zu kurz gesprungen. Schon in den siebziger Jahren haben hessische Rahmen­lehrpläne die Regeln der Ortho­graphie nur unter der Perspektive gelehrt, dass sie kritisiert werden müssen. […] Schließlich gibt es auch immer mehr Menschen, die glauben, die Ortho­graphie werde schon von den Rechtschreib­programmen der Computer erledigt. […] Es kamen also mehrere Neuerungen zusammen, die das Rechtschreib­desaster gefördert haben.
: Streit um “Lesen durch Schreiben”: Kritiker der Methode räumen nun ein, dass Probleme mit dem Rechtschreiben daher kaum rühren können. , , Titelthema
Auch Bildungs­forscher Hans Brügel­mann sieht viele Ursachen des Rechtschreib­dramas. «Seit Jahr­zehnten wird über die Rechtschreib­katastrophe geklagt», sagt er. «Schon frühere Studien haben immer wieder schlechte Rechtschreib­leistungen erbracht.» Relativieren will Brügel­mann nichts. «Aber die Illusion, wenn wir wieder so unter­richten würden wie früher, dann hätten wir das Problem nicht, die müssen wir uns ab­schminken.»

22. 4. 2019

: „Das Gendersternchen ist nicht die richtige Lösung.“ , , Hauptsache: Gendern
Die Linguistin Luise F. Pusch forscht seit 40 Jahren zu geschlechter­gerechter Sprache. […] Luise F. Pusch: […] das Gender­sternchen ist nicht die richtige Lösung. Mein Kompromiss­vorschlag ist, dass wir den Gender­stern auf das kleine i setzen. Das löst alle Probleme: Das Wort hat immer noch eine weibliche Anmutung, das Sternchen ist da, zerreißt aber nichts. Ein i mit Stern gibt es auf den Tastaturen noch nicht, aber wir haben auch das @-Zeichen irgendwann auf die Tastaturen bekommen. Als Übergangs­lösung habe ich das Ausrufe­zeichen vor­geschlagen, anstelle des großen I, wie bei der Sängerin P!nk. Ich finde, das ist eine sehr praktische Lösung.

16. 4. 2019

: Deutschstunde: Treueeid auf die Bioeier aus den Donauauen. Berliner Morgenpost (), , s. 2, Meinung
Treffen drei gleiche Kon­sonanten aufeinander, so fällt keiner von ihnen weg: Schifffahrt, Schlossstadt, Bal­letttrup­pe, Aus­puffflamme, Sauer­stoffflasche, fetttrie­fend oder helllila. Bevor Sie nun auf diese Er­rungen­schaft der Rechtschreib­reform schimpfen wollen, sei gewarnt: Vier dieser sieben Beispiele schrieb man bereits vor der Reform so – amtlich, korrekt und dreifach.

9. 4. 2019

: Auf der Suche nach dem verlorenen h. Berner Zeitung, ausgabe Burgdorf und Emmental, , s. 3, Region (940 wörter)
«Kommt in’s Emmenthal» – der Titel der neuen Sonder­ausstellung im Langnauer Regional­museum Chüechli­hus brachte die Frage wieder einmal aufs Tapet: Wann und warum hat das Emmental sein h ver­loren? […] «Vor oder nach der Jahrhundert­wende gab es eine Rechtschreib­reform, bei der das h abgeschafft wurde.»

4. 4. 2019

: Gender-Sprache. Neue Zürcher Zeitung, , 240. jg., nr. 79, s. 11, Zuschriften
Plötzlich neu auf­gezwungene Regeln können wir zum Teil nicht begreifen, und wir bleiben des­halb bei der alther­gebrachten Sprech- und Schreib­weise. Ein Beispiel: Seit zwei Jahr­zehnten soll man nach Duden «auf­wändig» sprechen und schreiben und nicht «auf­wendig». […] Also, ich schreibe weiterhin «aufwendig» – die NZZ ist auch dieser Meinung.

Aha, die sache ist doch nicht auf­gezwungen. Dazu passt, sich mit einer «alther­gebrachten Sprech­weise» zu blamieren.

