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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → 2022
nachgeführt , 2022-04-27
ortografie.ch ersetzt sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

Aus presse und internet

2022-05-20

neu : Darf ich von meinen Freunden eine bessere Rechtschreibung beim Chatten erwarten?. , , Hat das Stil?
Der Rechtschreib­zug in Chats ist ab­gefahren, und er wird nie wieder zurück­kommen. Mit den Gründen kann man Germanistik­seminare füllen, es sind so viele, dass ein Auf­lehnen sinnlos ist.

Zurück wohin? Stichwort schreiben.

2022-05-19

neu : Analphabetismus im Norden: "Teilversagen in unserem Schulwesen". (Norddeutscher Rundfunk), , Kultur, Interview
Herr Meidinger, wie kann es sein, dass Menschen einen Schul­abschluss machen, aber trotz­dem nicht richtig schrei­ben und lesen können? [Meidinger:] Das ist ein Zeichen für ein Teil­versagen in unserem Schul­wesen. Die Er­kenntnis haben wir schon länger, dass ein Teil der Schülerinnen und Schüler nach Abschluss der Grundschule, aber auch ein Teil der 15-Jährigen, dermaßen schlechte Lese­fähigkeiten hat, dass sie grund­sätzlich in ihrem späteren Leben keine Chance haben, einen passenden Beruf zu finden oder am politischen oder kulturellen Leben teil­zunehmen. Das sind rund 20 Prozent.

2022-04-27

neu : Sehnsucht nach dem ß. Salzgitter Zeitung, , 14, Salzgitter (200 wörter)
Dieser Buch­stabe existiert nur in der deutschen Sprache. Er sieht lustig aus und be­reichert das Schrift­bild.

2022-04-25

neu : Heinz Rudolf Kunze: Gendern ist wie eine neo-mittelalterliche Tollwut. , , Kultur & Vergnügen, Interview
[…] SPD. Sie sollen selbst bis in die 1990er-Jahre Mitglied der Partei gewesen sein. Wie kam es, dass Sie ein­getreten, und vor allem: Wie kam es, dass Sie wieder aus­getreten sind? [Kunze:] Wie es kam, dass ich ein­getreten bin, weiß ich gar nicht mehr. Das war in der Studenten­zeit. Das machte man halt damals so. Aus­getreten bin ich wegen der Rechtschreib­reform.

2022-03-22

neu : Deutschstunde: Manche Post ist wirklich das Letzte. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung, Kolumne (647 wörter)
Wer wie ich seit mehr als 60 Jahren im täglichen Streit und Streben des Journalismus steht, darunter vor der Pensionie­rung im Auftrag des damals größten Zeitungs­hauses im Kampf für und gegen die neue Recht­schreibung, der härtet ab, den kann so leicht nichts mehr er­schüttern.

2022-03-20

: Die Erfinder unserer Sprache: Martin Luther. Welt am Sonntag, , nr. 12, s. 14, Thema (419 wörter)
Luthers Deutsch hatte nicht nur Aus­wirkungen auf den Wort­schatz, den er mit Begriffen wie Feuer­eifer, Herzens­lust, Macht­wort, Schau­platz, geist­reich, Sün­den­bock be­reicherte, sondern auch auf Grammatik und Ortho­grafie. Seine Recht­schreibung ver­einheitlichte er mit jeder neuen Bibel­ausgabe im Zusammen­spiel mit Witten­berger Druckern. Während er im „September­testament“ noch zwi­schen zeytt und zeyt oder vnnd und vnd geschwankt hatte, entschied er sich zu­nehmend für die jeweils kürzere Variante.
: Die Erfinder unserer Sprache: Johann Christoph Gottsched. Welt am Sonntag, , nr. 12, s. 15, Thema (442 wörter)
Gottsched setzte die Regeln für die Groß­schreibung der Haupt­wörter (den Aus­druck erfand er) durch. Auch das Stammwort­prinzip machte er endgültig zur Norm. […] Wie Duden oder Luther hat Gottsched nichts radikal Neues erfun­den. Er orientierte sich an Vor­denkern, etwa dem Recht­schreib­theoretiker Hiero­nymus Freyer und dem Grammatiker Justus Georg Schottelius. Und an teil­weise schon etabliertem Sprach­gebrauch.
: Die Erfinder unserer Sprache: Konrad Duden. Welt am Sonntag, , nr. 12, s. 15, Thema (347 wörter)
Doch das, was ihm zu Beginn seiner Lauf­bahn als Rechtschreib­reformer vor­schwebte, hatte vorerst wenig mit dem zu tun, was er später in seinem Wörter­buch propagierte. Duden war zu­nächst ein Radikaler. Auf der Berliner Konferenz zur „Her­stellung größerer Einigung in der deutschen Recht­schreibung" im Jahr 1876 kämpfte er für ganz neuartige Regeln. Bei seinen ortho­grafischen Ideen sträuben sich Sprach­ästheten heute die Haare.

