Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)
Faktor ortografie

Zu zwei artikeln von Sebastian Briellmann:
- «Deutsche Sprache, schwere Sprache – die Rückschritte der Schüler sind gravierend», Neue Zürcher Zeitung vom 28. 5. 2025
- «Die Schweiz braucht einen Diktat-Frieden», Neue Zürcher Zeitung vom 20. 8. 2025
Sebastian Briellmann beklagt in der NZZ (28. 5. 2025 und 20. 8. 2025) die rückschritte der schüler im lesen und schreiben, in grammatik und ortografie. In der tat, auch «Der Spiegel» stellt fest: «Der Abwärtstrend bei der Rechtschreibung scheint anzuhalten. Grosstests der Kammern liefern bei unverändertem Inhalt deutlich schlechtere Resultate als vor ein paar Jahren. Und im kleinen macht eine Stuttgarter Hauptschullehrerin solche Erfahrungen: Sie diktiert die gleichen Texte, die sie Mitte der siebziger Jahre von sechsten Klassen hat schreiben lassen, nun auch wieder, ‹und da zeigt sich eben, dass die durchschnittliche Fehlerzahl ungefähr das Doppelte bis Dreifache ist›.» Das zitat stammt vom 9. september 1984 – also nichts neues unter der sonne.
«Welche Faktoren wie stark auf die Leistung einwirken» ist die grosse frage. Ein faktor ist zweifellos die schule, und die schüler sind die einzigen, deren fähigkeiten man in grösserem rahmen untersuchen kann. Aber ist es primär ein schulproblem? Bezüglich schreiben und lesen ist ein grösserer schulungsaufwand nur symptombekämpfung. Ein blick auf sprachen mit besserer rechtschreibung (z. b italienisch) und mit schlechterer (englisch) zeigt: «Wenn die Zuordnung zwischen Buchstaben und Laut nicht besonders regelmässig ist, kommt es auch bei den Muttersprachlern zu Verzögerungen beim Lesen.» («Die Welt», 4. 1. 2000.) Beim lesen und natürlich beim schreiben: «69 Prozent der Deutschen schreiben Rhythmus falsch […]. Noch grössere Mehrheiten scheitern an Portemonnaie, Hämorrhoiden und Necessaire.» («Spiegel», 19. 6. 1995.) Von der grossschreibung nicht zu reden. Warum wendet man diesem faktor nicht mehr aufmerksamkeit zu?
Bund für vereinfachte rechtschreibung, Rolf Landolt, Zürich (vorsitzer)
Über einen abdruck in unserer schreibweise würden wir uns freuen. Aber im gegensatz zu einigen leuten, die sprache und schreibung verwechseln, sind wir überzeugt, dass der text auch gemäss duden 29. aufl. (bzw. NZZ), duden 20. aufl., duden 1. aufl., in fraktur, steno, braille, kyrillischer schrift usw. lesbar ist.
Faktor Orthografie
Sebastian Briellmann beklagt in der NZZ (28. 5. 2025 und 20. 8. 2025) die Rückschritte der Schüler im Lesen und Schreiben, in Grammatik und Orthografie. In der Tat, auch «Der Spiegel» stellt fest: «Der Abwärtstrend bei der Rechtschreibung scheint anzuhalten. Grosstests der Kammern liefern bei unverändertem Inhalt deutlich schlechtere Resultate als vor ein paar Jahren. Und im kleinen macht eine Stuttgarter Hauptschullehrerin solche Erfahrungen: Sie diktiert die gleichen Texte, die sie Mitte der siebziger Jahre von sechsten Klassen hat schreiben lassen, nun auch wieder, ‹und da zeigt sich eben, dass die durchschnittliche Fehlerzahl ungefähr das Doppelte bis Dreifache ist›.» Das Zitat stammt vom 9. September 1984 – also nichts Neues unter der Sonne.
«Welche Faktoren wie stark auf die Leistung einwirken» ist die grosse Frage. Ein Faktor ist zweifellos die Schule, und die Schüler sind die einzigen, deren Fähigkeiten man in grösserem Rahmen untersuchen kann. Aber ist es primär ein Schulproblem? Bezüglich Schreiben und Lesen ist ein grösserer Schulungsaufwand nur Symptombekämpfung. Ein Blick auf Sprachen mit besserer Rechtschreibung (z. b Italienisch) und mit schlechterer (Englisch) zeigt: «Wenn die Zuordnung zwischen Buchstaben und Laut nicht besonders regelmässig ist, kommt es auch bei den Muttersprachlern zu Verzögerungen beim Lesen.» («Die Welt», 4. 1. 2000.) Beim Lesen und natürlich beim Schreiben: «69 Prozent der Deutschen schreiben Rhythmus falsch […]. Noch grössere Mehrheiten scheitern an Portemonnaie, Hämorrhoiden und Necessaire.» («Spiegel», 19. 6. 1995.) Von der Grossschreibung nicht zu reden. Warum wendet man diesem Faktor nicht mehr Aufmerksamkeit zu?
