Wolfgang Gerhardt sandte den Herausgebern der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) ein Glückwunschschreiben. Einen Tag nach deren Ankündigung, ab August wieder zur alten Rechtschreibung zurückzukehren, bedankte sich der FDP-Chef herzlich für die Entscheidung.
Wolfgang Gerhardt, Frankfurter Allgemeine Zeitung,
Mein Beharrungsvermögen hat einen Grund: Bis auf den heutigen Tag schreibe ich meine wichtigsten Texte von Hand - und die Hand ließ sich nicht dorthin führen, wohin die neuen Regeln sie zwingen wollten.
DPA, 9. 8. 1997
Der FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt sagte in einem Interview mit der "Welt am Sonntag", die Reform könne nicht durch einen einfachen Erlaß der Kultusminister legitimiert werden.
die tageszeitung,
"Genaugenommen verwalte ich hier nur Wolfgang Gerhardts Erbe", bemerkte sarkastisch der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), der Niedersachse Rolf Wernstedt, als am vergangenen Donnerstag das Verwaltungsgericht Hannover für Niedersachsen die weitere Anwendung der neuen Rechtschreibregeln untersagt hatte. Der heutige FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt war im Jahre 1988 hessischer Kultusminister und damals auch jener Präsident der Kultusministerkonferenz, unter dem Anfang Dezember 1988 durch einstimmigen KMK-Beschluß genau die Änderung der Rechtschreibregeln auf den Weg gebracht wurde, die die Freidemokraten nun in vorderster Front bekämpfen.
Emanuel La Roche, Tages Anzeiger,
Allen voran muss hier des FDP-Vorsitzenden Wolfgang Gerhardt gedacht werden: 1988 gab er als hessischer Kultusminister der Gämse sozusagen den Startschuss, doch heute tut er die ganze Übung, um die er sich später nie mehr kümmerte, als «überflüssig» ab. Nachdem es mit der Steuersenkungspartei FDP nicht so recht klappen wollte, soll sie nun offenbar zur Orthographiepartei mutieren. «Wir retten euch die Gemse!» Wäre das ein toller Wahlslogan.