: Le français goes féminin. Die Académie française wacht seit 400 Jahren über das Französische – und begleitet dessen Sprachwandel. Neue Zürcher Zeitung, , 240. jg., nr. 79, s. 40, Feuilleton
Zudem muss die Académie française zur Kenntnis nehmen, dass just in dem Augen­blick, da sie ihren Wort­schatz dem Internet anvertraut, dieses zum neuen Gegner der französi­schen Ortho­graphie wird. […] Ausser­dem hat das Befragungs­unternehmen Opinion Way – schon wieder ein un­erwünschter englischer Begriff – heraus­gefunden, dass die Generation der unter Dreissig­jährigen, die mit SMS, Internet und sozialen Netzwerken aufgewachsen ist, Schaden an ihren Orthographie­kenntnissen genommen hat. Dreissig Prozent von ihnen gestehen ein, dass sie Schwierig­keiten mit der korrekten Schreib­weise der Wörter und Sätze haben und dass diese Schwäche «ein Hindernis bei der Entwicklung ihrer Karriere» sein kann.
Das „s“ am Haken. Mitteldeutsche Zeitung, , s. 7, SaaleKurier (122 wörter)
Das Genitiv-S mit Apostroph war auch im Deutschen bis 1901 geduldet, nach einer Recht­schreib­reform dann ver­boten. Bis 1996: Seitdem ist es in Einzel­fällen sogar erlaubt.

2. 4. 2019

: Ü-Pünktchen bleiben Zürich erhalten. Angebliche Abschaffung des Umlauts ist bloss ein Aprilscherz. Neue Zürcher Zeitung, , 240. jg., nr. 77, s. 19, Zürich und Region
Es ist wahr, dass Zürich in diversen Zusammen­hängen um seine ü-Pünktchen gebracht wird: Das geschieht etwa, wenn das Zurich Film Festival, die Greater Zurich Area und andere Anlässe sowie Organi­sationen sich einen welt­läufigen Anstrich geben wollen. Zum Glück sind wir aber (noch) nicht so weit, dass die Behörden den Umlaut ganz aus­radieren möchten […].

1. 4. 2019

: Es droht ein Umlaut-Massaker. Zürich soll ü-Pünktchen verlieren. Neue Zürcher Zeitung, , 240. jg., nr. 76, s. 15, Zürich und Region
Die im Präsidial­departement angesiedelte Abteilung Stadt­entwicklung will auf Antrag der Standort- und der Tourismus­förderer in allen amtlichen Dokumenten, Publikationen – nach innen wie aussen – und Be­schilderungen einzig noch die Schreibung «Zurich» akzeptieren. Nur so könne man sich im globalen Kontext als Brand po­sitionieren, heisst es dazu in einem internen Papier.

4. 2019

: Sind fiele Feler schädlich? NZZ-Folio, , nr. 333, s. 32 bis 36, Thema: Die Leser (2412 wörter)
Es tobt ein Krieg um die Methode, wie Kinder in der Schule lesen und schreiben lernen sollen. […] Wollte man wirklich nach Ursachen für Rechtschreib­schwäche fragen, kämen andere Faktoren zuerst in Betracht: Lehrer­mangel, Lehrer­ausbildung, Aufgaben­zuwachs der Schulen, Geld. Ihren Teil trug sicher auch die Rechtschreib­reform mit «alter­nativen Schreib­weisen» bei. […] Es wundert einen in dieser zugigen Diskussion dann nicht mehr, dass noch nicht einmal erwiesen ist, ob es überhaupt eine Rechtschreib­katastrophe gebe.

Ein faktor wäre da noch: die reformbedürftige rechtschreibung; stellungnahme.

31. 3. 2019

: Es geht um den Sprachfluss. Kölner Stadt-Anzeiger, , s. 3, Thema des Tages
Die Argumente finden sich gebündelt im Aufruf: „Die sogenannte gender­gerechte Sprache beruht erstens auf einem Generalirrtum […]. Und viertens ist sie auch kein Beitrag zur Besser­stellung der Frau in der Gesellschaft.“ […] Kein Wunder: Einer der Initiatoren ist der große Journalistenlehrer Wolf Schneider. Allerdings hat die Rechtschreib­reform gezeigt, dass Aufrufe Sprache nicht regulieren können.

