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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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2020-4-13
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Zemb, Jean-Marie

: Ein Grund mehr, nicht Deutsch zu lernen. Einspruch aus Paris: Die Reform der Orthographie schadet im Ausland. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , Feuilleton (1145 wörter)
In Deutschland hat sich die Gesamt­situation des sprachlichen "Standorts" ver­schlechtert. Das Deutsche […] ist dabei, die in kommunikati­ver Hinsicht wichtigste Eigenschaft eines Dialektes an­zunehmen: Auf gleiche Weise Gedachtes wird un­einheitlich geschrieben. Die Vermehrung der Schreib­weisen des Deutschen führt dazu, daß es bald nicht mehr zu den gelesenen (und im Ausland gelernten) Sprachen gehören wird.
: Wer ohne Hindernis lernt, lernt nichts. Noch einmal: Vom Irrtum, die deutsche Rechtschreibung ließe sich bürokratisch regeln. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , nr. 250, s. 43, Feuilleton
Diese Reform versucht, semantische Merkmale der Sprache durch formelle zu ersetzen, und geht dabei von einer falschen Vorstellung der "Form" aus: Weder die Groß- oder Klein­schreibung noch das Zusammen- und/oder Getrennt­schreiben sind bloße "orthographische Varianten". Sie drücken verschiedene Inhalte aus. […] Vom ursprünglichen Vorschlag zur Neuregelung der Orthographie, in dessen Mitte die längst vergessene "gemäßigte Klein­schreibung" stand, ist ohnehin so wenig übriggeblieben, daß man von einer "Reform" gar nicht mehr reden kann.
: Alles gleich ist alles anders Die Reform der Orthographie: Risiken und Nebenwirkungen eines nicht ganz durchdachten Vorschlags. Frankfurter Allgemeine Zeitung, , s. 28, Feuilleton
Doch wer nun glaubt, es sei eine einheitliche Schreibung des Deutschen beschlossen, der irrt: Auch in Zukunft wird es keine Rechtschreibung des Deutschen geben, sondern, wie gehabt, eine deutsche, eine österreichische und eine Schweizer Recht­schreibung der gemeinsamen Sprache. Warum dieser Reichtum an Varianten jetzt fest­geschrieben — oder, wie es in Zukunft heißen soll, "fest geschrieben" wird, ist nicht einzusehen. […] Vor kaum fünf Jahren ist in Paris der Vorschlag zur Neu­regelung der französischen Recht­schreibung an der letzten Hürde, nämlich an der Académie française, gescheitert. Er war ähnlich siegessicher vorgetragen worden. Storniert wurde eine Vorlage, die offiziell nur 273 Wörter betreffen sollte. Doch ein Verlag, dem es weder an unternehmerischer Kapazität noch an wissen­schaftlicher Kompetenz mangelt, rechnete schnell das Zehnfache an betroffenen Wörtern aus. Leider gibt es keine deutsche Akademie mit dem gleichen Einfluß wie die französische.

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