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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

stichwort → freiheit
nachgeführt 24. 5. 2017
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freiheit

Lars Groß­kurth, Bun­des­verband deut­scher Presse­sprecher, Bild, 10. 8. 2004

Wir brauchen Klarheit für unsere Arbeit. Es kann nicht sein, dass jeder schreiben darf, wie er will.

Es kann nicht nur sein, es ist so.

Leo Weis­gerber, in Ernst Pacolt, Beiträge zur Erneuerung der deutschen Recht­schreibung, 1972

Im Verhalten zu den objektivier­ten Ge­bilden ist der Mensch durch zwei gleich wichtige Aufgaben bean­sprucht: als Wahrer der Tradition und als Wahrer der Freiheit seinen eigenen Schöpfungen gegenüber.

Daniel Thürer, Schweizer Monats­hefte, 11. 2003

Die Ein­heitlichkeit des Sprach­gebrauchs ist als Grundwert weniger gewichtig als die persönliche Freiheit. Das gilt auch für die einheitliche Schreib­weise.

Jost Nolte, Berliner Morgen­post, 14. 10. 2002

Jens Jessen, Die Zeit, 29. 7. 2004

Der größte Gewinn der Rechtschreib­reform besteht in dem, was die Reform­gegner am meisten aufregt. Es ist die Li­beralisierung der Schreib­weisen. […] Es gibt also einen anti­autoritären Zug in der Reform. Er wird noch dadurch verstärkt, dass es neben der gewollten eine un­gewollte Li­beralisierung gibt. Von vielen wird die neue Ortho­grafie nicht oder nur fragmentarisch angewandt. Man nennt das Rechtschreib­schwäche; sie gab es immer und überall. Nicht aber wird aus der be­haupteten Un­verständlichkeit der neuen Regeln ein Argument für die alten, denn diese waren viel komplizierter. Wer die neuen nicht versteht, wird auch die alten kaum begriffen haben.

Ingo Wagner, Deutschland­funk, 11. 9. 2010, 14:05 uhr, sendung Pisaplus

Constantin Seibt, Tages-Anzeiger, 9. 4. 2010

Seit ihrer Erfindung war die Schrift etwas Ernstes. Reserviert erst für Heiliges, dann für Offizielles, schüchterte sie ein. Da­durch reinigte sie: als Filter für Gedanken. Das ist vorbei. Nie wurde die Schrift so flüchtig gehand­habt wie heute. In Chats, E-Mails, SMS funktioniert Schrift wie ge­sprochene Sprache. Recht­schreibung und Grammatik sind oft Privat­sache. […] Was passiert, ist nicht der Verfall der Schrift, sondern nur einiger ihrer Konventionen. Und ihre Auf­erstehung: als ge­meinsames Abenteuer.

Ein […] Vorteil einer freien Ordnung ist ihre Fortschrittsträchtigkeit. Sie erlaubt Versuch und Irr­tum, die Suche nach Neuem. [Dazu] gehört […], dass Freiheit als pathetischer Begriff […] zwar eine gewisse Attraktivität besitzt, dass sie im Alltag aber oft als unbequem empfunden wird. «Die Qual der Wahl», «sich ent­scheiden müssen» – Rede­wendungen verraten, dass das, was der Liberalismus als Lust versteht, von vielen als Last empfunden wird. Statt­dessen streben die meisten Menschen nach dem, was Wirtschafts­nobelpreisträger James M. Buchanan «Parentalis­mus» nennt. An­dere Personen, der Staat oder trans­zendente Kräfte sollen eine elterliche Rolle übernehmen und Ent­scheidungen abnehmen. […] Dem Verkaufs­erfolg entgegen steht ferner die Lang­fristigkeit liberalen Denkens. Dieses ist mehr auf Risiko und Innovation als auf Erhalt des Erreichten ausgerichtet. […] Die liberale Ordnung trägt dem «Normal­menschen» […] am besten Rechnung und verlangt weder ein besonderes gesell­schaftliches Bewusst­sein noch neue Menschen.