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2020-4-13
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Rietzschel, Thomas

: Die Schule der Dilettanten. Die Presse (), , Spectrum, Zeichen der Zeit
Die „Wissensgesellschaft“ ist zur Spielwiese der Pfuscher geworden […]. Unter dem selbst auferlegten Druck beschleunigter Wohlstandsvermehrung durch forciertes Wachstum sind wir unversehens in den Zustand einer Bildungsverwahrlosung geraten […]. Oder wie sonst soll man sich das Feuerwerk der Schul-, Bologna-, Rechtschreib- und sonstiger Reformen erklären, bei denen es stets um das Gleiche geht, um eine „Verschlankung“ der Bildungsangebote, um deren Reduzierung auf das, was gerade noch für das berufliche Funktionieren notwendig scheint. […] Überall wurden Theorien zusammengestammelt, die uns erklärten, dass das Bild eine sehr viel komplexere Aussagekraft besitze als der formulierte Satz. […] eine vertiefte sprachliche Ausbildung [schien] nicht mehr sonderlich vordringlich. Was diese blödsinnige Haltung nach sich zog, sollte den Dilettanten des Fortschritts erst in einer nächsten Phase der technischen Entwicklung auffallen. Als die Gesellschaft die Vorzüge der elektronischen Kommunikation per E-Mail und SMS entdeckte, zeigte sich plötzlich, wie dringlich die Sprache weiterhin gebraucht werden wird […]. Da aber war das Kind schon in den Brunnen gefallen, keine Rechtschreib­reform konnte es retten, sodass wir nun Zeugen einer beispiellosen und gar nicht mehr so schleichenden Selbst­zerstörung unseres wichtigsten Kulturgutes werden: Weil sich eine wachsende Mehrheit des schriftlichen Ausdrucks bedient, ohne ihn noch zu beherrschen, führt die radebrechende Kommunikation per E-Mail, SMS, Twitter oder Facebook zu einer Potenzierung des sprachlichen Unvermögens.
: Die Meister der Blendung an der Macht. Neue Zürcher Zeitung (),
Immer dann, wenn er sich mit der Macht verbindet, wird der Dilettantismus zur Bedrohung. Aus den einfältigen Versagern werden professionelle Dilettanten. Und wo sie erfolgreich sind, hat die Gesellschaft am Ende auszubaden, was sie in ihrer Selbstüber­schätzung ahnungslos anrichten, gleich, ob sie als Banker die Einlagen ihrer Kunden verspielen, sich als Politiker mit einer Rechtschreib­reform am Kulturgut der Sprache vergreifen oder ob sie einen Rettungsschirm nach dem anderen aufspannen […].

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