Jens Jessen, berliner-zeitung.de,
Das Beste der Reform [von 1996] ist die Freigabe der übermäßig verzwickten und kaum erklärbaren Regeln von Zweifelsfällen; zum Beispiel die Unterscheidung zwischen der Diskussion eines Problems „im ganzen“ (nämlich mit allen seinen inneren Details) und „im Ganzen“ (nämlich mit allen seinen äußeren Zusammenhängen). Aber auch hier geht die Reform nicht so weit, wie Eugen Wüster, ein Mitglied der österreichischen Kommission, schon einmal gegangen ist, der rund neunzig Prozent aller Groß- und Kleinschreibungen durch zwei Regeln abdecken konnte und die restlichen zehn Prozent zur Freigabe vorschlug.