28. 3. 2019

: Kleines Komma, große Wirkung. Drei Grundregeln reichen, um Kommas richtig setzen zu können – meint Christina Noack. Neue Osnabrücker Zeitung, , 52. jg., nr. 74, s. 28, Kultur
Kommas […] sind nicht einfach nur Schikane. Sie helfen dabei, einen Satz lesbarer zu machen und Miss­verständnisse zu vermeiden. […] Dennoch tun sich Kinder, Erwachsene und sogar Studien­anfänger für das Lehramt laut einer Studie von 2016 oft schwer mit der Komma­setzung, machen dabei mehr Fehler als auf anderen Feldern der Rechtschreibung. Die Rechtschreib­reform mit ihrer merk­würdigen Toleranz hat noch dazu bei­getragen.
: Der Krieg gegen die Sprache zeugt vom Chaos in den Köpfen. Die Presse, , nr. 21872, s. 31, Debatte, Quergeschrieben (628 wörter)
Ein Schelm hingegen ist der irakische Schriftsteller Abbas Khider. Er lebt seit 19 Jahren in Deutschland und beherrscht die deutsche Sprache so perfekt, dass er sich eine migranten­kompatible Rundum­vereinfachung aus­gedacht hat („Deutsch für alle. Das endgültige Lehrbuch”, Hanser 2019). Das sieht dann so aus: „Ali Baba ist sehr glucklich, weil er kann verzichten jetzt auf de Verb an de Ende von de Nebensatz.” Scherz, Satire, Ironie oder tiefere Bedeutung? […] In den 1990er-Jahren wurde die sinnlose Rechtschreib­reform mit dem Argument oktroyiert, die Schüler machten zu viele Fehler. Kommt man uns bald damit, dass Deutsch für die Zuwanderer zu schwer ist?

26. 3. 2019

: "Ich finde die Auslassungspunkte am tollsten." , , Kultur
Macht das Online-Kommunikations­verhalten die Zeichen­setzung kaputt? Nein, meint der Linguist Jannis Androutso­poulos, im Gegen­teil: Es ent­stehen neue Regeln. […] Die Leute schreiben in der Schule so, wie sie das dort lernen. Daneben eignen sie sich aber für ihre Freizeit neue Kon­ventionen an. […] Wir haben im vernetzten Schreiben diese un­glaubliche Freiheit, experimentell zu schreiben und Er­wartungen zu durch­brechen.

Zum beispiel die unbegründete erwartung, dass substantive gross geschrieben werden.

20. 3. 2019

: Gendergerechte Sprache: "Es muss nicht die eine Lösung für alle geben." , , Praxis, Verlage
Die Leiterin der Duden-Redaktion, Kathrin Kunkel-Ratzum [Kathrin Kunkel-Razum], be­kommt täglich Anfragen von Unter­nehmen und Behörden, wie denn nun richtig ge­gendert wird. [… Kunkel-Razum:] Ich bin seit 22 Jahren in der Duden-Reaktion, eine dermaßen große Empörung erlebe ich nun – nach der Reform der Recht­schreibung – zum zweiten Mal. Natürlich freuen mich als Linguistin die vielen Dis­kussionen über Sprache, aber die Aggression, mit der diskutiert wird, finde ich verstörend.
: Rolf Waldvogel liest im Seniorentreff. Schwäbische Zeitung, , s. 19, Friedrichshafen (108 wörter)
Seit 2006 befasst sich Waldvogel […] in seinen wöchentli­chen „Sprach­plaudereien“ auf der Kultur­seite mit Fragen rund um die deutsche Sprache. Dabei geht er zum einen auf Grammatik oder Orthografie ein und streift die Folgen der Rechtschreib­reform. Zum anderen widmet er sich dem Bedeutungs­wandel, dem Sprache unterliegt.

