willkommen
kontakt
impressum
suchen

Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

presseartikel → autoren
2020-4-13
ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

neue personensuche

Heine, Matthias

: Erst jetzt sind die Brüder Grimm wirklich beerdigt. , , Kultur
Es wird kein Grimm’sches Wörterbuch fürs 21. Jahrhundert geben. Nun soll ein Zentrum für digitale Lexiko­graphie den deutschen Wortschatz beschreiben. […] Begraben wurde die Idee, irgendwas von Glanz und Größenwahn, Romantik und Traum der Germanistik des 19. Jahr­hunderts ließe sich ins neue Jahr­tausend retten. Erloschen scheint das letzte Fünkchen Hoffnung auf eine, wenn auch kosten­günstig verzwergte und optimierte Fort­setzung des „Deutschen Wörter­buchs“ der Brüder Grimm. […] Seitdem gab es immer Gerüchte, Versprechen und wohl auch ernsthaftes Bemühen, einen „Grimm 21“ zu schaffen. […] Denn niemand glaubt, dass es zwischen dem jahrhunderte­langen Weiter­arbeiten im alten Stil und Tempo – das jetzt der Chef­wortforscher der Berliner Akademie, Wolfgang Klein, wieder beschwor – und dem totalen Grimm-Exit keinen Mittel­weg gegeben hätte.
neu : Warum die Gendersternchen-Debatte so deprimierend ist. , , Kultur, Meinung
Der Rat für deutsche Recht­schreibung war immerhin ehrlich genug, seine Rat­losigkeit zu­zugeben. Er hat am Freitag in Wien nicht über Regeln für geschlechter­gerechte Sprache ent­schieden, wie es die Berliner Landes­stelle für Gleich­behandlung erbeten hatte.
: Sieg über die „Ottographie“. Die Welt (), , nr. 190, s. 22, Feuilleton (1039 wörter)
Beim Kampf um die Recht­schreibung hatte Konrad Duden einen scheinbar unbesiegbaren Gegner: Otto von Bismarck. […] Er hatte Deutschland geeinigt. Aber die Recht­schreibung wollte er nicht ver­einheitlichen. Wenn es nach Otto von Bismarck gegangen wäre, hätte im 1871 ge­gründeten Reich jeder weiter schreiben können, wie er wollte – und die Österreicher und Schweizer sowieso.
: „Neuregelung hat zu 50 Prozent mehr Rechtschreibfehlern geführt.“ , , Kultur, Literatur
Niemand weiß mehr über das Deutsche als der Linguist Peter Eisenberg. Ein Gespräch über ge­prügelte Angli­zismen, das V in Vater, die Daseins­berechtigung des Eszetts und seinen Austritt aus dem Rat für deutsche Recht­schreibung.
: Warum gibt es das ß, Herr Professor? Die Welt, , s. 29, Die literarische Welt (1852 wörter)
Seit er 1986 seinen „Grundriss der deutschen Grammatik“ ver­öffentlichte, gilt Eisenberg als die größte Koryphäe für Bau und Funktions­weise des Deutschen. Nun hat er ein schmales Buch mit dem Titel „Deutsche Ortho­grafie: Regel­werk und Kommentar“ geschrieben, mit dem er versucht, die immer noch offenen Wunden der Rechtschreib­reform zu heilen.

Stellungnahme: Es muss nicht sein, wie es ist.

: Icke tindert. , , Literatur
In diesem Sommer erscheint ein neuer Duden. […] Anders als Deutsch­lands andere Wörterbuch­institution, der Grimm, und anders als die längst ein­gestellte Konkurrenz, der Wahrig, der 2009 das letzte Mal erschien, wird der Duden fort­gesetzt. Im Herbst­programm kündigt der Verlag die 27. Auflage an.
: Enträtselt: Die Geheimnisse der deutschen Großbuchstaben. , , Kultur, Literatur
Was ist deutsch? Große Buchstaben am Wortanfang. Ein Forscher erklärt, wie es zu dieser Einzigartigkeit unserer Schrift kam. Er weiß auch, warum Groß­buchstaben neuerdings sogar mitten im Wort stehen. […] Hans-Georg Müller, so heißt der gelehrte Majuskel-Versteher, erklärt einen Teil der Schwierigkeiten damit, dass es über die rein ortho­grafischen Regeln hinaus „Wirkungs­absichten des Zeichen­produzenten“ seien, die dazu führten, dass er sich für Groß­buchstaben ent­scheidet. Das System der Groß- und Klein­schreibung sei der einzige Teil­bereich der deutschen Orthografie, „bei dem im Alltags­gebrauch typografische Wirkungs­absichten in nennens­werter Häufigkeit ortho­grafische Regeln außer Kraft setzen“.
: Wird der Buchstabe V etwa abgeschafft? , , Kultur
Jetzt ist sogar die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ der Frage nach­gegangen, ob das V in der deutschen Sprache überhaupt seine Berechtigung habe. Anlass war die Frage eines beratungs­bedürftigen Sprechers, ob man das V nicht streng genommen in allen deutschen Wörtern problemlos durch ein F oder ein W ersetzen könne. Die Antwort der Sprach­gesellschaft lautete ein­deutig: Ja. „Der Buch­stabe V lässt sich lautlich nicht von entweder F oder W unterscheiden.“ […] Eine völlige Ab­schaffung des V hält die Gesellschaft für deutsche Sprache aber weder für wahr­scheinlich noch für wünschens­wert, denn dann könnte man ja beispiels­weise nicht mehr zwischen viel und fiel unter­scheiden […].

