Josef Kraus […] klagt: "Das Prinzip der Beliebigkeit breitet sich immer mehr aus. Wir erwarten ein Machtwort von der Politik." Er fordert ein Moratorium und eine Untersuchung der bisherigen Auswirkungen der Reform. Anschließend müsse ein "vorsichtiger Rückbau hin zu den alten Regeln" erfolgen.
Regina Kerner, Berliner Zeitung,
Verbandspräsident Kraus, selbst Deutschlehrer und Schulleiter, […] plädiert dafür, die neuen Regeln zur Getrenntschreibung, zur Groß- und Kleinschreibung und zur Zeichensetzung komplett zurückzunehmen, weil sie nicht stimmig seien. Lediglich die neue S-Schreibung, also bei Wörtern wie dass oder Schloss, sollte beibehalten werden. Als Hauptkritikpunkt führt Kraus an, dass durch die Reform zu viele Unsicherheiten entstanden sind, die letztlich zu einer "Attitüde der Beliebigkeit" führten.
Josef Kraus, Der Spiegel,
Die sogenannte Rechtschreibreform ist ein Kniefall vor der fortschreitenden Legasthenisierung der Gesellschaft.
Josef Kraus, tichyseinblick.de,
Ja, und dann kam noch die Rechtschreib-Reform: Diese wurde nicht nach sprachlogischen Kriterien inszeniert, sondern sie war orientiert an der Frage, wie Schüler weniger Fehler machen könnten. Rechtschreibung wurde solchermaßen infantilisiert und zum Kniefall vor der fortschreitenden Analphabetisierung der Gesellschaft. Schlechtschreibung.
Marco Mahlmann, leserkommentar zu Josef Kraus, 20 Jahre Rechtschreibung …, tichyseinblick.de,
Sie haben mit allem recht, Herr Kraus, und genau deshalb die Gretchenfrage: Wie halten Sie es damit? Warum schreiben Sie nach den reformierten Regeln?