2022-03

: Grundlagen, Ziele und Ergebnisse der Orthografiereform 1996–2006. Sprachreport (), , 38. jg., nr. 1, s. 8 bis 15 (3609 wörter)
Die jetzige Neuregelung von 1996 bis 2006 trägt ähnlich kompromiss­hafte Züge wie die alte Regelung. […] Anfang der 90er Jahre begann dann der politi­sche Entscheidungs­prozess […]. Das mün­dete dann in die Wiener Ortho­grafie­konferenz vom Juli 1996, auf der […] eine Orthografie­reform auf der Grundlage einer über­arbeiteten Fassung der Regelungs­vorlage des Arbeits­kreises be­schlossen wurde. Die über­arbeitete Fassung wich vor allem aufgrund einer Stellung­nahme der Kultus­minister­kon­ferenz und einer öffentli­chen Anhörung in Bonn im Mai 1993 darin von der ur­sprünglichen Fassung des Neurege­lungs­vorschlages ab, dass die vom Ar­beits­kreis empfohlene Einführung der „gemäßigten Klein­schreibung“ […] durch eine modifizierte Groß­schreibung […] ersetzt wurde. Die Einführung dieser Neu­regelung in den Schulen und in den Schreib­gebrauch der Behörden und da­mit auch den öffentlichen Schreib­ge­brauch führte dann neuerlich zu teil­weise heftigen Auseinander­setzungen in der Öffentlich­keit […]. Daran beteiligt waren natürlich Sprach­wissenschaftler, aber auch Journalisten, Schrift­steller, Leh­rer, Politiker und viele andere An­gehörige der deutschen Sprach­gemein­schaft. In den Wort­meldungen wurden mit unter­schiedlicher Ge­wichtung und Heftigkeit die erwähnten Aspekte und Be­stimmungs­faktoren einer Orthografie­reform thematisiert und die jeweils für aus­schlag­gebend gehaltenen Gesichts­punkte mit mehr oder weniger großer Intensität vertreten. Die Spannbreite der Äußerungen reichte vom rationalen und abwägenden Diskurs bis zur Ver­absolutierung der eigenen Position und zu emotionalen Bekundungen, die jeder Sachkunde und rationalen Grundlage entbehrten. In Anbetracht der Heftigkeit des Wider­stands gegen die Neu­regelung in den Medien und speziell von Seiten mancher Schrift­steller wurde von den zu­ständigen Institutionen der Bundes­republik Deutschland mit Zustimmung Österreichs und der Schweiz, um den „Recht­schreib­frieden“ wieder her­zustel­len, 2004 anstelle der bisher für die Neu­regelungs­fassung zuständigen, rela­tiv kleinen und nur aus Sprach­wissen­schaftlern und Didaktikern be­stehenden Zwischen­staatlichen Kom­mission […] ein wesentlich größerer Rat für deut­sche Recht­schreibung geschaffen […]. Danach ebbte die öffentliche Aus­einander­setzung deutlich ab […] und die Neu­regelung setzte sich relativ rasch und geräusch­los im öffentlichen Sprach­gebrauch durch. Schon deshalb kann man nicht, wie es in konservativen Presse­organen immer mal wieder ge­schieht, von einem allgemeinen Katzen­jammer über die Reform oder gar von ihrem völligen Miss­lingen spre­chen. Diese Ansicht gibt es offen­sicht­lich vor allem bei den ent­schiedenen Gegnern einer Orthografie­reform. Un­ge­achtet solcher Behauptun­gen festigt sich die Neu­regelung mit jedem Jahr­gang, der die Schule verlässt, im öffentlichen Sprach­gebrauch weiter und wird dann allmählich ebenso selbst­verständlich, wie das seinerzeit mit der Neuregelung von 1901 der Fall war.
: Auf dem Weg zum Rat für deutsche Rechtschreibung: Geschichte und Geschichten. Sprachreport (), , 38. jg., nr. 1, s. 16 bis 25 (5950 wörter)
Der öffentliche Streit tobte, vor allem in Deutschland, viel weniger in Österreich oder in der Schweiz. Die ‚Frankfurter All­gemeine Zeitung‘, die intern diskutier­te, was zu dieser Zeit noch ‚konservativ sein‘ bedeute, beschloss und verkündete, zur alten Recht­schreibung zurück­zukeh­ren […]. Die Kultus­minister­konferenz wollte am Be­schlossenen festhalten, doch auch sie geriet immer mehr in die Defensive. In dieser Situation wurde im Jahre 2004 der ‚Rat für deutsche Recht­schreibung‘ ein­gerichtet, der die Zwi­schen­staatliche Kommission ab­löste und nicht mehr nur aus Sprach­wissenschaftlern bestand. […] Man kann heute rück­blickend sagen, dass zahl­reiche Mitglieder des Rats sich über ihre Rolle nicht im Klaren waren.
: Der Rat für deutsche Rechtschreibung im Spiegel von Sprach-, Norm- und Schreibwandel. Sprachreport (), , 38. jg., nr. 1, s. 26 bis 37 (5325 wörter)
Die Einrichtung des Rats für deutsche Recht­schreibung im Dezember 2004 be­zeichnet einen Aufbruch und Neubeginn in mehr­facher Hinsicht. Nicht nur er­folgte ein Paradigmen­wechsel in der Perspek­tive auf die deutsche Recht­schreibung und ihre Normierung, auch die institutio­nelle Ver­antwortung für die amt­lichen Regeln und die ent­sprechend zu kodifizie­renden Schreibungen wurde einem 40-köpfigen Gremium von Ver­trete­rinnen und Vertretern aus den Län­dern und Regionen des gesamten deut­schen Sprach­raums über­tragen, welche „die wichtigsten wissen­schaftlich und praktisch an der Sprach­entwicklung beteiligten Gruppen re­präsentieren“ (Rat für deutsche Recht­schreibung 2015) sollten.

