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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Ebel, Martin

: Überzeugen, nicht dektretieren. Der Bund, , s. 33, Hintergrund
Sprache verändert sich. […] Erweisen wir uns als Kenner und Anwender von Regeln, Registern, Stilebenen, aber auch der kreativen Möglich­keiten, die Sprache bietet. Das geschieht meistens unwill­kürlich. Aber immer wieder kommt Sprache auch zum Bewusst­sein, wird gar zum Streit­fall. So hat etwa die Rechtschreib­reform über Jahre Emotionen geweckt, die in keinem Ver­hältnis zur Sache, also den vergleichs­weise geringen Ver­änderungen standen; aber ob man ein gewisses Alpen­tier mit e oder ä schreibt, rührte offenbar bei vielen an Existen­zielles.
: Sprachkritik in Zeiten des Egalismus. Tages-Anzeiger, , s. 33, Kultur & Gesellschaft (1419 wörter)
Sprachkritik wertet also. Das unterscheidet sie von der Sprach­wissenschaft, die lediglich beobachtet. «Fehler und Fehl­entwicklungen gibt es in der Sprache nicht», schreibt der Sprach­wissenschaftler Peter von Polenz. Am so­genannten Deppen-Apostroph («Otto's Café») würde einen Linguisten nur in­teressieren, wo und wie oft er auftaucht. Der Sprach­kritiker dagegen wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass das Genitiv-s im Deutschen, anders als im Englischen, keinen Apostroph bekommt, also richtig: «Ottos Café».
: Wider den «Deppen-Apostroph» und anderen sprachlichen Unsinn. , , Kultur
Die Sprache ist voller Fall­stricke, voller Zweifels- und Ermessens­fragen. Auch Zeitungs­redaktoren […] greifen immer wieder zum Duden (und haben das, dies nebenbei, vor der Rechtschreib­reform nicht weniger getan).
neu : «Tagebuch» hat sich durchgesetzt, «Tageleuchter» aber nicht. Tages-Anzeiger, , s. 29, Kultur & Gesellschaft
Der Germanist Karl-Heinz Göttert legt eine Geschichte der deutschen Sprache vor: voller Anregungen, leicht lesbar, politisch weitherzig, aber nicht ohne Fehler. […] Die einzigen un­sachlichen Ausfälle in seinem ansonsten angenehm entspannt geschriebenen Sachbuch treffen dann auch die Rechtschreib­reform: Eben weil sie ein normierender Eingriff von oben war […].
: Lasst die Kinder mit dem Tolpatsch in Ruhe! Tages-Anzeiger, , 117. jg., nr. 167, s. 7, Meinung (667 wörter)
Die Rechtschreib­reform ist gross gestartet und in kläglichem Gezerre um Einzel­fälle, Aus­nahmen und Varianten versandet. Auch wenn sie im Grossen und Ganzen einen Fort­schritt darstellt: Jeder, der sich ein bisschen mit der Sprache be­schäftigt, kann sein Lieblings­beispiel für mangelnde Logik finden. Er müsste aber auch zugeben: Logik und Sprache berühren sich nur am Rande; und wie logisch war eigentlich die Orthografie vor der Reform? […] Der neue Duden, jetzt in seiner 25. Auflage erschienen, hebt die neuen Schreibungen farblich gar nicht mehr hervor: Sie sind jetzt sprachlicher Alltag. Wer das ändern will, muss starke Argumente haben. Die Reform-(und Reform­reform-)Gegner haben das nicht.
