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2020-4-13
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Heuer, Walter = wh

: ‘Gottfried Keller Straße’ oder ‘Gottfried-Keller-Straße’? Sprachspiegel (), , 31. jg., nr. 3, s. 82 bis 83
General-GuisanStraße, General Guisan-Straße, General-Gui­sanstraße, General Gui­sanstraße oder General Guisan Stra­ße? Wer sich in unsern Städten und Dörfern umsieht, findet bald diese, bald jene dieser fünf Schreib­weisen, nur sel­ten aller­dings die regel­richtige: General-Guisan-Straße. Nament­lich der erste dieser beiden Binde­striche ist allent­halben auf Wider­stand gestoßen. In Zürich ist er durch einen Stadtrats­beschluß vom 29. Juni 1951 sogar in aller Form weg­dekretiert worden. (Die PTT hat, wenigstens im roten Straßen­verzeichnis der Telefon­bücher, den Mut, sich über den unlogischen und zudem regel­widrigen Beschluß hinweg­zusetzen.)
: Vor einer schweizerischen Orthographiekonferenz. Neue Zürcher Zeitung, , nr. 3204, morgenausgabe, s. C13, Feuilleton, scan (1655 wörter)
Am 20. August tritt in Zürich die schwei­zeri­sche Konferenz für Recht­schreib­reform zusammen. Ihr ist die Auf­gabe gestellt, die Vorschläge, die von offizieller deutscher und öster­reichischer Seite in dieser Sache vor­liegen, zu beraten und eine Stellung­nahme fest­zulegen, die an einer demnächst in Wien statt­findenden Orthographie­konferenz aller deutsch­sprachigen Länder von der schweize­rischen Delegation zu vertreten sein wird. […] Man sieht: die eigentliche Pièce de résistance der Stutt­garter Vorschläge bildet den wichtigsten Punkt auch dieses neuen Reform­programms. Die Forderung nach Klein­schreibung der Substantive […] steht wiederum an der Spitze, und sie dürfte auch in den künftigen Diskus­sionen das meist­umstrittene Postulat bleiben. […] Die Verantwortung, die dieser Konferenz zufällt, ist nicht gering. […] Die Konferenz dürfte also gut daran tun, es in weiser Be­schränkung bei jenen Aenderungen bewenden zu lassen, bei denen mit all­gemeiner Zu­stimmung gerechnet werden darf.
: Konrad Duden. Zum 50. Todestag (1. August). Neue Zürcher Zeitung, , nr. 2850, morgenausgabe, s. B10, Feuilleton, scan (1774 wörter)
Sein Name steht als Titel auf Millionen von Bänden, die täglich unschätz­bare Dienste leisten in Schul­stuben, Bureaus, Kanzleien, Redaktio­nen und Druckerei­en, kurz: überall, wo deutsche Sprache ge­sprochen, ge­schrieben und gedruckt wird. […] Könnte Duden heute die weitere Ent­wicklung seines Werkes über­blicken, er wäre wohl erfreut und betrübt zugleich. Erfreut dürfte er sein über das hohe Ansehen, das sein Name im ganzen deutschen Sprachraum genießt […]. Betrübt wäre er wohl, zu sehen, wie sein Werk so oft durch eng­stirnige In­terpreten in Verruf gebracht und wie es in unverant­wortlicher Weise zu politischen Zwecken miß­braucht wurde und wird.
: Lagebericht. Neue Zürcher Zeitung, , nr. 1002 (20), blatt 3, s. A09, Literatur und Kunst
Zieht man aus der bisherigen Diskussion die Bilanz, so ist nicht daran zu zweifeln, daß eine Orthographie­reform im Ausmaß der Stuttgarter Vorschläge keine Aus­sicht hat, durchzudringen. Das soll nun freilich nicht heißen, es müsse alles bleiben, wie es ist. Man wird im Gegen­teil gut daran tun, den vorgesehenen Kongreß nicht etwa abzublasen; man soll ihn, wenn auch vielleicht etwas später, ruhig einberufen. Nach gut fünfzig Jahren ist es wohl an der Zeit, unsere Recht­schreibung wieder einmal gründlich zu bereden und die wirklich fälligen Aenderungen vorzunehmen.
: Folgen der neuen Orthographie für das Buch- und Zeitungsgewerbe. Neue Zürcher Zeitung, , nr. 1712 (31), blatt 3, s. A09 bis A10, Literatur und Kunst
Das schroffe Nein, das die Zeitungs­verleger- und Buchdrucker-Fachverbände als erste der geplanten Rechtschreib­reform entgegen­geschleudert haben, bedarf der Begründung vor der Oef­fentlichkeit. […] Niemand kennt die Schwächen der heutigen Orthographie besser und niemand empfindet ihre Un­zulänglich­keit schmerzlicher als ge­rade die Buchdrucker. Wenn sie sich trotzdem in die vorderste Reihe derer stellen, die einer abrupten, tiefgreifenden Um­gestaltung den Kampf ansagen, so vor allem deshalb, weil sie eine zwar keineswegs ideale, aber doch fest­gefügte und gut eingespielte Ordnung einer jahre-, ja gar jahrzehnte­langen Unordnung vorziehen. […] Kein Berufs­stand – auch die Schule nicht – ist in so hohem Maße auf eine fest geordnete, allseits anerkannte Recht­schreibung angewiesen wie das Buch- und Zei­tungsgewerbe; nirgends würde sich Unsicherheit, Neben­einander und Gegen­einander ganz verschiedener Regeln so unheil­voll auswirken wie in den Tempeln der Schwarzen Kunst. Die Tauglichkeit von Reform­vorschlägen darf also […] nicht allein vom Schreibtisch des Philologen oder gar nur von der Schul­stube her beurteilt werden. […] In der Schweiz wird man übrigens gut tun, auf die große Konferenz hin mit Forderungen zu rechnen, die weit über das hinaus­gehen, was die «Arbeits­gemeinschaft» jetzt vorschlägt Diese Empfehlungen stellen ja ein Kompromiß­werk dar, viel zu zahm, um jene einfluß­reichen Mitglieder der «Arbeits­gemeinschaft» zufrieden­zustel­len, die, wie ein Augenzeuge der Stutt­garter Verhandlungen schreibt, «die Orthographie so gründlich meucheln wollten wie nur möglich».

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