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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Birken-Bertsch, Hanno

: Mehr als eine Frage der Pietät. "Bedeutungsblindheit" oder: Wittgenstein und Grillparzer über Rechtschreibreformen. Die Presse, , Spectrum, Zeichen der Zeit
"Denke an das Unbehagen, das wir empfinden, wenn die Recht­schreibung eines Wortes geändert wird", heißt es mahnend in einem Text von Ludwig Wittgen­stein. […] aber auch die "noch tieferen Gefühle, die Fragen der Schreibung von Wörtern in manchen Menschen aufgeregt haben", verstand er als Beleg dafür, daß wir ein über praktische Belange hinaus­gehendes Ver­hältnis zu Schrift und Recht­schreibung haben können. […] "Die Buch­staben alle ungefähr von der gleichen Größe, immer wieder­kehrend; die Wörter, die sich zum großen Teil ständig wieder­holen und uns unendlich wohl­vertraut sind, ganz wie wohl­vertraute Gesichter." Jede Änderung der Schreibung greift in dieses Bild ein und stört die Bewegung des Lesens.

Wie «wohl­vertraut» die «Gesichter» in wahrheit sind, zeigen die lese- und schreibkompetenzen. Unsere tieferen gefühle sagen uns, dass es unter den vielen gesichtern auch hässliche, unbehagen auslösende gibt. Jedenfalls sind «tiefere gefühle» etwas hoch gegriffen, wenn es nur um die erhaltung des status quo geht.

: Sprachführer. Über der Sonderweg der deutschen Rechtschreibreformer. junge Welt, , Feuilleton
Politisch bedenklich an der jüngsten Rechtschreib­reform ist daher nicht allein der Versuch der beteiligten Staaten, sich eine »Hausorthografie« zu schaffen, unbeeindruckt davon, was deren Bürger oder auch nur die Büchner- und Literatur­nobelpreis­träger davon halten. Nicht übersehen werden sollte zudem ihr lange verdrängter theoretischer Anachronismus, der sich bei näherer Betrachtung als Fortsetzung eines in den dreißiger Jahren eingeschlagenen Sonderwegs erweist.

Staat = Haus? — Und was ergäbe eine nähere betrachtung von Leiss, Pöppel und Paulesu aus den neunziger und nuller jahren?

: "Denke an das Unbehagen!" Wittgenstein über Rechtschreibreformen. Uni-Journal Jena, , nr. 12, s. 17
Das "Unbehagen" an der veränderten Schreibung eines Wortes, aber auch die "noch tieferen Gefühle, die Fragen der Schreibung von Wörtern in manchen Menschen aufgeregt haben", verstand er als Beleg dafür, daß wir ein über praktische Belange hinausgehendes Verhältnis zu Schrift und Rechtschreibung haben können.

Wie ist das mit der geisteshaltung, die uns der verfasser so schön vor augen geführt hat? Hat man da nicht auch schon anderen menschen die fähigkeit zu "tieferen gefühlen" abgesprochen?

: An den Erfolg von anno 54 anknüpfen (I). Süddeutsche Zeitung, , s. 10, Briefe an die SZ (108 wörter)
Der dritte Streich sollte nun der Wiederabdruck jenes Artikels sein, mit dem Wilhelm E. Süskind in der SZ vom 22. Mai 1954 eines der ersten Reform­ansinnen nach dem Kriege mit verhindert hat: "Die Hofräte sind für ,di libe‘". Diesen Erfolg sollte sich die SZ auf die Fahnen schreiben.

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