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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Müller, Peter

: Was bei der Sprache wirklich auf dem Spiel steht (I). Neue Zürcher Zeitung, , 230. jg., nr. 179, s. 9, Briefe an die NZZ (361 wörter)
Es geht überhaupt nicht um die albernen «Gämsen», über die die Reformgegner sich angeblich so fürchterlich ärgern. Es geht um etwas viel Wichtigeres: um den Verlust an Ausdrucks­möglichkeiten, hervorgerufen durch den fatalen Ansatz der Reform, Anfängern das Schreiben zu erleichtern und dabei eine Erschwerung des Lesens in Kauf zu nehmen. Die Branche, in der auch der Autor des «Gämsen-Artikels» sein Brot verdient, steckt in enormen Schwierigkeiten, in einem epochalen Umbruch. Zeitungen haben ein grösseres Interesse denn je, ihren Lesern den Zugang zu den Texten auf jede erdenkliche Art zu erleichtern. Auch mit Hilfe der Unterscheidungs­schreibung, die von der Reform zum grossen Teil eliminiert worden ist.

Ansatz der reform ist nicht, «eine Erschwerung des Lesens in Kauf zu nehmen» (siehe auch entsprechende zitate), sondern u. a. die erkenntnis, dass die so genannte unterscheidungsschreibung zwar bei laien beliebt ist, aber in den meisten fällen nicht funktioniert und nichts bringt. (Die eigennamengrossschreibung aus der sicht des lesers und stellungnahme zu Kellenberger) Jedenfalls werden die unterscheidungsschreibung im speziellen und das festhalten am alten im allgemeinen die zeitungen nicht retten.

: Schreiben mit mehr «Kann-Regeln» (II). Tages-Anzeiger, , s. 15, Leserbriefe (301 wörter)
Die Schweizer Orthographische Konferenz (SOK) hat stets darauf hingewiesen, dass Orthographie nicht durchgehend logisch definiert werden kann, weil andere wichtige Kriterien mitspielen (Analogie, Betonung, Unterscheidungs­schreibung, Usus, Schreibgeschichte). Der (gescheiterte) Versuch, die Orthographie «logisch» und unter Miss­achtung der übrigen Kriterien zu definieren, kommt von den Reformern. […] Bewahrung der Einheitlich­keit war die wichtigste Forderung an die Reformer.

Die regelung von 1996 ist für uns (mit den bekannten einschränkungen) gut, weil wir wissen, dass ortografie nicht durchgehend logisch definiert werden kann, weil andere wichtige kriterien mitspielen (analogie [z. b. stängel], betonung, unterscheidungs­schreibung, usus [z. b. nummerieren], schreibgeschichte [z. b. andere «falsche» analogien]). Weniger wichtig sind für uns unterscheidungsschreibung (NZZ, 6. 8. und Welt Online, 21. 7. 2008) und einheitlichkeit (stellungnahme in korrekturen.de, 21. 11. 2007).

: Schreiben für die Lesenden. St. Galler Tagblatt, , nr. 5, s. 2, Hintergrund (1205 wörter)
Die verunglückte Rechtschreibreform hat zahlreiche Probleme hinterlassen. Zwei sind für unsere Branche besonders gravierend: die Erschwerung des Lesens und die Vervielfachung der Varianten. Das ist ein fataler Ansatz in einer Zeit, in der das Lesen und die Zeitungen in der Defensive sind. Gefordert ist vielmehr, dem Leser den Zugang zu den Texten möglichst zu erleichtern. Das kann auf verschiedene Weise geschehen: durch einfach gebaute, kurze Sätze, durch Vermeiden unnötiger Fremdwörter, aber auch durch eine Rechtschreibung, die Bedeutungsunterschiede durch Unterscheidungsschreibung kennzeichnet.

Nein, bedeutungsunterschiede werden durch die sprache ausreichend ausgedrückt. Wir schreiben ja nicht nur, wir sprechen auch.

: Konsens in der Rechtschreibung zeichnet sich ab. Lead, Newsletter der SDA-Gruppe, , nr. 39
Entstanden ist das Durcheinander unter anderem, weil zwei konkurrierende Systeme ineinander verschachtelt wurden: ein streng systematischer und ein semantischer Ansatz. Der streng systematische Ansatz mit der Einebnung von Bedeutungs­unterschieden vor allem bei der Getrennt- und Zusammen­schreibung löste so viel Kritik aus, dass zum herkömmlichen semantischen Ansatz zurück­gerudert werden musste. Statt sich für ein System zu entscheiden, wurden die Varianten nebeneinander stehen gelassen.

Wir wären dafür, sich für ein system zu entscheiden. Herr Müller will den systematischen ansatz nicht, aber er will natürlich auch nicht einen strengen semantischen ansatz: Bank und Bannk, Schalter und Schallter, Pension und Pennsion (Welt Online, 21. 7. 2008). Er will einfach gar keine änderung, d. h. das frühere durcheinander beibehalten, und dafür braucht es seine systemteorie eigentlich nicht.

neu : Eszett in der Schweiz. (Schweizer Orthographische Konferenz), , Fragen und Antworten
Eine der Neuerungen der Rechtschreib­reform ist die Umstellung der Eszett-Schreibung von der Adelung­schen auf die Heysesche Regel. […] Mut­maßungen über die Gründe für die Abschaffung des Eszett in der Schweiz (und in Liechten­stein) gibt es viele. […] In Wirklichkeit hat vermutlich nicht ein einzelner Grund, sondern eine Kombination von Gründen zum Verschwinden des Eszett in der Schweiz geführt.
: Die Rolle der Nachrichtenagenturen. Bündner Tagblatt, , s. 2 (317 wörter)
Die Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Nachrichtenagenturen entwickelte nun eine gemeinsame Wörterliste für Varianten und strittige Fälle. Sie folgte der Reform namentlich bei der Kleinschreibung von feststehenden Begriffen (gelbe Karte) nicht und wählte bei Varianten meistens die herkömmliche […].

Genau so ist die reform der reform gelaufen: Man «folgt der Reform nicht» und fordert, dass man so schreiben soll wie vor 1996. Deshalb heisst es im neuen duden: «die gelbe Karte od. Gelbe Karte (bes. Fußball)». Und im duden von 1991? «die gelbe Karte (bes. Fußball)». Kompliziertere rechtschreibung dank ahnungslosen «fachleuten».

: Bereichernd. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 160, s. 36, Briefe an die Herausgeber (137 wörter)
Ich halte die Rechtschreibreform und vor allem die vielen neuen Optionen für ganz ausgezeichnet. […] Gut finde ich auch die vielen Optionen mit "8-fache", "8-Fache", "achtfache", die je nach der Verwendung in Roman, Brief, Notiz, Tabelle und so weiter ihre Be­rechtigung haben sollten. Mich würde interessieren ob die F.A.Z. für abweichende Meinungen zur klaren, reinen und originalen Sprache Maulkörbe verteilt.

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