Man kann auch nicht mehr zwischen sein und sein unterscheiden.

: Rechtschreibung – Martin Luther setzen, sechs! , , Kultur
Mit der Ortho­grafie haperte es beim Reformator aber zunächst. Die musste er erst lernen. […] In Überein­stimmung mit den Druckereien bemühte sich der Reformator selbst zunehmend um die Verein­heitlichung seiner Recht­schreibung: Konsonanten­häufungen wie bei zeytt, die typisch für den früh­neuhochdeutschen Wild­wuchs waren, wurden seltener. Er schrieb kaum noch tzehen oder czehen, sondern fast nur noch zehen. […] Mit seiner Groß- und Klein­schreibung näherte sich Luther übrigens ebenfalls den heutigen Regeln an. Er unterschied dabei jedoch zwischen Druck und Briefen: In einer Hand­schrift aus dem Jahre 1520 sind nur etwa drei Prozent aller Substantive mit großen Anfangs­buchstaben aus­gezeichnet, während es im Druck bereits 17 Prozent sind. Aller­dings ging es ihm – im Einklang mit den Regeln und dem Sprach­gefühl der Zeit – vor allem darum, Wörter innerhalb des Satzes hervor­zuheben. Deshalb schrieb er auch Artikel, Adjektive und sogar Verben groß.
neu : 16 Neuschreibungen, die sich nicht durchsetzten. , , Kultur
Rechtschreib­reformen sind keine Er­findung der Gegen­wart. Seit über 300 Jahren machen Dichter und Gelehrte Vor­schläge, wie man deutsche Wörter anders schreiben könnte. Diese hier sind ge­scheitert. […] Kwälle statt Quelle […] ABG statt ABC […] falen statt fallen […] schpeisen statt speisen […] Nazion statt Nation […] Foll­endung statt Voll­endung […].
: Die englische Sprache schafft das Komma ab. , , Kultur
Durch SMS und Twitter werden Kommata im Englischen seltener, stellen Wissenschaftler fest. Manche meinen: Die Sprache kann darauf verzichten. […] Seit Jahren schwindet beispiels­weise die Zahl der Kommata in deutschen Texten. Der Autor dieser Zeilen hat noch gelernt, dass zwei mit und verbundene Hauptsätze durch ein Komma getrennt werden und dass ein erweiterter Infinitiv mit zu immer durch ein Komma abgetrennt wird. Die Rechtschreib­reform hat beide Regeln aufgeweicht, das Komma ist jetzt "optional", das heißt, es kann gesetzt werden, muss aber nicht. Das hat dazu geführt, dass es in deutschen Texten heute weniger Kommata gibt als früher. Das ist aber nur eine harmlose quantitative Änderung im Vergleich zu dem, was dem Komma im Englischen möglicherweise in nicht allzu ferner Zeit droht. Ein amerikanischer Star-Linguist […] hat jetzt darüber nachgedacht, ob das Komma nicht bald ganz aus dem Englischen verschwinden könnte, wo es ohnehin seltener benutzt wird als im Deutschen.
: Karl der Große: Wie ein Halb-Analphabet Europas Schrift erfand. , , Kultur
Was vom Kaiser übrig blieb: Die karolingische Minuskel, eine Schrift, die in Karls Klöstern und seiner Aachener Hofschule genutzt wurde, ist die Grundlage unserer modernen lateinischen Schrift.
: Ein Mann, ein Wort. Das schwierigste Wort der deutschen Sprache. , , Kultur
Wer das schwierigste Wort der deutschen Sprache sucht, soll nicht unter den exotischen Fremdwörtern Ausschau halten. […] Aufs orthografische Glatteis lassen wir uns eher durch ver­meintlich allzu Vertrautes führen. Deshalb sind Kandidaten für den Titel des am häufigsten falsch­geschiebenen Wortes eher aggressiv (gerne nur mit einem G), grölen (oft mit H in der Mitte wie Höhle) […]. Doch die Krone gebührt mit an Sicherheit grenzender Wahrschein­lichkeit dem Wort tschüs. Es wird in der Mehrzahl der Fälle falsch geschrieben – mit zwei S. […] Zwar lässt der Duden das Wort seit 1996 mit zwei S zu […], aber das ist nur die Deppen­schreibweise. Empfohlen wird von der Duden-Redaktion nach wie vor die Schreibung mit einem S. Die Recht­schreibreform war in diesem Falle nur eine Kapitulation.
: Das böse Ende des „Grimm“. Die Welt (welt.de), , s. 26, Feuilleton
Ein Skandal in Berlin: Das Wörterbuch der Brüder Grimm wird hastig abgewickelt, und sein digitaler Nachfolger ist unzulänglich.
: Dreißigjähriger Rechtschreibkrieg. Welt am Sonntag (, , nr. 41, s. 6f. Politik (1161 wörter)
Der Kampf um die Reform war ein seit etwa 1980 währender "Dreißigjähriger Krieg" und ähnelte dem historischen Vorbild sowohl darin, dass er vor allem wegen allgemeiner Erschöpfung endete, als auch darin, dass es zuvorderst um Glaubensfragen ging. Vor allem die Verteidiger der alten Schreibungen führten sich manchmal auf, als müsse jede Abweichung von der rechten Linie die Verdammnis nach sich ziehen. Dies übrigens hat zum Durcheinander beigetragen. Denn der Wirrwarr rührt zum Teil daher, dass die Reformer der Rechtschreibung immer wieder versuchen mussten, Empfindlichkeiten der Reformkritiker zu berücksichtigen.
: Unserer Sprache geht es ganz hervorragend. , , Kultur
Viele beklagen den Verfall unserer Sprache und verweisen auf Jugend­wörter, Szene­sprache und die ver­unglückte Rechtschreib­reform. […] Ganz anders sehen es die Wissen­schaftler. Die neueste Ausgabe ihres Fachblattes "Mitteilungen des deutschen Germanisten­verbandes" stellt schon im Titel die Diagnose: "Name: Deutsch, Alter: 1200, Befund: gesund!" Darin warnt André Meinunger vor allem davor, aus den im Einzelnen durchaus lächerlichen Ent­gleisungen der Gegenwarts­sprache gleich auf deren "Tod" zu schließen […].
: Wo der Untergang dräut. Seit genau fünf Jahren wird die reformierte Rechtschreibung in den Schulen gelehrt: Sie hat weder das Heil noch die Apokalypse gebracht. Berliner Morgenpost, , Kultur (782 wörter)
Das Thema zieht Käuze an.

