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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

stichwort → dialekt
nachgeführt 2017-10-5
ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

dialekt

Eugen Dieth

«Schwyzertütschi Dialäktschrift; Leitfaden einer einheitlichen Schreibweise für alle Dialekte» (1938): norm für die verschriftung der schweizerdeutschen dialekte. Wörter werden so geschrieben, wie man sie hört, ohne rücksicht auf das schriftbild der schriftsprache. Ursprünglich gehörte dazu die eigennamen­grossschreibung.

als.wikipedia.org/wiki/Dieth-Schreibung

Viktor Schobinger

«Zürideutsche Kurzgrammatik» (1984). Schobinger verwendet in seinen büchern eine modifizierte Dieth-schreibung mit eigennamen­grossschreibung.

Johannes Saß

«Kleines plattdeutsches Wörterbuch. Nebst Regeln für die plattdeutsche Rechtschreibung» (1972). Anlehnung an die hochdeutsche rechtschreibung; abweichungen sind besonders kenntlich gemacht. (de.wikipedia.org/wiki/Plattdeutsch.)

kulturverband Ostfriesische Landschaft

«Schreibregeln für das ostfriesische Niederdeutsch» (2010). (Schrievregels_September_2010.pdf.)


Zitate

Benedict Neff, Neue Zürcher Zeitung, 22. 9. 2017

Gerade in der Schweiz gibt es ein Revival der Mundart. Sie wird ver­mutlich öfter ver­schriftlicht als früher, in Chats, der SMS-Kommuni­kation und der Literatur.

Beatrix Bächtold, «Schwei­zer­deutsch ist stärker als WhatsApp und Co.» Zürcher Unter­länder, 21. 3. 2013

Fabian Rüeger, 21, Detailhandelsangestellter aus Kloten: Dabei schreibe ich grund­sätzlich in Schweizer­deutsch, und zwar so, wie es mir gerade in den Sinn kommt. Meine Bekannten machen das auch so. Recht­schreibung spielt in der Mundart keine Rolle.

Viktor Schobinger, zuerituetsch.ch/fragen.html, [2013]

Git s dänn en ofizieli ortografii für de dialäkt?

Schrifttüütsch isch ggnormt, mues ggnormt sii. Me mèrked nüme, das me z. b. di lange wokääl verschide schriibed, s lang i wììrt gliich uus­gschproche, aber verschide gschribe: Stil, ihm, Ziel, sieh. Bim dialäkt schriibed mer gliich, was gliich töönt.

Solang me nu sälber list, was me gschribe hät, isch d schriibig egaal. Eersch wänn s ander sötted chöne läse, und richtig läse, dänn chunt me nöd um konwän­zioonen ume. Und e gueti kon­wänzioon isch d Dietschriibig. Läsed Si emal als zürcher e bèèrn­tüütsches wèrch i de tradizionele bèèrntüüt­schschriibig. Umögli. Si wüssed nöd, weli wokääl lang, weli chùùrz sind. Mängisch sind nöd emal b und p gschide. Und für züritüütsch mues me z. b. öisi drüü e under­schäide: see, fèèle, gääl.

D Dietschriibig isch en guete kompromiss zwüschet ere luutschrift und em schrift­tüütsche wortbild. Di mäischte lüüt händ sich nach drei, vier siite umgschtelt. […]

Werum schriibed Si all hauptwörter chlii? 

Wil d hauptwörter nöd s wichtigscht sind. Im hüttige schrift­tüütsch schoo. Drum würkt s au so abschtrakt. Aber i öisne dialäkt regiered d wèrb; das isch e wält zum aalange, reaal und läbig.

Überhaupt schtöört sich a de ggmèèssigete chliischriibig chuum öpper. Vil mèrked s sogaar eersch, wän i s drufufelupf.

Won i aagfange ha züritüütsch schriiben, isch grad d diskusioon über d rächtschriib­reform im gang gsii. I ha tänkt, in epaar jaar schteli s schrift­tüütsch uf ggmèèssigeti chlii­schriibig um wien all wescht­öiropèèische schpraache. Driissg jaar schpööter schriibed mer na mee grooss als vor dère «reform». Aber über chùùrz oder lang tränt me sich au uf schrift­tüütsch vo de grooss­gschribne haupt­wörter.