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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

institutionen → konferenz der kultusminister
2019-3-2

Wer ist wer in der reformdiskussion? Institutionen, zitate, anmerkungen.

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konferenz der kultusminister der länder der Bundesrepublik Deutschland, ständige

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adresse

Taubenstrasse 10, D-10117 Berlin; postfach 11 03 42, D-10833 Berlin

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+49 30 25418-499

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aufgabe

Die kmk ist ein zusammen­schluss der für bildung und erziehung, hoch­schulen und forschung sowie kulturelle an­gelegenheiten zuständigen minister bzw. senatoren der länder. Sie behandelt «An­gelegenheiten der Bildungs­politik, der Hochschul- und Forschungs­politik sowie der Kultur­politik von über­regionaler Be­deutung mit dem Ziel einer ge­meinsamen Meinungs- und Willens­bildung und der Vertretung gemeinsamer Anliegen».

gründung

1948

name gemäss schul­ortografie

Ständige Konferenz der Kultus­minister der Länder der Bundes­republik Deutsch­land

kurzform

kultusministerkonferenz, kmk


Zitate

Robert Leicht, Die Zeit, 26. 2. 1998

Die Kultusminister­konferenz […] kann nur ein­stimmig Be­schlüsse fassen - denn formell muß es ja bei der Selb­ständigkeit der Länder bleiben. Also muß man sich so lange koordinieren, daß jeder Kultus­minister gerade noch be­haupten kann: Genauso hätte ich gehandelt, wenn ich souverän ent­schieden hätte. Die Folge dieses Systems liegt auf der Hand: Entweder tun alle dasselbe - oder niemand tut irgend etwas. […] Der Kultus­minister jedes noch so kleinen Bundes­landes hat eine Sperr­minorität.

Sabine Etzold, Die Zeit, 26. 2. 1998

Der Ruf des Gremiums ist heute, fünfzig Jahre nach seiner Gründung, ruiniert. Schon vor zehn Jahren fand der da­malige Bundes­bildungsminister Jürgen Mölle­mann, die KMK bewege sich mit der Ge­schwindigkeit einer griechischen Land­schildkröte. Unlängst be­zeichnete Bundes­kanzler Helmut Kohl die Dauer­konferenz als "re­aktionärste Ein­richtung der Bundes­republik". Im Vergleich zu ihr sei der Vatikan "weltoffen".

Konrad Adam, Die Welt, 4. 12. 2000

Sie ist eine Behörde besonderer Art: eine, die Vielfalt sagt und Einfalt schafft. Was sie an Reformen hervor­bringt, zer­fällt grob ge­sprochen in zwei Klassen: in die einen, die nie­mand kennt — die sogenannten EPA's etwa, die Einheitlichen Prüfungs­anforderungen für das Abitur —[,] und in die anderen, die nie­mand braucht — so die Recht­schreib­reform, das jüngste Meister­stück dieser erwählten Runde.

Münchner Merkur, 27. 9. 2004

Der Anstoß zur Auflösung der KMK mit dem Ziel einer Reform kommt vom niedersächsischen Minister­präsidenten Christian Wulff. Der CDU-Politiker steht mit dem Gremium auf Kriegsfuß: "Ich bin fassungslos, in welcher Art und Weise die KMK jeden Versuch bekämpft, zu einer Korrektur der miss­ratenen Rechtschreib­reform zum kommen. Das ist an Borniert­heit und Ab­gehobenheit nicht mehr zu über­bieten", sagte Wulff jüngst und erklärte, "ganz un­abhängig vom Ringen um die Recht­schreib­reform" denke er über einen Ausstieg aus der KMK nach.

Thomas Steinfeld, Süd­deutsche Zeitung, 27. 9. 2004

Von allen Seiten angegriffen […], erklärte Christian Wulff, er erlebe seit Wochen, wie der Bund sich immer weiter in Ent­scheidungen vordränge, die eigentlich Sache der Länder seien. Selbst­verständlich lässt sich seine Drohung, die Kon­ferenz der Kultus­minister zu verlassen, als Reaktion auf einen immer stärker werdenden Zentralismus in der Bildungs­politik ver­stehen: Die unsägliche Rechtschreib­reform steht dafür ebenso wie die allgemeine Durch­setzung von Bachelor und Magister […] oder der Junior­professor […].

Margarete Limberg, Deutschland­radio, 3. 3. 2006

Das Trauerspiel um die Rechtschreibreform handelt nicht nur von der Erfindung sonderbarer sprachlicher Ab­surditäten, sondern mindestens ebenso vom Versagen der Politik, namentlich der Kultusminister­konferenz, kurz KMK. Einige in ihren Reihen sind reichlich spät zu der Erkenntnis gelangt, dass man dergleichen besser nicht noch einmal versucht und besser von vornherein die Hände von diesem Sujet gelassen hätte. […] Halbherzig­keit prägte das Verhalten der Kultus­minister, stets noch das beste Rezept für das Scheitern von Reformen. […] Die Rechtschreib­reform ist nicht das einzige Beispiel für einen falsch verstandenen Föderalismus, der klare und eindeutige Ent­scheidungen verhindert. Wer die Geschichte dieser Reform verfolgt hat, kann nur mit einigem Bangen auf die Föderalismus­reform blicken, die den Ländern im Bildungs­bereich noch mehr Kompetenzen zuordnen will. […] Wer garantiert, dass die Kultusminister­konferenz nicht zum Schlachtfeld bildungs­politischer Ideologen wird? Das Einstimmigkeits­prinzip bleibt, und damit ist garantiert, dass der kleinste gemeinsame Nenner auch künftig die Richtschnur sein wird.

Das einstimmigkeitsprinzip ist gut, wenn man den status quo erhalten will, aber demokratisch ist es nicht. Schon deshalb wäre es eigentlich zu begrüssen, wenn die kmk «von vornherein die Hände von diesem Sujet gelassen hätte». Aber dann wirklich von vornherein! Also kein beschluss von 1955 (bzw. 1892 in der Schweiz). Also keine amtliche rechtschreibung.

Burkhard Müller-Ullrich, Deutschland­funk, 1. 8. 2007

Möglich wurde das durch ein Volks­narkotikum namens Kultus­minister­konferenz, und wenn es irgendwie mit rechten Dingen zuginge, dann hätte sich bereits vor langer Zeit der Erd­boden auftun und eine so nichtsnutzige Organisation ver­schlingen müssen. Freilich, es ist nicht nur die Organisation als solche, die Kultus­minister selbst sind es, die abgeschafft gehören.

Erich Thies, general­sekretär a. D. der kmk

Hans Joachim Meyer, 1990 bis 2002 säch­sischer staats­minister für wissen­schaft und kunst