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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Goldstein, Daniel

: Wo man bei Vorständen nur Bahnhof versteht. Der Bund (), , s. 10, Meinungen, Sprachlupe
Ein deutscher Redakteur, der in der Schweiz als Redaktor einer Kirchen­zeitung arbeitet, fragte mich, ob er das Eszett (ß) verwenden solle. Nein, ant­wortete ich ihm, gemäss dem englischen Sprich­wort, wonach man sich in Rom wie die Römer verhalten solle.
: Trolls, die gern in Chors singen. Der Bund (), , s. 10, Meinungen, Sprachlupe
Den Babys und den Ladys hängen wir seit der Rechtschreib­reform einfach -s an, obwohl der engli­sche Plural «-ies» ge­schrieben wird.

Seit der rechtschreib­reform? stichwort baby.

: «LeihBar» gibt’s nur dank «Bar»-Ausleihe. Der Bund, , Sprachlupe
«Mit gebären sind u. a. verwandt Geburt, Gebärde, gebaren, Gebühr, ge­bühren, Bahre, entbehren (eigent­lich ‹nicht tragen›) und das Suffix bar, z. B. fruchtbar, eigentlich ‹Frucht tragend, bringend›.» Neben­bei sieht man hier auch, dass das Deh­nungs-h nicht eben kon­sequent in die Recht­schreibung gelangt ist.
: Typografische Tricks bedrohen die Sprache. Der Bund (), , s. 8, Meinungen, Sprachlupe
Französischen Amts­stellen hat der Premier­minister kurz nach dem Alarmruf der Akademie Formen wie «tou·te·s» für «alle» verboten. Der hier ver­wendete Mediopunkt (·) ist im Deutschen ein Kenn­zeichen der Leichten Sprache […]; als Mittel zum Gendern ist er mir erst selten begegnet. Gender­bewusste Schrei­berInnen, Korrektor_innen oder Leser*innen bevorzugen die soeben gezeigten Schreibweisen. […] Die korrekte Aus­sprache der Zeichen wäre erst noch zu erfinden. Auch in Öster­reich hat […] eine Amtsstelle solche Schreib­weisen abgelehnt: Die Volks­anwaltschaft, eine Art Ombuds­stelle, hat einer Be­anstandung recht gegeben. Es ging um «die Verwendung des Binnen-I und ähnlicher Formen als Beurteilungs­kriterium an Schulen und Pädagogi­schen Hochschulen, weil sie in den Rechtschreibe­regeln nicht vorgesehen sind.
: Die liebe Mühe mit dem Lieblingskomma. Der Bund (), , Meinungen, Sprachlupe
Mein Lieblings­komma dagegen steht dort, wo nach einem Ein­schub der gleiche Hauptsatz weiter­geht. […] Vorher und nach­her muss ein Komma stehen. Daran hat die Reform der Recht­schreibung nichts geändert.

Siehe fundsachen.

