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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

→ personen → Adolf Muschg

Wer ist wer in der reformdiskussion? Namen, zitate, anmerkungen.

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Muschg, Adolf

titel
prof. dr. phil.
wohnort
Hasenackerstrasse 24, CH-8708 Männedorf
url
biografie

geb. , Zollikon

1965 schriftsteller (romane, erzählungen, dramatische texte).

1970 bis 10. 1999 professor für deutsche sprache und literatur: ETH Zürich

mitglied: Sozialdemokratischen partei der Schweiz (SPS)

1976 mitglied: Akademie der Künste, Berlin

1998 unterzeichner: erklärung professoren gegen rechtschreibreform

10. 5. 2003 bis 15. 12. 2005 präsident: Akademie der Künste, Berlin

korrespondierendes mitglied: Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung


Zitate

Adolf Muschg, Frankfurter Allgemeine Zeitung,

Gelobt sei die F.A.Z. – endlich eine Instanz, die dem falschen, weil künstlich fabrizierten und läppischen Sachzwang in die Parade fährt. Der Bundes­präsident mag Rau bleiben, das Klima lieber nicht.

Jürg Nieder­hauser, Der Bund,

Dass sprachsensible Menschen wie Schrift­stellerinnen und Schrift­steller einer Neuregelung der Recht­schreibung besonders skeptisch gegenüber­stehen, ist nicht ver­wunderlich und ist ihr gutes Recht. Etwas merkwürdig wirkt es allerdings, wenn etwa ein Adolf Muschg oder ein Thomas Hürlimann ihre Meinung äussern und sich dabei auch noch als sprach- und sachkundig ausgeben wollen.

, Neue Zürcher Zeitung,

Auch Adolf Muschg greift in seiner neusten Stellungnahme […] zu hoch emotionalen Wendungen […]. Wie zum Beispiel stimmt es zusammen, wenn Adolf Muschg einerseits festhält, die Regeln unseres Sprachverhaltens bedürften einer «takt- und liebevollen Nachführung und keiner dirigistischen Führung», im gleichen Abschnitt sich aber sehr «beunruhigt» darüber gibt, dass die «gemässigte Kleinschreibung» «politisch nicht durchsetzbar» war? Offenbar sieht Muschg in der Grossschreibung der Substantive keine der «Merkwürdigkeiten» der Sprache, hinter denen eine «Geschichte steckt, um die man sie nicht mechanisch verkürzen darf». Und er stellt sich auch nicht die Frage, ob die sogenannte gemässigte Kleinschreibung […] nicht auch «fundamental» in den «Organismus» der Sprache eingreifen würde.

Adolf Muschg, zitiert von Rudolf Keller im landrat des kantons Basel­land, , gemäss proto­koll

«Sprache ist das lebendigste und kost­barste, was Menschen teilen und mit dem sie sich mit­teilen. Die ur­sprüngliche Absicht der Reform, zu einer ver­nünftigen Klein­schreibung zu kommen, hätte ich noch begrüsst. Jetzt aber ist man bei einem künstlichen Barock gelandet mit der Gross- und Klein­schreibung. Für mich ist diese büro­kratische Sprach­reform eine reine Zwänge­rei.»