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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Spiegel, Hubert

: Sinnliche Herzaktivität. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 254, s. 13, Feuilleton
In Gestalt von Peter Eisenberg, der von Manfred Bierwisch laudiert wurde, erhielt ein Sprach­wissenschaftler den Freud-Preis für wissen­schaftliche Prosa, der nicht nur erheblich dazu beigetragen hat, das Elend der Rechtschreib­reform nach­träglich so weit wie möglich einzudämmen, sondern auch souverän und prägnant die Macht und Eleganz der Prinzipien, auf denen Sprache beruht, zu deuten und darzu­stellen versteht.
neu : Der Glanz der Geschmähten. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 118, s. 36, Feuilleton (793 wörter)
Die Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung tagte in diesem Jahr in Galizien. […] Wie groß umgekehrt das Interesse an Deutsch­land in Lemberg ist, zeigte sich vor allem, als fünf deutsche Autoren aus ihren Werken lasen und der Hörsaal 405 aus allen Nähten platzte. Vor den Lesungen skizzierte Heinrich Detering den Wandel und die Entwicklung der Germanistik der vergangenen Jahr­zehnte und bewies ebenso wie Peter Eisen­bergs Vortrag über die Tücken der Rechtschreib­reform, dass deutsche Professoren sehr wohl in der Lage sind, komplexe Sach­verhalte verständlich dar­zustellen.
: Mit einem Knochen kocht er viele Suppen. Ein Patriarch und Gentleman: Der Verleger Michael Klett wird siebzig. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 42, s. 39, Feuilleton
Einer seiner anderen größten Fehler sei eine fatale Neigung, Dinge um ihrer selbst willen zu tun, hat Klett von sich gesagt und die Selbsteinschätzung eindrucksvoll belegt, als er sich zum Kummer seiner Geschäftsführer vehement gegen die Rechtschreibreform stellte. Wenn diese Neigung ein Fehler sein sollte, dann einer, der jedem Verleger zur Ehre gereicht.
: Um der Einheitlichkeit willen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 281, s. 1 (857 wörter)
Jeder, der mit Fragen der Rechtschreibung zu tun hat, wünscht sich nach langen Jahren des Streits und der Verwirrung nichts sehnlicher als ein klares und einheitliches Regelwerk. Das Hin und Her muß endlich ein Ende haben. Dieser Wunsch geht über alle Gräben hinweg […]. Erfüllen kann er sich jedoch nur, wenn alle Beteiligten die Einheitlich­keit der Rechtschreibung über die Einzel­heiten stellen, die nach wie vor strittig sind. Deshalb wird diese Zeitung vom 1. Januar 2007 an ihre Recht­schreibung weitgehend dem Schul­gebrauch angleichen. […] Wir fühlen uns auch den Kindern gegenüber in der Verantwortung, die in der Schule die reformierten Regeln erlernen müssen. Ihnen und allen anderen sind wir es schuldig, daß wir für die Einheitlich­keit der Recht­schreibung alles tun, was in unserer Macht steht.

Richtige entscheidung mit falscher begründung.

: Richtig und falsch. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 54, s. 1, Politik (555 wörter)
Der Rat für Rechtschreibung will zahllose klassische Varianten wieder zulassen und verspricht, daß es dadurch jedem wieder freigestellt ist, weitgehend der bewährten Rechtschreibung zu folgen. Das wird zu prüfen sein. Bewährte und neue Rechtschreibung sollen sich nicht länger ausschließen, sondern gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Ist das eine salomonische Entscheidung? Nein, es ist nur die dürre Weisheit derjenigen, die nicht mehr wissen wollen, was falsch und was richtig ist. Die meisten Menschen lassen ihr Sprachgefühl über ihre Rechtschreibung entscheiden; sie mußten ohnmächtig erleben, wie dieses Sprachgefühl im ewigen Hin und Her der vergangenen Jahre verunsichert und beschädigt wurde. Diesen Schaden kann auch die Reform der Reform nicht beheben.