18. 3. 2019

: Schönheit liegt im Auge des Betrachters. , , Politisches Feuilleton
Studierende, BürgerInnen, Journalistixs und Facebook­nutzer*innen: Viele halten solche neue Schreib­weisen für Sprach­verhunzung. Alles halb so schlimm […]: Sprache hat sich im Lauf der Zeit schon immer gewandelt. […] Denn die Vorstellung, was zu einer Sprache passt und was nicht, ist hochgradig variabel. […] Ferner wurde unser ästhetisches Empfinden in der Vergangen­heit immer wieder von Rechtschreib­reformen herausgefordert – und verändert: Heute schreibt man Schifffahrt mit drei fff. Das wurde zunächst als sehr hässlich empfunden. Das große Eszett […] sieht nach Ansicht vieler Bundes­bürger ebenfalls sehr hässlich aus.
neu : Romanian diacritic marks. ,
Computers are supposed to be able to process text with ease, con­sistency and pre­dictable output. In Ro­mania — year 2008 — they’re still unable to accomplish this basic task. Academic intel­ligentsia, when not oozing in­dolence, gets busy thinking of mad­dening spelling reforms.

16. 3. 2019

: Auf in die Geschlechtslosigkeit. Masüger sagts. Südostschweiz am Wochenende, , s. 20, Region
Der deutsche Rechtschreib­rat will noch eine «Erprobungs­phase» abwarten, bis er diesen Stern ver­bindlich vorschreibt. Nach der krass in die Hosen gegangenen Rechtschreib­reform der letzten Jahre will er nun beim Gender-Thema Punkte beziehungs­weise Sternchen holen. […] Wie geht es wohl weiter? Mit einem Verbot von männlichen, weiblichen und sächlichen Artikeln in der deutschen Sprache? (Der deutsche Rechtschreib­rat wäre auch dazu fähig.)

14. 3. 2019

: Von Bäckern, Lehrerinnen und Flüchtlingen. Süddeutsche Zeitung (), , 75. jg., nr. 62, s. 11, Feuilleton
Als Eduard Engel, amtlicher Stenograf im Berliner Reichstag, im Jahr 1917 das Büchlein „Sprich Deutsch! Zum Hilfs­dienst am Vaterland“ ver­öffentlichte, war die Reinigung der Sprache von ihren romanischen Anteilen zu einem politischen Programm geworden […]. Von allen Versuchen, die deutsche Sprache einem ent­schlossen politischen Programm zu unter­werfen, war ihre „Ent­welschung“ bis vor Kurzem ein Unter­nehmen, das in Umfang und Intensität einzig­artig war (die Rechtschreib­reform gründete auf einer Fantasie von Rationali­sierung).

12. 3. 2019

: Der Schwachpunkt der selbsternannten Sprachwächter. (SZ-Magazin) , , Politik
Erstaunlich dabei ist: das Un­vermögen der Deutsch­beschützer*innen, ihrer eigenen Sprache Schönheit zu schenken. Im Grunde fing es menetekel­haft an, als Martin Walser sich im Oktober 1996 im Spiegel beim Protest gegen die Rechtschreib­reform in einem Sweat­shirt mit der Auf­schrift »Hodge Podge Fuerte« foto­grafieren ließ. Wer solch austausch­baren Wortmüll bis an seinen Körper lässt und ihn froh und ungeniert vor einem Millionen­publikum spazieren­trägt, liebt womöglich nicht Sprache, sondern erstens keine Veränderung und zweitens sich selbst in der Pose dessen, der diese Ver­änderung aufhält.

10. 3. 2019

: "Kein Verlottern der Sprache." , , Wissen
In den sozialen Medien wird ohne Punkt, Komma und Konventionen ge­schrieben. Trotzdem sei die Schrift­sprache nicht bedroht, sagt ein führender Sprach­forscher.

9. 3. 2019

: Die Debattenkultur steht unter keinem guten Gender*stern. Augsburger Allgemeine (), , s. 2, Meinung & Dialog, Leitartikel
Die Geschlechter­frage polarisiert. […] Es ist einfach, nahe­liegend und billig, sich in der Gender­debatte kopf­schüttelnd zu mokieren. […] Es könnte also diskutiert werden – zur Sprache haben schließlich alle etwas zu sagen, weil jeder damit klar­kommen will und muss. Wir wissen das spätestens seit den Schar­mützeln um die Rechtschreib­reform. Seither schreibt Deutsch­land übrigens divers.