2022-02-25

: Niedersachsens Schüler dürfen bei Abiturprüfungen gendern. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 47, s. 7, Politik (446 wörter)
Nach den traumatischen Erfahrungen mit der Rechtschreib­reform hat die Kul­tus­minister­konferenz (KMK) den Rat für deutsche Rechtschreibung etabliert, um die Einheitlich­keit der Ortho­graphie für Verwaltung und Schule im deutsch­sprachigen Raum zu sichern. Doch die Autorität des Rates, der sich im vergangenen Frühjahr aus­drücklich ge­gen gegenderte Schreib­weisen mit Doppel­punkten, Sternchen (Asterisk) et cetera ent­schieden hatte, scheint zu schwinden.

2022-02-22

: Aufgrund des Sprachgefühls, kommt hier ein Komma hin: Das Vorfeldkomma. (Ein Blog über Sprache), , Graphematik
Die Komma­setzung im Deutschen hat den Ruf, kompli­ziert und voller Aus­nahmen zu sein. Viele sagen des­halb von sich, dass sie Kommas „nach Gefühl“ setzen. Wir schauen uns heute an, was passiert, wenn viele Menschen das gleiche Gefühl bei der Komma­setzung haben und dadurch ein neuer Typ der Komma­setzung entsteht: das Vorfeld­komma.