: Die Braut wird zum Verzehr präpariert wie ein Backhähnchen. Tages-Anzeiger, , s. 53, Kultur
Der deutsche Syrer Rafik Schami führt in seinem neuen Roman ins Damaskus der Fünfziger­jahre. […] Es ist noch nicht lange her, da bewegte bei uns die Rechtschreib­reform die Gemüter. Was Fritzchen einmal gelernt hatte, wollte Fritz für immer so schreiben, und viele Fritze fanden sich, unter Germanisten, Schrift­stellern und Politikern. In der arabischen Welt ist eine Schreibreform noch viel schwieriger, weil jede Veränderung den Kern der Religion berührt. Der Koran […] ist auf Arabisch geschrieben, und das bedeutet für die Sprache: Rührsienichtan! (Allerdings vergessen die orthodoxen Urschrift­verteidiger gern, dass schon im 7. und 8. Jahr­hundert verschiedene Ver­änderungen eingeführt wurden, um Vokale zu kennzeichnen und Konsonanten voneinander zu unterscheiden.) Ein Schrift­reformer neuerer Zeit steht im Mittelpunkt des neuen Romans von Rafik Schami, der in seiner Heimatstadt Damaskus in den Fünfziger­jahren spielt. […] Meister aller Meister ist Hamid Farsi. Ihm genügt es allerdings nicht, dass sein Geschäft blüht […]. Er will mehr: eine Reform der arabischen Schrift, die überflüssige Buchstaben tilgt und neue (etwa zur Wiedergabe aus­ländischer Laute) einführt. […] Am Ende sehen wir Hamid im Gefängnis - ganz wie sein grosses Vorbild Ibn Muqla, ein Schrift­reformer aus dem 10. Jahrhundert […]. Schami hat ihm seinen Roman gewidmet.
: Fehler wird es weniger geben. Zur Kompromissversion der Rechtschreibreform. Tages-Anzeiger, , 114. jg., nr. 167, s. 9, Analyse (977 wörter)
Die grossen Blöcke der Reform bleiben unangetastet; sie sind bereits ins Sprach­bewusstsein von Millionen eingedrungen - Jüngere wissen gar nicht mehr, dass es einmal anders war - und haben keinerlei Protest­potenzial mehr. […] Fehler wird es künftig weniger geben, so viel darf prognostiziert werden. Nicht nur sind die neuen Regeln insgesamt logischer und leichter zu lernen als die alten, mit der Reform weht auch ein Wind der Toleranz durch die deutsche Orthografie. In sehr vielen um­strittenen Gebieten - und nicht nur in diesen - gibt es nämlich Varianten, das heisst mehrere Möglichkeiten, richtig zu schreiben.
: Was bedeutet das «es» in «es reicht»? Tages-Anzeiger, , s. 59, Kultur (855 wörter)
Andreas Thalmayr alias Hans Magnus Enzens­berger bietet sieben Rundgänge durch den Zauber­garten der Sprache an. Ganz ohne Polemik geht es dabei nicht ab. […] wenn er die Rechtschreib­reform attackiert, zittern ganze Kultus­ministerien (wenigstens ein bisschen). […] Die Duden-Redaktion in Mannheim bezeichnet er als «Kommission zur Betonierung der deutschen Sprache». Die Kultusminister­konferenz ist für ihn ein Haufen von Legasthenikern, denen er unterstellt, dereinst nicht einmal vor der Abschaffung des Genitivs zurück­zuschrecken. Das ist in der Heftigkeit, mit der ein Feindbild zum Popanz aufgeblasen wird, schon komisch.
: Deutsches Sommertheater. Soll die Rechtschreibreform wieder zurückgenommen werden? Tages-Anzeiger, , s. 7, Analyse (854 wörter)
Die Reform allerdings, die 1998 […] eingeführt wurde, hat viele Schwächen — was auch daran liegt, dass in einem schmerzhaften Abstimmungs­prozess ein Kompromiss nach dem anderen gemacht wurde. Dieser Prozess setzte sich nach 1998 fort; in der Praxis zeigten sich Ungereimtheiten und Widersprüche […]. Im vergangenen Jahr beschloss die deutsche Kultusminister­konferenz eine Reihe von Modifizierungen und erlaubte Schreibweisen, die sie zuvor abgeschafft hatte. Diese Modifizierungen bewegten sich (wie überhaupt die ganze Reform) im minimalen — für Mathematiker: im infinitesimalen — Bereich. […] Weil so wenig verändert wurde, konnte sie die Reform­willigen nicht überzeugen, die Kon­servativen aber empören. […] Drittens haben die Reformer nie die Meinungs­führerschaft erlangen können — was übrigens für alle in Deutschland gegenwärtig diskutierten Veränderungen gilt.