Herrje, jetzt ist das sprachgefühl kaputt! Wir haben das angeborene gefühl dafür, was falsch und was richtig ist, beschädigt. Es ist ja auch verantwor­tungslos, wenn wissenschaft und politik etwas in frage stellen und eine diskussion anzetteln. Es ist zeit, dass sie von den sprachmullahs in die schranken verwiesen werden.

neu : Wieder zusammen. Rückkehr zur Wirklichkeit: Die Reform der Rechtschreibreform. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 83, s. 31, Feuilleton (980 wörter)
Der Rat für deutsche Recht­schreibung hat in seiner Sitzung am Freitag letzter Woche deutlich ge­macht, daß er die Rücknahme ver­fehlter Teile der Rechtschreib­reform nicht länger aus­schließt. […] Die Sprache und die Sprach­gemeinschaft lassen sich nun einmal keine Vor­schriften machen. Das hätten die Politiker vorher wissen können.

«Keine Vor­schriften» – was hatten wir denn vorher?

: Rechtschreiber. Dem Sprachwissenschaftler Theodor Ickler zum Sechzigsten. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 83, s. 37, Feuilleton (356 wörter)
Unter den zahlreichen Kämpfern gegen die unsinnige Reform läßt sich Ickler an Engagement, Kenntnisreichtum, Genauigkeit und polemischem Temperament nicht übertreffen. Unermüdlich weist er den Urhebern der Reform Fehler, gebrochene Versprechen, Halbwahrheiten, Lügen und Inkompetenz nach.
: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Reform. Die neuen Regeln: für Zeitungsleser eine Tortur. Schweizer Monatshefte, , 83. jg., nr. 11, s. 25, Dossier (483 wörter)
Drei Jahre später sieht die Zeitung keinerlei Anlaß, ihre Entscheidung zu bereuen. Die Situation ist unverändert: Im siebten Jahr nach der Einführung der neuen amtlichen Regeln in den deutschen Schulen ist die Lage chaotisch, wenn nicht gar anarchisch. Aber es ist keine fröhliche, sondern eine trübsinnige Anarchie am Werk.
neu : Bank Rott Erklärung. Endlich geständig: Die Rechtschreibreformer rudern zurück. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 50, s. 45, Feuilleton (497 wörter)
Wenn die Sprachregler ihren Bericht ernst nähmen, könnten sie sich dessen Botschaft nicht länger ver­schließen und müßten zur alten Weisheit der Duden­redaktion zurück­kehren. Dort weiß man schon lange, daß die Sprache ein lebendiger Organismus ist. Die Regeln, nach denen er existiert, kann man be­obachten und be­schreiben, aber nicht vorschreiben.

Das ist es, liebe schüler, was ihr eurem lehrer sagen müsst: Sie können be­obachten und be­schreiben, aber nicht vorschreiben!

: Es klingelt. Wer weckt die Akademie? Frankfurter Allgemeine Zeitung, , S. 47, Feuilleton
Aber ach, der süße Schlaf ist stärker. Wie sonst ließe sich erklären, daß auf die letztjährige Ankündigung, die Akademie werde einen eigenen Vorschlag zur Rechtschreibreform unterbreiten, jetzt wieder nur eine Absichtserklärung folgte? Daß die Akademie in dieser Angelegenheit nicht gefragt worden war, geschweige denn aus eigenem Antrieb sich zu Wort gemeldet hätte, hatte ihr Präsident Christian Meier im vorigen Jahr freimütig mit den Worten kommentiert, man habe die Sache wohl einfach verschlafen. Jetzt gab sich Meier kämpferisch, […] spottete mit spitzen Worten über Kultusminister und andere Bürokraten. Er schwang sich sogar zu der Behauptung auf, der Streit um die Rechtschreibreform sei nur ein Symptom unter vielen für die allgemeine Geringschätzung der Kultur.

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