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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

stichwort → diffusion
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diffusion

definition (wirt­schafts­lexikon.gab­ler.de)

«Aus der Innovations- und Diffusions­forschung stammender Begriff, der den Prozess der raum-zeitlichen Ausbreitung einer Innovation im sozial-räumlichen System beschreibt. Objekte und Ein­stellungen, welche die Diffusion von Innovationen verhindern, werden als Diffusions­barrieren bezeichnet (natürliche, kulturelle, psychologische Diffusions­barrieren). Die Diffusion einer Innovation findet mittels der Adoption der Innovationen durch einzelne Individuen statt.»

«Nach dem Grad der Diffusion einer Innovation lassen sich vier Diffusions­phasen unterscheiden (Initial­phase, Expansions­phase, Verdichtungs­phase und Sättigungs­phase).»

problem bei orto­grafischen inno­­vationen

Zitate

Stuttgarter Zeitung, 15. 7. 1998

Der Weilheimer Studienrat Friedrich Denk, der den Wider­stand gegen die neuen Regeln haupt­sächlich organisiert hatte, erwartet, daß die Be­völkerung sich den neuen Schreib­weisen nicht unter­werfen wird.

, Frank­furter All­gemeine Zeitung,

Denn nicht nur Schrift­steller und Intellek­tuelle gehören zu den Gegnern von Recht­schreib­reformen, sondern die über­wältigende Mehrheit der Be­völkerung, die einfach am Gewohnten hängt und wohl oft auch ahnt, daß die geplante Änderung über­flüssig und schädlich ist „wie ein Kropf“. (Deshalb haben sich kürzlich 98 Prozent der Zeitungs­leser gegen die Reform aus­gesprochen.)

Das Volk im all­gemeinen freilich, auch die wiſſen­ſchaftlich Gebildeten blieben dieſen Beſtrebungen [von Grimm] fern. Aber was wußten ſie auch davon? wie viele von ihnen hatten denn Grimms Schriften ſtudiert? wer kümmert ſich überhaupt noch um deutſche Grammatik, wenn er die Schule hinter ſich hat? und doch war ohne grammatiſches Studium kein Urteil und kein Ver­ſtändnis für Grimms An­ſichten zu gewinnen. Es war daher ganz natürlich, wenn dieſe über den Kreis der Fach­genoſſen nicht hinaus­kamen und weſentlich nur in den Büchern der Germaniſten ſichtbar wurden.

Kurt Reumann, Frank­furter Allgemeine Zeitung, 7. 8. 2000

Von Anfang an war von "Durch­setzung" die Rede, weil mit Wider­stand ge­rechnet wurde.

Otto Hiller von Gaertrin­gen, preussi­sche-all­gemeine.de, 24. 10. 2018

Auch durchaus sprach­sensible Kritiker [d. h. die gegner] ver­wenden durchweg nur die eine oder andere Variation der ab 1996 „re­formierten“ Schreibungen.

Unten – oben

Erwin Haller, Pionier, 25. 9. 1928

Die regierungen aber werden sich erst ernst­haft mit der frage be­fassen, wenn die an­regung von unten kommt, wenn ein druck aus­geübt wird.

Die Welt­woche, 8. 12. 2010

Diktat von oben.

Lernt der siebenjährige schüler irgend­etwas, was nicht von oben kommt? Und wenn etwas von unten kommt und er fater schreibt, ist es ja auch nicht recht!

Reu., Frank­furter All­gemeine Zeitung, 2. 5. 1998

Aber das ist es gerade, was so an­stößig wirkt: die Änderung der Schrift­sprache von oben herab. Das Re­förmchen selbst regt die Kritiker […] längst nicht so auf wie die An­maßung der Kultus­minister, über die Sprache zu befinden.

Reu., Frank­furter All­gemeine Zeitung, 1. 8. 2000

Nicht nur, was die neuen Regeln vor­schrieben, sondern auch und vor allem, wie sie "von oben herab durch­gedrückt" worden seien, empöre alle frei­heitlich denkenden Bürger, sagte der Schrift­steller Günther Kunert […].

Otto Back, 1998

Zu verlangen, dass die Ortho­graphie nicht „von oben“ reguliert werde, sondern ihrer ei­genen Ent­wicklung über­lassen bleibe – diese Forderung (sofern sie über­haupt ernst ge­meint ist) beruht auf einer Art optischer Täuschung: Gehen ortho­graphische Än­derungen nicht von einer identifi­zierbaren Instanz (wie Behörden, Akademien, Verlage) aus, dann haben sie in ihrem Wild­wuchs eben anonym bleibende Individuen samt deren Nach­ahmern als Urheber.

, ,

Sprache ist nicht in dem Sinne demokra­tisch, dass eine Mehrheit ver­bindliche Regeln beschließt, an die sich dann alle zu halten haben. Sondern in dem Sinne, dass sich das durchsetzt, was viele machen – auch wenn es am Anfang viel­leicht nur wenige sind.

prof. Völker, St. Gallen, Pädagogi­scher Beobach­ter, 8. 4. 1876

Wissenschaft­licher und geistiger Fort­schritt gelingt aber meistens nur dann, wenn sich vielfach Stimmen aus dem Volk darüber ver­nehmen lassen; dass aber dieses auch hin­sichtlich der deutschen Recht­schreibung der Fall ist, beweisen die vielen Anregungen, die dazu sowohl von der schweizeri­schen wie von der deutschen Lehrer­schaft gemacht worden sind, und begrüsst muss es werden, dass sogar das preussische Mi­nisterium Gelehrte berufen hat, Vorschläge über Orthographie­reform zu ent­werfen.