8. 3. 2019

: Der Stern des Anstoßes. Hannoversche Allgemeine (), , s. 2 bis 3, Blick in die Zeit
Mit dem Asterisk* wollen Gender­aktivisten die Sprache auch für Geschlechter jenseits von Mann und Frau öffnen. Das schürt Grund­ängste um Identität und Freiheit. […] Die Sprache ist ein lebendiger Organismus. […] Jeder Eingriff in die Sprache kommt einem gefühlten Eingriff in die Freiheit gleich. Linguisten vergleichen Sprachen gern mit einem Wasser­strom, der sich stets dem Lauf der Dinge anpasst. Wer hier eingreift, will ideologischer Schleusen­wärter des Deutschen sein. Das ging zuletzt bei der Rechtschreib­reform schief. Deren Folgen sind ver­heerend: Aus­nahmen, Un­sicherheit, verwirrte Schüler.

Gewiss ist die sprache ein «lebendiger Organismus». Die rechtschreibung ist aber seit 1902 ein amtlicher organismus, und einigermassen lebendig ist er nur, wenn die, die ihn in kraft setzten, ihn wenigstens alle 100 jahre ein bisschen ändern dürfen.

21. 2. 2019

: Die Ersatzreligion der sprachlichen Anbiederung. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 44, s. 7, Bildungswelten
Die Stadt Hannover hat auch dem Wort "Wort" eine neue Bedeutung gegeben. Ein Wort war bisher dadurch definiert, dass es durch Leer­stellen von seinen Nachbar­wörtern getrennt und dadurch identifizier­bar war. Innerhalb eines ge­schriebenen Wortes hatten Zeichen, die nicht zu seinem Buchstaben­bestand gehören, nichts zu suchen. Die amtliche Recht­schreibung lässt nur zu, dass innerhalb von Wörtern Klammern oder Schräg­striche verwendet werden dürfen (Förster(in), Förster/in). Das Binnen-I und der "Gender­stern" (FörsterIn, Förster*in) verstoßen gegen diese Regel.

20. 2. 2019

: Ludwig Boltzmann und das Ende der alten Physik. Der Standard, , s. 14, Forschung spezial
Vor 175 Jahren wurde mit Ludwig Boltzmann einer der bedeutendsten öster­reichischen Physiker geboren. […] Boltzmann war ein Universal­interessierter, neben den Natur­wissenschaften und der Philosophie widmete er sich auch begeistert der Literatur und Musik. Er verehrte Schillers Werke und nutzte, ganz seiner streitbaren Natur ent­sprechend, seine eigenen Schriften, um gegen die Rechtschreib­reform von 1901 zu protestieren, die eine gemeinsame Ortho­grafie aller deutsch­sprachigen Staaten festgelegt hatte: „durch schiller bin ich geworden, one in könnte es einen mann mit gleicher bart- und nasenform wi ich, aber nimals mich geben.“

19. 2. 2019

: Deutschstunde: Irgendwann stößt jede Zeile an ihr Ende. Berliner Morgenpost (), , s. 2, Meinung
Nehmen wir die kurzen deutschen Wörter hin und über, die eigent­lich auch ein Schüler ohne Mühe erkennen und also als hin-über trennen könnte – könnte, aber schon zu Groß­vaters Zeiten selten tat. Es hagelte Fehler im Diktat, sodass die Reformer auch die Trennung nach Sprech­silben erlaubten: hi-nüber, was mir noch immer einen ortho­grafischen Schock versetzt […].
Moderatorin Barbara Schöneberger nimmt es mit Rechtschreibung genau. Berliner Morgenpost, , s. 24, Stadtleben & Stil (64 wörter)
„Ich bin ein extremer Ortho­grafie-Freak, ich breche den Kontakt ab zu Leuten, die ‚das‘ und ‚dass‘ nicht unter­scheiden können […]“

15. 2. 2019

: Klassik und Krise. Der Historiker Christian Meier wird neunzig und arbeitet weiter. Süddeutsche Zeitung, , 75. jg., nr. 39, s. 13, Feuilleton
Als Präsident der Deut­schen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt stritt er aus Über­zeugung und mit Lust gegen die ver­murkste Rechtschreib­reform.