Vgl. wer ist wer: personen.

: Außer Kontrolle. Fünf Jahre Rechtschreibreform in den Schulen: Sie hat weder das Heil noch die Apokalypse gebracht. Die Welt, , Kultur (970 wörter)
Das Schlimmste an der Rechtschreib­reform, die heute vor fünf Jahren die Schulen und vor vier Jahren die Zeitungen erreichte, ist der Stil der Debatte um sie. Doch zugleich ist diese Diskussion das Kostbarste, das die Reform gebracht hat, denn sie hat die Rechtschreibung wieder zum Gegenstand persönlichen Nachdenkens gemacht. Die Entscheidung für eine der zahlreichen "Hausrechtschreibungen", wie sie Verlage, Zeitungen und Individuen pflegen, setzt eine Reflektion über das Für und Wider aller orthographischen Problemfälle voraus — der alten wie der neuen. Wie man schreibt, ist zur Frage des Gewissens und des Stils geworden. Das gilt natürlich nur für die Gebildeten. Die überwältigende Mehrheit aus Irgendwie-Schreibern trägt zur Debatte nichts bei, denn es ist völlig egal, ob sie nun die alte oder die neue Schreibung nicht beherrscht.
: Ein Orgasmus in 100 Jahren. Die Welt, , nr. 92, s. Literarische Welt 5, Literarische Welt, Sachbücher
Nur, dass auch die Sprache eine Geschichte haben könnte — das leugnet die Volksseele, wie nicht zuletzt der Streit um die neue Rechtschreibung beweist. Denn die Ablehnung derselben ist oft weniger den guten Argumenten der Reformgegner geschuldet als dem Köhlerglauben an die Präexistenz einer ewigen Duden-Sprache. […] Den Sinn für die Historizität des Wortschatzes sucht seit mehr als hundert Jahren das "Deutsche Wörterbuch" von Hermann Paul zu schärfen, das jetzt in zehnter Auflage von Germanisten in Braunschweig neu bearbeitet wurde. […] Das neue Wörterbuch hält sich an die alte Rechtschreibung. Das hat praktische Gründe: Als die Arbeit 1997 begann, waren die reformierten Schreibweisen noch nicht endgültig festgelegt. Und die neue Getrenntschreibung bei Wörtern wie "frisch gebacken" hätte zu Widersprüchen mit historischen Belegzitaten geführt. Die Lösung des Dilemmas will man unaufgeregteren Rechtschreibepochen überlassen.
: Die Lücke in der Sprache. Die Welt, , nr. 277, s. 32, Berlin Feuilleton, Glosse
In Kreuzberg hängen noch die Plakate der Rechtschreibreform-Gegner: "Gegen Machtmissbrauch und Zerstörung der deutschen Sprache."

neue personensuche