2022-02-05

: Was verraten all die Zeichen über China? Neue Zürcher Zeitung, , 243. jg., nr. 30, s. 48 bis 48, Wochenende, Kultur (2594 wörter)
Bei aller Idealisierung, welche dieses Zei­chen­system erfahren hat, von Gottfried Wilhelm Leibniz bis Ezra Pound, haben Linguisten gezeigt, dass diese logo­grafische Schrift in mehr­facher Hinsicht für die Ver­schriftung einer Sprache un­zureichend und einer Alphabet­schrift unter­legen ist. Daher auch haben Chinas Reformer in der ersten Hälfte des letzten Jahr­hunderts die Einführung einer Latein­schrift gefordert. […] Noch 1936 betonte Mao Zedong gegenüber seinem Biografen Edgar Snow: «Wir glauben, dass wir früher oder später ohnehin das chinesische Schrift­zeichen­system aufge­ben müssen, wenn wir eine neue Kultur schaffen wollen, an der die Massen voll und ganz teilhaben.» Warum hatte dann trotz so vielen Be­fürwortern das Vor­haben doch keinen Erfolg?

2022-01-18

: Deutschstunde: Als ein Komma eine Person verschwinden ließ. Hamburger Abendblatt, , s. 2, Meinung, Kolumne (650 wörter)
Ich kann in einer Folge der „Deutsch­stunde“ unmöglich alle Bei­spiele zur Zeichen­setzung aufführen. Deshalb be­ginnen wir mit einer guten Nachricht für die Älteren: Auch nach der Recht­schreib­reform können Sie 99 Prozent der früheren Interpunktions­regeln weiter­hin anwenden.

2022-01-17

: Die ewige Angst vor dem Sprachverfall. Neue Zürcher Zeitung (), , 243. jg., nr. 13, s. 6, International (1622 wörter)
Die erste Pisa-Studie von 2000 war für die deutsch­sprachigen Länder ein Weck­ruf – doch das Sprach­defizit ist seither noch grösser geworden. […] Wenn in Deutschland von der deutschen Sprache die Rede ist, wittern Untergangs­prophe­ten regel­mässig den allgemeinen Kultur­verfall. Die schriftlichen Fertig­keiten der Jugend sind seit je Gegenstand grösster Sorgen um die Bildung des Landes, und seit es Social Media gibt, gesellt sich zur Diagnose einer drastisch gesunkenen All­gemein­bildung sowie nach­lassender Lese-, Schreib- und Rechen­kompe­tenzen das Phänomen von Auf­merksam­keits- und Konzentrations­störungen.
: Wie die Rechtschreibreform für erhitzte Gemüter sorgte. , , Kreis Main-Spessart
Im Besitz des Lohrer Schul­museums sind drei Rechtschreib­tafeln aus den 1970er-Jahren. Seit der Recht­schreib­reform haben sich die Regeln grund­legend geändert.

«Grund­legend» ist stark übertrieben.

2022-01-14

: Der „Mohrenkopf“ ist nur der Anfang: Wie die Regierung unsere Sprache und unser Denken „dekolonisieren“ will. , , Deutschland
Die neue Bundes­regierung hat sich die „Auf­arbeitung der deutschen Kolonial­geschichte“ als Ziel in ihren Koalitions­vertrag geschrieben. […] Als De­koloni­sierungs-Institut läuft sich aber auch das staatlich finanzierte Institut für Deut­sche Sprache (IDS) warm. Es emp­fiehlt sich der Regierung bereits dadurch, dass es seiner­zeit den Kultus­ministern dabei half, die Rechtschreib­reform gegen den Willen der meisten Bürger durch­zusetzen.

2022-01-04

: Wie Corona zum Booster für Denglisch wurde. (WELTplus), , Kultur (1300 wörter)
Nur eines wird hoffentlich unter­bleiben: ein Sprach­diktat durch Behörden oder Gesetze. Das benötigt und das wünscht unsere Sprach­gemeinschaft nicht. Die Politiker seien hier an die miss­ratene Rechtschreib­reform erinnert.

Diese «erinnerung» fehlt in der gedruckten ausgabe.