14. 2. 2019

: Diese Wörter schreiben auch Sie mit Sicherheit falsch - Duden-Quiz, Folge 1. , , Leben, Karriere
Auch im Joballtag können Rechtschreib­fehler ganz schön peinlich werden - erst Recht, wenn sich Fehler in wichtige Kunden­unterlagen einschleichen.
: Täuschen mit Ross und Rose. Südwest Presse, , 75. jg., nr. 38, s. 6, Südwestumschau
[…] harsche Kritik. Die brachte kürzlich Bernd Gögel vor, Fraktions­chef der Landtags-AfD. Er hat Grün-Schwarz „politische Roß­täuscherei“ vorgeworfen. […] Er meinte das „Ross“, das bis zur Rechtschreib­reform mit Eszett daher­ritt.

13. 2. 2019

: Zur Sache: Alle wollen mitreden. St. Galler Tagblatt (), , s. 2 (239 wörter)
Wenn es um Sprache geht, wird es schnell laut. Alle können mitreden. Dabei muss es gar nicht um geschlechts­neutrale Begriffe gehen. Das zeigt das Beispiel der Rechtschreib­reform, wo jedes Komma einen Streit auslöste.
: 14 Wörter, die wirklich jeder falsch schreibt - Sie auch? , , Leben, Karriere
Schließlich kann die richtige Recht­schreibung ganz schön schwierig sein - und spätestens seit der letzten Rechtschreib­reform ist bei vielen vollends der Wurm drin.

6. 2. 2019

: Zwischenruf aus Berlin: Blick zurück nach vorn. Stern, , s. 16, Kolumne
Zwei Jahrzehnte will sich Deutschland Zeit nehmen für den Ausstieg aus der Kohle. […] Ist der deutsche Ausstieg aus der Kohle bis Ende 2038 am­bitioniert oder mutlos? […] Ein Blick zurück mag helfen bei der Vermessung der Strecke, die so ratlos macht – ein Blick aufs Jahr 1998. Gerhard Schröder wird Kanzler […]. Die Rechtschreib­reform tritt in Kraft.

31. 1. 2019

: Erst jetzt sind die Brüder Grimm wirklich beerdigt. , , Kultur
Es wird kein Grimm’sches Wörterbuch fürs 21. Jahrhundert geben. Nun soll ein Zentrum für digitale Lexiko­graphie den deutschen Wortschatz beschreiben. […] Begraben wurde die Idee, irgendwas von Glanz und Größenwahn, Romantik und Traum der Germanistik des 19. Jahr­hunderts ließe sich ins neue Jahr­tausend retten. Erloschen scheint das letzte Fünkchen Hoffnung auf eine, wenn auch kosten­günstig verzwergte und optimierte Fort­setzung des „Deutschen Wörter­buchs“ der Brüder Grimm. […] Seitdem gab es immer Gerüchte, Versprechen und wohl auch ernsthaftes Bemühen, einen „Grimm 21“ zu schaffen. […] Denn niemand glaubt, dass es zwischen dem jahrhunderte­langen Weiter­arbeiten im alten Stil und Tempo – das jetzt der Chef­wortforscher der Berliner Akademie, Wolfgang Klein, wieder beschwor – und dem totalen Grimm-Exit keinen Mittelweg gegeben hätte.

25. 1. 2019

: Trolls, die gern in Chors singen. Der Bund (), , s. 10, Meinungen, Sprachlupe
Den Babys und den Ladys hängen wir seit der Rechtschreib­reform einfach -s an, obwohl der engli­sche Plural «-ies» ge­schrieben wird.

Seit der rechtschreib­reform? stichwort baby.

24. 1. 2019

: Liebe Hannoveraner*innen. Süddeutsche Zeitung (), , s. 8, Panorama
An die Sternchen werde man sich gewöhnen wie an Euro-Zeichen oder Smileys, glaubt Gabriele Diewald, „das ist ein komplexer Prozess, wie alle sozialen Prozesse“. Siehe Rechtschreib­reform oder das Innen à la Kolleg Innen.

23. 1. 2019

: "Rechtschreibung ist nicht so wichtig." (Südwestrundfunk), , Wissen
In der Schule spielt Ortho­grafie eine wichtige Rolle: Kinder sollen richtig schreiben. Muss das wirklich sein? Der Anglist Dr. Werner Schäfer hat sich darüber Gedanken gemacht.

