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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

stichwort → ä
nachgeführt 2019-9-2
ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

ä

ä, Ä, a-umlaut

entstehung

Unter bestimmten umständen gab es einen laut­wandel, eine auf­hellung von a zu e, z. b. bei der mehrzahl: alt­hochdeutsch *gasti zu gesti (gäste).

probleme

  • Der lautwandel schlug sich in der schreibung nicht konsequent und nicht immer korrekt nieder. (Siehe zitat Lötzsch.)
  • Unterschiedliche aussprache des grafems <e>: [vɛk] (weg = engl. away), [ve:k] (der weg = engl. way). Dieses problem stellt sich bei <o>/<ö> und bei <u>/<ü> nicht.
  • Analog beim umgelauteten diftong: <eu>/<äu>.

leipziger plan von 1931

Vor­schlag des leip­ziger lehrer­vereins, III. stufe: keinerlei stamm­silben­schreibung mehr: statt ä nur noch e, statt äu nur noch oi — auch eu wird zu oi — ei wird zu ai

buchausschnitt

neu­regelung von 1996

Ausdehnung der stamm­silben­schreibung: bändel, stängel, über­schwänglich (letz­teres auch vorher bei der NZZ prakti­ziert).


Zitate

Jedermann weiß, daſs es genau derſelbe vokali­ſche Laut iſt, welchen wir in Ställe und Stelle, Wälle und Welle das einemal mit ä, das andremal mit e be­zeichnen. Und nicht immer iſt es für den Schreiben­den ſo leicht und einfach ſeine Wal zu treffen wie in dieſen Beiſpielen, wo Stall und Wall den Dienſt eines Weg­weiſers verſehn. Ob man z. B. Eltern oder Ältern, Ermel oder Ärmel, Seckel oder Säckel ſchreiben ſoll, iſt bis auf den heutigen Tag eine un­gelöſte Streit­frage.

Dabei wird merkwürdiger­weise überhaupt nicht thematisiert, daß die Be­gründer der angeblich historisch gewachsenen deutschen Recht­schreibung im 17. und 18. Jh. in einigen Fällen völlig will­kürliche Fest­legungen getroffen haben. So hat der Wort­stamm Bär nie ein /a/ ent­halten, während heutiges Beere mit gotischem -basi (bezeugt in weinabasi ›Wein­beere‹) verwandt ist, das ee ge­schriebene /e:/ also auf Umlaut zurück­geht.

Wurzel, Wolfgang Ullrich, Neues Deutsch­land,

Im Deutschen wird der kurze e-Laut teils als e, teils aber als ä ge­schrieben. Die e-Schreibun­gen über­wiegen bei weitem, die ä-Schrei­bungen bilden die Ausnahmen. Ent­sprechend sollte die Schreibung zu­gunsten des e ver­einheitlicht werden, wenn die be­treffenden Wörter nicht von Wörtern mit einem a abgeleitet sind wie Bälle und Bällchen von Ball. Doch das Reform­konzept sieht gerade eine Aus­dehnung der ä-Schreibung vor […]. So soll zum Beispiel statt Gemse künftig Gämse geschrieben werden, weil.es daneben ein ober­deutsches Wort Gams gibt, von dem Gemse aber gar nicht ab­geleitet ist.