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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Papst, Manfred

: Und ewig spinnen die Gallier. NZZ am Sonntag, , s. 69, In Kürze, Zugabe
Derzeit aber erhitzen sich die Gemüter in der Grande Nation über ein ganz anderes Thema: nämlich über die Rechtschreib­reform […]. Das alles kommt uns bekannt vor. Auch wir haben eine Rechtschreib­reform hinter uns. Sie hat ein altes wider­sprüchliches Regel­werk durch einen neuen Flicken­teppich ersetzt. Gewettert haben wir damals gegen sie, weil sie uns zum Umlernen zwang und de facto eine Rechts­unsicherheit schuf, die bis heute anhält und mit der wir mehr schlecht als recht leben.
: Keimfreie Wildheit. NZZ am Sonntag, , nr. 25, s. 71, Tipps
Denn gemäss der idiotischen Rechtschreib­reform, der aus praktischen Gründen auch das Haus NZZ in etlichen Punkten folgt, müssen wir «heute Abend» schreiben. Und das tue ich ums Verrecken nicht. Es graust mich vor diesem grossen A. Ich kann noch immer ein Substantiv von einem Adverb der Zeit unter­scheiden. Schliesslich bin ich kein Analphabet.
: Gegen einen faulen Frieden bei der Rechtschreibung. NZZ am Sonntag, , nr. 28, s. 13, Hintergrund (701 wörter)
Dass die Reform nun zum Gesetz erhoben wird, ist ein Schildbürgerstreich. Als Ausweg bietet sich derzeit einzig ein Moratorium an. Die gewonnene Zeit darf aber von der Erziehungsdirektorenkonferenz nicht wie bisher verplempert werden. Sie muss endlich Nägel mit Köpfen machen. Und das ist noch nicht einmal so schwierig. Ein konsistenter und praktikabler, von der Schweizer Orthographischen Konferenz ausgearbeiteter Vorschlag für eine sinnvolle Rechtschreibung (Grundsatz: «bei Varianten die herkömmliche») liegt auf dem Tisch. Man könnte ihn tel quel übernehmen. Man müsste nur wollen.

Zum glück will man nicht.

: Schüler sollen weiter «Gemse» schreiben können. NZZ am Sonntag, , s. 1 (166 wörter)
In der neuen Regelung wimmelt es jedoch von Widersprüchen und Fehlern, und die Lehrmittel sind alles andere als einheitlich. Deshalb fordert Professor Rudolf Wachter, Sprach­wissenschafter und Mitglied der Schweizer Orthographischen Konferenz, ein gesamt­schweizerisches Moratorium.
: Jetzt müssen die Lehrer Mut und Augenmass beweisen. Neue Zürcher Zeitung, , s. 13, Hintergrund (691 wörter)
Kinder, jetzt wird's ernst! Morgen Montag tritt an allen Schweizer Schulen die neue Recht­schreibung in Kraft. Fehler, die bisher, während der acht­jährigen «Übergangs­zeit», nur eine milde Ermahnung nach sich zogen, werden nun rot angestrichen und, so der Fachausdruck, noten­wirksam. […] Dumm ist nur, dass niemand so recht sagen kann, welche Regeln denn eigentlich gelten. Selbst die Lehrer wissen es nicht. Die Rechtschreibung präsentiert sich derzeit in einem Zustand, für den der Begriff «Baustelle» ein Euphemismus ist; schweizer­deutsch wäre von einem «Puff» zu sprechen. […] Vernünftig ist in dieser Situation nur eines: Die Lehrer müssen den Mut aufbringen, die Übergangs­frist von sich aus zu verlängern - still­schweigend, ein jeder in seinem Klassenzimmer, mit Umsicht und ohne Getöse, aber sowohl im Interesse der Schüler, auf die man dieses erbärmliche Flickwerk nicht anwenden darf (schon gar nicht als Selektionsmittel!), als auchin ihrem ureigensten Interesse.

Siehe stellungnahme

: Die Mherhiet hat imemr rhcet. NZZ-Folio, , nr. 2, s. 38 bis 41 (2397 wörter)
Im 20. Jahrhundert war der Duden die allein zuständige Instanz in Sachen Schreiben. Doch seit der Rechtschreibreform von 1996 stellt sich die Frage, wer die Definitionsgewalt über Richtig und Falsch hat. […] De facto wurde der Duden im 20. Jahrhundert zur allein zuständigen Instanz in Sachen Rechtschreibung […]. Das ging so lange gut, bis die Reformer von 1996 auf den Plan traten. […] Am Ende stehen wir wie am Anfang vor der Frage, wie stark normiert eine Sprache überhaupt sein muss.

Eine gute idee, sich im temenheft «normen» gedanken zu sprachnormen zu machen. Sie ist jedoch zum scheitern verurteilt und wird zum einseitigen feuilletonistengesäusel, wenn man sprach- und rechtschreibnormen gleichsetzt (vgl. NZZ-Folio vom 1. 1999).

: Gräuel hier zu Lande. NZZ am Sonntag, , Tipps (432 wörter)
Gebracht hat die Reform rein gar nichts — es sei denn, man hielte die Rechtsunsicherheit, die seither besteht, für einen Fortschritt.

Rechtsunsicherheit? Der schulanfänger des jahres 2003 oder des jahres 2020 ist bestimmt sehr verunsichert, wenn ihm niemand mehr von der dreikonsonantenregel und den ck-/st-trennregeln erzählt. Und der NZZ-redaktor ist anscheinend unsicher, ob er sich jetzt an den volksschullehrplan halten soll und ob er sich vorher hätte daran halten sollen.

: Hängen und Hängenlassen. Neue Zürcher Zeitung, , Feuilleton
Kultur, möchte man meinen, bemisst sich doch nicht zuletzt an der Fähigkeit zur Differenzierung. Gerade in diesem Belang aber wollen uns die Rechtschreibereformer hängenlassen.
: Trennungsschmerz. Deutsch schriftlich. Neue Zürcher Zeitung, , nr. 181, s. 57, Feuilleton
Die Silbentrennung gehört zu den Gebieten, auf denen die Rechtschreibreform für neue Unübersichtlichkeit sorgt. […] Dass sie nun s-t trennt, leuchtet ein […]. Anders sieht es mit dem Prinzip der Wortstammtrennung aus: es wird de facto aufgehoben. […] Es versteht sich von selbst, dass ein Blatt von Format da nicht mittun darf. […] In gepflegten Texten haben Chi-rurgen und Pä-dagogen, die es inte-ressant finden, ei-nander mit dem Helikop-ter auf der Mai-nau zu besuchen, nichts verloren.

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