: Geküsst wird noch immer. Tages-Anzeiger, , s. 45, Kultur (428 wörter)
Jene Rechtschreibreform, die vor fünf Jahren in Kraft trat, ging behutsam vor, mit der Nagel-, nicht mit der Hecken­schere, nach jahre-, nein jahrzehnte­langem Streit war sie zum Reförmchen verkümmert. Dennoch taten etliche selbst ernannte Sprach­schützer so, als ginge mit ein paar verordneten Gross- oder Auseinander­schreibungen die Welt unter, das Abendland oder wenigstens die deutsche Kultur. […] Die Schweizer, die ihre eigenen Probleme mit gesprochenem und geschriebenem Deutsch haben, sahen die Sache von Anfang an viel gelassener.
: Thomas Manns rhythmische Bedürfnisse. Die Welt, , Feuilleton
Von heiligem Zorn erfüllt, nannte Meier die Kultus­minister wieder einmal stur, unzugänglich und feige; einige hätten ihm signalisiert, auf seiner Seite zu stehen, dürften dies aber nicht öffentlich zugeben. Dass die Reform — weitgehend an- oder wenigstens hin­genommen — mit Sicherheit scheitern wird, wie Meier proklamiert: Wer will das ernsthaft glauben (oder gar wünschen)?
: Vom Wachsen der Elefanten. Die 100 grössten Verlage. Basler Zeitung, , nr. 81, s. 41, Feuilleton
Die Gruppe Bibliographisches Institut/Brockhaus, zu der auch der Duden-Verlag gehört, verzeichnete ein Umsatzplus von 18 Prozent (auf 146 Mio.), was sie immer noch der Rechtschreib­reform verdankt.
: Rechtschreibreform: Mit höchstrichterlicher Hilfe am Ziel. Basler Zeitung,
Sie darf nun in deutschen Schulen gelehrt werden, die umstrittene Schreibreform. Das hat das Bundesverfassungs­gericht in Karlsruhe entschieden. […] In der Schweiz hat die Konferenz der kantonalen Erziehungs­direktoren den deutschen Richterspruch «mit Dankbarkeit» zur Kenntnis genommen. […] Einheitliche Schreibung müsse zwar sein — aber dies bedeute «nicht notwendig Übereinstimmung in allen Einzel­heiten». Die Reform als quantité négligeable? Das ist nach dem erbitterten Streit dann doch eine Überraschung.
: Kindsmissbrauch? Verfassungsgericht & Rechtschreibreform. Basler Zeitung, , s. 45, Feuilleton
Man kann mit guten Gründen der Meinung sein, es sei grober Unfug, das höchste deutsche Gericht überhaupt mit der Frage zu befassen, ob sit­zenbleiben künftig immer auseinander geschrieben werden und bei den Kommaregeln etwas freier verfahren werden dürfe. […] Ein Rechtschreib­test bei erwachsenen Deutschen kam zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte nur die Noten «mangel­haft» oder «ungenügend» verdienten. […] Ein unüber­sichtlich gewordenes Regelwerk vorsichtig zu beschneiden mag auch aus verfassungs­rechtlicher Sicht nicht ganz un­gerechtfertigt sein. Und der Rechtsberater der Bundes­regierung präsentierte den Richtern gar noch einen Grundrechts­paragraphen, auf den sich der staatliche Eingriff berufen darf. Es ist Artikel 7,1: «Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates

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