Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)
Obergine
Zu Bernd Weinkauf, «Keine Oberginen», Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 2021-04-18, s. 20
Nachweis unter presse und internet
Bernd Weinkauf gibt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine anekdote zum besten, die erklären soll, «weshalb die ‹Auberginen› in den 1980er Jahren nicht zu ‹Oberginen› reformiert worden sind». «Der Schweizer Vertreter» habe protestiert, «weil auf Grund der innerschweizerischen Gesetzgebung die vier im Lande geltenden Nationalsprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gleichwertig zu behandeln seien, weshalb Wörter der einen auch in den anderen Sprachen identisch geschrieben werden müssten.» Die schweizer vertreter (mehrzahl) haben in der tat bei fremdwörtern (unnötigerweise) auf die anderen sprachen rücksicht genommen, aber eine «gesetzgebung» zu erfinden, ist ihnen sicher nicht eingefallen. Die «aubergine» wäre ausserdem ein ganz schlechtes beispiel. Ein deutsches «o» würde italienischsprachige kaum stören; sie sagen «melanzana». Und im rätoromanischen gibt es – trommelwirbel – die schreibweise «oberschina».
Rolf Landolt, Bund für vereinfachte rechtschreibung, Zürich
Über einen abdruck in unserer schreibweise würden wir uns freuen. Aber im gegensatz zu einigen leuten, die sprache und schreibung verwechseln, sind wir überzeugt, dass der text auch gemäss duden 28. aufl., duden 20. aufl., duden 1. aufl., in fraktur, steno, braille, kyrillischer schrift usw. lesbar ist.
Bernd Weinkauf gibt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine Anekdote zum Besten, die erklären soll, «weshalb die ‹Auberginen› in den 1980er Jahren nicht zu ‹Oberginen› reformiert worden sind». «Der Schweizer Vertreter» habe protestiert, «weil auf Grund der innerschweizerischen Gesetzgebung die vier im Lande geltenden Nationalsprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gleichwertig zu behandeln seien, weshalb Wörter der einen auch in den anderen Sprachen identisch geschrieben werden müssten.» Die Schweizer Vertreter (Mehrzahl) haben in der Tat bei Fremdwörtern (unnötigerweise) auf die anderen Sprachen Rücksicht genommen, aber eine «Gesetzgebung» zu erfinden, ist ihnen sicher nicht eingefallen. Die «Aubergine» wäre außerdem ein ganz schlechtes Beispiel. Ein deutsches «O» würde Italienischsprachige kaum stören; sie sagen «melanzana». Und im Rätoromanischen gibt es – Trommelwirbel – die Schreibweise «oberschina».
Bernd Weinkauf gibt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine Anekdote zum besten, die erklären soll, «weshalb die ‹Auberginen› in den 1980er Jahren nicht zu ‹Oberginen› reformiert worden sind». «Der Schweizer Vertreter» habe protestiert, «weil auf Grund der innerschweizerischen Gesetzgebung die vier im Lande geltenden Nationalsprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gleichwertig zu behandeln seien, weshalb Wörter der einen auch in den anderen Sprachen identisch geschrieben werden müßten.» Die Schweizer Vertreter (Mehrzahl) haben in der Tat bei Fremdwörtern (unnötigerweise) auf die anderen Sprachen Rücksicht genommen, aber eine «Gesetzgebung» zu erfinden, ist ihnen sicher nicht eingefallen. Die «Aubergine» wäre außerdem ein ganz schlechtes Beispiel. Ein deutsches «O» würde Italienischsprachige kaum stören; sie sagen «melanzana». Und im Rätoromanischen gibt es – Trommelwirbel – die Schreibweise «oberschina».
Bernd Weinkauf gibt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine Anekdote zum beſten, die erklären ſoll, «weshalb die ‹Auberginen› in den 1980er Jahren nicht zu ‹Oberginen› reformiert worden ſind». «Der Schweizer Vertreter» habe proteſtiert, «weil auf Grund der innerſchweizeriſchen Geſetzgebung die vier im Lande geltenden Nationalſprachen Deutſch, Franzöſiſch, Italieniſch und Rätoromaniſch gleichwertig zu behandeln ſeien, weshalb Wörter der einen auch in den anderen Sprachen identiſch geſchrieben werden müßten.» Die Schweizer Vertreter (Mehrzahl) haben in der Tat bei Fremdwörtern (unnötigerweiſe) auf die anderen Sprachen Rückſicht genommen, aber eine «Geſetzgebung» zu erfinden, iſt ihnen ſicher nicht eingefallen. Die «Aubergine» wäre außerdem ein ganz ſchlechtes Beiſpiel. Ein deutſches «O» würde Italieniſchſprachige kaum ſtören; ſie ſagen «melanzana». Und im Rätoromaniſchen gibt es – Trommelwirbel – die Schreibweiſe «oberschina».
Бернд Веинкауф ґибт ин дер Франкфуртер Аллґемеинен Зоннтаґсцеитунґ еине анекдоте цум бестен, ди ерклэрен золл, «весгалб ди ‹Aubеrginеn› ин ден 1980ер Ярен нихт цу ‹Obеrginеn› реформирт ворден зинд». «Дер Швеицер Фертретер» габе протестирт, «веил ауф Ґрунд дер иннершвеицеришен Ґезетцґебунґ ди фир им Ланде ґелтенден Натионалшпрахен Деуч, Францёзиш, Италиениш унд Рэтороманиш ґлеихвертиґ цу беганделн зеиен, весгалб Вёртер дер еинен аух ин ден андерен Шпрахен идентиш ґешрибен верден мўсстен.» Ди швеицер фертретер (мерцал) габен ин дер тат беи фремдвёртерн (уннётиґервеизе) ауф ди андерен шпрахен рўкзихт ґеноммен, абер еине «ґезетцґебунґ» цу ерфинден, ист инен зихер нихт еинґефаллен. Ди «aubеrginе» вэре ауссердем еин ґанц шлехтес беишпил. Еин деучес «o» вўрде италиенишшпрахиґе каум штёрен; зи заґен «melanzana». Унд им рэтороманишен ґибт ес – троммелвирбел – ди шреибвеизе «oberschina» («обержина»).