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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Andreotti, Mario

: Brauchen wir Ärztinnen und Ärzte? St. Galler Tagblatt (), , s. 2, Meinung, Ansichten
Noch problematischer dürfte der Vorschlag sein, männliche und weibliche Form etwa von Personen­bezeichnungen im Wort­innern durch das grosse I (Ver­käuferInnen), durch die Klammerung (Verkäufer(innen) oder durch den Schräg­strich (Verkäufer/innen) kenntlich zu machen. Der Nachteil liegt auch da auf der Hand: Rein ortho­grafische Neutrali­sierungen lassen sich zwar schreiben, aber nicht sprechen.
: Rechtschreibreform – eine ernüchternde Bilanz. St. Galler Tagblatt (), , s. 2, Thema
Zehn Jahre nach der Einführung der neuen Rechtschreibung ist die Bilanz dieses obrigkeitlichen Gewalt­aktes an der Sprache ernüchternd. Die mehrere Milliarden teure Rechtschreib­reform, von der sich Bildungs­politiker und Lehrer eine Vereinfachung der deutschen Ortho­graphie erhofften, hat in Wirklich­keit nichts vereinfacht.

stellungnahme

: «Hauptsache, man versteht uns.» St. Galler Tagblatt (), , s. 2, Podium
Nimmt man die heftigen Debatten über die Rechtschreib­reform vor gut 20 Jahren beim Wort, dann sind die Deutsch­sprechenden lauter Sprach­liebhaber, denen nichts fremder ist als sprachliche Experimente, zumindest was die Mysterien der Ortho­graphie betrifft. Hält man sich indessen an den Umgang mit der Sprache, wie er im Alltag […] geübt wird, so ist die deutsche Sprache ihren Benützern so gleich­gültig wie nur weniges sonst, fortwährend verhunzt, ohne dass das noch besonders auffiele oder irgend­welche Folgen hätte.
: Zur Geschichte der deutschen Rechtschreibung: von den Schreibvarianten zur Schreibregelung. Teil 2: Blick auf die Geschichte der deutschen Rechtschreibung. Sprachspiegel, , 61. jg., nr. 3, s. 68 bis 78 (3731 wörter)
[…] die 1901 erreichte Einheit der deutschen Rechtschreibung muss im ganzen deutschen Sprachraum gewahrt bleiben. […] Bis heute fehlt allerdings der Tatbeweis, dass die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung für die Schreibenden wirklich eine Erleichterung bedeutet. […] Die Reform muss weitergehen: früher oder später wird man unter anderem über jene beiden Probleme der Syntax, die unsere deutsche Sprache so schwierig machen, wieder diskutieren müssen: über die Grossschreibung der Nomen und über die äusserst komplexe, weil vorwiegend grammatischsyntaktisch begründete Kommaregelung, die kein Deutschsprachiger ganz beherrscht, selbst die Germanisten nicht.
: Zur Geschichte der deutschen Rechtschreibung: von den Schreibvarianten zur Schreibregelung (1. Teil). Sprachspiegel, , 61. jg., nr. 2, s. 34 bis 41 (2867 wörter)
Geht man von unserem Schichtenmodell der Sprache aus, so ist die Rechtschreibung zweifellos auf der untersten Ebene anzusiedeln. Das bedeutet ein Zweifaches: Zum einen stellt die Rechtschreibung eine Art vorgrammatische Disziplin dar, eine Disziplin also, die nicht zum Bereich des grammatischen Systems der Sprache gehört […]. Und zum andern leistet die Rechtschreibung im Hinblick auf die kommunikative Leistung der Sprache wenig bis nichts. […] wird die menschliche Kommunikation ganz wesentlich vom inner- und aussersprachlichen Kontext, in dem ein Wort steht, gesteuert. […] Die kommunikative Leistung der Rechtschreibung ist derart klein, dass wir sie fast vernachlässigen können. […] Ganz anders sieht es nun in Bezug auf die gesellschaftliche Wertung der Rechtschreibung aus. […] Ich kenne keine Sprache, in der die Orthografie einen derart hohen gesellschaftlichen Stellenwert hat wie im Deutschen. Im Italienischen — das versichere ich Ihnen — jedenfalls nicht!

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