: Homo dudens nervt Homo ludens. , , Leben
Gedankenlos übernommene Anglizismen, geschwollenes Fachchinesisch, Modeflausen, orthografische Beliebigkeit und krasser Widersinn gehören gewiss bekämpft. Aber nicht nur solche Erscheinungen gehen an die Nerven, sondern eben auch das Besserwissertum und die Rechthaberei, mit denen manche Reklamationen vorgebracht werden. Oft ist auch das Bedürfnis zu beobachten, stets nur eine einzige Lesart gelten zu lassen, sei es aus Überheblichkeit oder auch aus Unsicherheit. Letztere hat durch die Reform der Rechtschreibung und dann deren Revision verständlicherweise noch zugenommen.
: Zu keiner Zeit richtig. Sprachnachrichten (), , nr. 62, s. 22, Leserbriefe
Als „Nase rümp­fend“ beschreiben sie auf Seite 1 die Kritiker von Eindeutschungen. Eisenberg selber unterschieben sie die Schreibweise „seiner Zeit“ - bei­des war zu keiner Zeit richtig. Und beides sind schöne Beispiele für jene vermeintlichen Neuschreibun­gen, die viel zum schlechten Ruf der Reform beigetragen haben.
: Wenn Wissenschafter Sprachpfleger rügen. Der Bund (sprachlust.ch), , s. 10, Meinungen, Sprachlupe
Mit der letzten Reform der Rechtschreibung hat die Zahl der Fälle zugenommen, in denen mehrere Schreibweisen zulässig sind; die Verunsicherung dürfte Sick weiteren Zulauf beschert haben. In der Sprachwissenschaft indessen hat heute die Erforschung des tatsächlichen Sprachgebrauchs den Vorrang vor der Normensetzung; manche Linguisten lehnen Vorschriften rundweg ab.
: Langer Abschied von «Gottfried Kellerstraße». Zürichs Rückzugsgefecht gegen Duden und Sprachverein. Sprachspiegel, , 68. jg., nr. 6, s. 173 bis 177, Schwerpunkt
Für die Strassennamen gab 2005 das Bundesamt für Landestopografie Empfehlungen heraus, die ebenfalls die durchgängige Verwendung des Bindestrichs bei mehrteiligen Personen­namen enthalten. Dieser Stand der Dinge ist (auf Veranlassung des «Sprach­spiegels») im Internet-Lexikon Wikipedia festgehalten, wo es bis im Mai 2012 ohne Quellen­angabe hiess, das «Leer­zeichen in Komposita» sei bei Strassen­namen «in der Schweiz Standard». Noch zeigt das elektronische Telefonbuch «Gottfried-Keller-Strasse» erst in vier Städten, aber ebenso oft «Gottfried-Kellerstrasse», gar an fünf Orten «Gottfried Keller-Strasse» und dreimal «Gottfried Kellerstrasse». Es lebe der Föderalismus!
: Drum prüfe, wer zu wenig bindet. Der Bund, , 163. jg., nr. 197, s. 12, Meinungen, Sprachlupe
Jedenfalls vermute ich, dass die Vorherrschaft des Englischen als globalisierte Geschäfts- und Werbesprache aufs Deutsche abfärbt, wenn wir etwa von der «Jungfrau Region», vom «Bratensauce Töpfli» oder vom Film «Missen Massaker» lesen. Werden die Regeln der deutschen Sprache angewendet, so muss da überall ein Bindestrich stehen. […] Das Weglassen des Bindestrichs ist inzwischen so verbreitet, dass es einen eigenen «Fachausdruck» erhalten hat: Deppenleerschlag (oder Deppen-Leerschlag). […] Oft lauert der unbeabsichtigte Humor: Kennen Sie die Jungfrau namens Region?
: Robert Walser-Zentrum, Robert-Walser-Strasse. Der Bund (sprachlust.ch), (526 wörter)
Wer nun meint, es brauche doch zwei Bindestriche, um den ganzen Namen zusammenzuketten […], der hat recht – aber nur in Bezug auf die Strasse, nicht in Bezug aufs Zentrum. Denn dieses trägt einen Eigen­namen, und den darf es setzen, wie es will. […] Ist aber eine Institution, zumal eine kulturelle, gut beraten, bei ihrem Namen von den Sprach­regeln abzuweichen?
: Sprachlupe: Am Anfang war das richtige Wort. Der Bund, , s. 29, Bern
[…] wenden uns anderen Wörtern zu, die meistens überflüssig sind. Eines davon ist «sogenannt». Während der (glücklich über­wundenen) strengen Phase der Rechtschreibe­reform musste man «sogenannt» schreiben – und das hatte wenigstens den Vorteil, dass man die Banalität des Wortes gleich erkannte: Aha, da wird etwas sogenannt, weil es nämlich so heisst, vielleicht in einer Fachsprache, auf die man schonend hin­gewiesen wird.

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