Faktor Orthografie
Sebastian Briellmann beklagt in der NZZ (28. 5. 2025 und 20. 8. 2025) die Rückschritte der Schüler im Lesen und Schreiben, in Grammatik und Orthografie. In der Tat, auch «Der Spiegel» stellt fest: «Der Abwärttrend bei der Rechtschreibung scheint anzuhalten. Großtest der Kammern liefern bei unverändertem Inhalt deutlich schlechtere Resultate al vor ein paar Jahren. Und im kleinen macht eine Stuttgarter Hauptschullehrerin solche Erfahrungen: Sie diktiert die gleichen Texte, die sie Mitte der siebziger Jahre von sechsten Klassen hat schreiben lassen, nun auch wieder, ‹und da zeigt sich eben, das die durchschnittliche Fehlerzahl ungefähr da Doppelte bi Dreifache ist›.» Da Zitat stammt vom 9. September 1984 – also nicht Neue unter der Sonne.
«Welche Faktoren wie stark auf die Leistung einwirken» ist die große Frage. Ein Faktor ist zweifello die Schule, und die Schüler sind die einzigen, deren Fähigkeiten man in größerem Rahmen untersuchen kann. Aber ist e primär ein Schulproblem? Bezüglich Schreiben und Lesen ist ein größerer Schulungaufwand nur Symptombekämpfung. Ein Blick auf Sprachen mit besserer Rechtschreibung (z. b Italienisch) und mit schlechterer (Englisch) zeigt: «Wenn die Zuordnung zwischen Buchstaben und Laut nicht besonder regelmäßig ist, kommt e auch bei den Muttersprachlern zu Verzögerungen beim Lesen.» («Die Welt», 4. 1. 2000.) Beim Lesen und natürlich beim Schreiben: «69 Prozent der Deutschen schreiben Rhythmu falsch […]. Noch größere Mehrheiten scheitern an Portemonnaie, Hämorrhoiden und Necessaire.» («Spiegel», 19. 6. 1995.) Von der Großschreibung nicht zu reden. Warum wendet man diesem Faktor nicht mehr Aufmerksamkeit zu?
Фактор ортоґрафи
Зебастиан Бриллманн беклаґт ин дер НЦЦ (28. 5. 2025 унд 20. 8. 2025) ди рюккшритте дер шюлер им лезен унд шреибен, ин ґрамматик унд ортоґрафи. Ин дер тат, аух «Дер Шпиґел» штеллт фест: «Дер абвэртстренд беи дер рехтшреибунґ шеинт аццуцгалтен. Ґросстестс дер каммерн лиеферн беи унферэндертем ингалт деутлих шлехтере резултате алс фор еин паар ярен. Унд им клеинен махт еине штуттґартер гауптшуллерерин золхе ерфарунґен: Зи диктирт ди ґлеихен теxте, ди зи митте дер зибциґер яре фон зехстен классен гат шреибен лассен, нун аух видер, ‹унд да цеиґт зих ебен, дасс ди дурхшниттлихе фелерцал унґефэр дас доппелте бис дреифахе ист›.» Дас цитат штаммт фом 9. зептембер 1984 – алзо нихтс неуес унтер дер зонне.
«Велхе факторен ви штарк ауф ди леистунґ еинвиркен» ист ди ґроссе фраґе. Еин фактор ист цвеифеллос ди шуле, унд ди шюлер зинд ди еинциґен, дерен фэгиґкеитен ман ин ґрёссерем рамен унтерзухен канн. Абер ист ес примэр еин шулпроблем? Бецюґлих шреибен унд лезен ист еин ґрёссерер шулунґсауфванд нур зyмптомбекэмпфунґ. Еин блиcк ауф шпрахен мит бессерер рехтшреибунґ (ц. б италиениш) унд мит шлехтерер (енґлиш) цеиґт: «Венн ди цуорднунґ цвишен бухштабен унд лаут нихт безондерс реґелмэссиґ ист, коммт ес аух беи ден муттершпрахлерн цу ферцёґерунґен беим лезен.» («Ди Велт», 4. 1. 2000.) Беим лезен унд натюрлих беим шреибен: «69 процент дер деутшен шреибен Rhythmus фалш […]. Нох ґрёссере мергеитен шеитерн ан Portemonnaie, Hämorrhoiden унд Necessaire.» («Шпиґел», 19. 6. 1995.) Фон дер ґроссшреибунґ нихт цу реден. Варум вендет ман дизем фактор нихт мер ауфмеркзамкеит цу?