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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

personen → Jacob Grimm
2020-3-23

Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.

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Grimm, Jacob

biografie

geb. 4. 1. 1785, Hanau

gest. 20. 9. 1863, Berlin

sprach- und literaturwissenschaftler

begründer der deutschen filologie

jurist

hauptwerke

Kinder- und hausmärchen der brüder Grimm

Deutsches wörterbuch


Zitat

August Hagemann, 1880, s. 4f.

Schon 1821 entschied er sich fuer die lateinische schrift, gegen die er sich 5 jahre frueher noch aus­druecklich erklaert hatte. Der majuskel aber der substantiva entsagte er seit dem Jahre 1822. In der vorrede zur zweiten auflage des ersten bandes seiner deutschen grammatik (1822) aeuszert er sich hierueber also:

‚Gleich aller geschichte warnt die historische grammatik vor frevent­lichem reformieren, macht uns aber tugenden der ver­gangenheit offenbar, durch deren betrachtung wir den duenkel der gegenwart maeszigen koennen. An rechter stelle wird sich dann manches wuenschens­werthe und lang gemiste immer anwendbar zeigen. So schien mir, als ich an die nieder­schreibung dieses werkes gieng, ohne dasz ich es frueher gewollt haette oder jetzo be­sonderen werth darauf legte, die ver­bannung der groszen buch­staben vom anlaut der substantive thunlich, ich glaube nicht, dasz durch ihr weglassen irgend ein satz undeutlich geworden ist. Fuer sie spricht kein einziger innerer grund, wider sie der bestaendige fruehere gebrauch unserer sprache bis ins 16te, 17te jh., ja der noch waehrende aller uebrigen voelker, um nicht die erschwerung des schreibens, die ver­scherzte einfachheit der schrift an­zuschlagen. Man braucht nur dem ursprung einer so pedantischen schreibweise nachzugehen, um sie zu ver­urtheilen; sie kam auf, als ueber sprach­geschichte und grammatik gerade die ver­worrensten begriffe herrschten. Naeher besehen hat man ihr auch schon ver­schiedentlich entsagen wollen, die ab­handlun­gen der pfaelzi­schen academie, der vossische Homer sammt anderen schriften sind ohne grosze buchstaben gedruckt.‘

Wie ent­schiedenen wert er spaeter auf die ver­bannnung der majuskel vom anlaut der substantiva legte, bekundet die […] vorrede zum woerter­buche […]. Auch selbst fuer die satz­anfaenge gieng er all­maehlich in dem gebrauch der kleinen anfangs­buchstaben immer weiter, so dasz er zuletzt sogar nach absaetzen kleine buchstaben ein­zufueren suchte. Die von namen abgeleiteten adiectiva schrieb er schon seit 1817 meist mit kleinen buchstaben.‘