22. 1. 2019

: Die Sterndeuter. Hannoversche Allgemeine, , s. 25, Kultur & Leben
Man(n) kann verstehen, wenn Frauen es leid sind, sprachlich unter­repräsentiert zu sein. Als Ausdruck davon galt seit den Achtzigern das Binnen-I („Oberbürger­meisterInnen“). […] Es hat sich dann ja auch nicht durchgesetzt. Was man in zehn oder zwanzig Jahren hoffentlich auch vom Gender­sternchen sagen wird. […] Der sinnigste Umgang mit Sprache ist ein behutsamer, der ihr mehr folgt, als dass er ihr Wege vorgibt. Wie furchtbar gerade politisch motivierte Eingriffe ver­laufen können, hat die letzte Rechtschreib­reform gezeigt, die diverse Male nach­justiert werden musste und heute mehr aus Erschöpfung über die endlosen Debatten als aus Über­zeugung akzeptiert wird – und um den Preis, dass wir eine heillos zer­splitterte Schrift­sprache haben. Jeder Verlag verwendet seine eigenen Regeln, und der Duden ist aufgrund der Ausnahmen anderthalbmal so dick wie zuvor.

12. 1. 2019

: Mein Name ist Hase! Hamburger Abendblatt, , s. 17 bis 19, Titelthema
Rolf-Bernhard Essig hat zahlreiche Bücher über Sprichwörter und Redens­arten geschrieben. […] Was ihn umtreibt, ist auch die Sorge. „Unsere Sprache verkümmert zweifellos.“ Vor allem die korrekte, gute Sprache verschwinde nach und nach. „Zeitungen, Medien, Theater, Politiker, Lehrer, Beamte, so gut wie der ganze offizielle Bereich bemühte sich bis vor etwa 20, 30 Jahren darum, richtiges Deutsch zu verwenden“, sagt er. „Längst aber hat sich eine […] anbiedernde Lässigkeit auch dort eingebürgert […]. Hier fehlt etwas, das ich als Zone produktiver Kontraste zwischen Straßen­jargon und Hochsprache sehe, und das führt wirklich zu einer Unklarheit, Verwässerung, Un­deutlichkeit im Deutschen – viel mehr als jede Rechtschreib­reform.“

10. 1. 2019

: Von wegen amtlich. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 8, s. 6, Bildungswelten (1590 wörter)
Der Duden folgt oft nicht mehr offi­ziellen Regelungen, sondern weicht viel zu häufig davon ab und pflegt eine eigene Duden-Schreibung, was seine Brauchbar­keit einengt. […] Die Grünen können so viele Gender­sterne, Unter­striche und Binnen-Is verwenden, wie sie möchten. Dasselbe gilt für die Heinrich-Böll-Stiftung, die "taz", Bayern München, die Evangeli­sche Kirche in Deutsch­land (EKD), den ADAC oder die SPD. Alle vergreifen sich damit aller­dings an der Einheits­orthographie. Nicht verwenden dürfen solche Gebilde die Gleichstellungs­beauftragten öffentlicher Ein­richtungen, Bundes­behörden, Lehrer und Schüler öffentlicher Schulen, die DFG, die ARD oder die KMK sowie der Senat von Berlin.

Die DFG ist ein verein, die ARD ist eine firma; die dürfen sich vergreifen.

3. 1. 2019

: Bildungsministerin Prien: „Rechtschreibung der Grundschüler ist inakzeptabel.“ , , Hamburg
Zu viele Grundschüler in Schleswig-Holstein haben nach Auffassung von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) Defizite beim Schreiben. „Zu viele Mädchen und Jungen verlassen die Grundschule nach vier Jahren, ohne richtig schreiben zu können – das können wir nicht länger zulassen“, sagte Prien der Deutschen Presse-Agentur. […] Ein Schwerpunkt der Maßnahmen ist die Fortbildungsinitiative „Orthographie lehren und lernen an Grundschulen“.

Eine anregung: „Orthografie lehren und lernen.“

2. 1. 2019

: Rechtschreibreformen im Rückblick. , , Blog
Man konnte sich auf Dauer nicht den neuen Regeln verweigern, das war allen Beteiligten bewusst. Recht schnell war klar: Wir würden nicht jegliches Detail umsetzen, das in der neuen Recht­schreibung diskutiert wurde und wovon mittler­weile manches wieder aus den Wörter­büchern ver­schwunden ist.