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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

stichwort → rechtschreibung, amtliche
nachgeführt 2019-3-24
ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org ortografie.ch ersetzt in zukunft sprache.org

rechtschreibung, amtliche

definition

Durch den staat fixierte norm der ortografie.

geltungsbereich diachron

1892: An den schweizerischen schulen gilt der duden.

1876: I. ortografische konferenz

1901: II. ortografische konferenz

1996: wiener absichtserklärung

geltungsbereich synchron

Verbindlich für verwaltung und schulen der beteiligten staaten (geregelt auf der stufe verordnung).

Für alle übrigen bereiche — also für die allermeisten schreibenden, auch für schüler ausserhalb der schule — gilt sie nicht. Sie nimmt einen «vorbildcharakter» für sich in anspruch.

zuständigkeit in bezug auf die schule

Deutschland: die kultusministerien der länder; ständige konferenz der kultusminister der länder der Bundesrepublik Deutschland als beratungsgremium.

Österreich: bundesministerium für unterricht, kunst und kultur (www.bmukk.gv.at).

Schweiz: erziehungsdirektionen der kantone; schweizerische konferenz der kantonalen erziehungsdirektoren als beratungsgremium.

Zitate

Reinhard Neudorf, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. 8. 1997

Wenn Staatsorgane eine Entscheidung treffen, die für Schul­note, somit Zulassung zum Studium und Zugang zu Berufen oder Ämtern maß­geblich ist, handelt es sich selbst­verständlich um eine rechtliche Regelung.

Ernst Gott­fried Mahren­holz, Süd­deutsche Zeitung, 23. 8. 1997

[…] gibt es kein Recht, über die Schule die Gesellschaft an­zuleiten, wie sie richtig zu schreiben hat. Dies ist aber unaus­weichliche Folge der Änderung der zu lehrenden Schrift­sprache an den Schulen. Denn der Duden schwenkt um.

Wenn die folgen unaus­weichlich sind, dann ist das entweder die erkenntnis, dass änderungen unmöglich sind (stichwort zuständigkeit) oder dass die rechtliche situation der wirklichkeit angepasst werden muss (stellungnahmen von 1997 und 1998).

 

Natürlich behält der Bürger die Freiheit, etwa das „ß“ in seiner per­sönlichen Korrespondenz so zu ge­brauchen wie bisher. Hat er sich aber in seinem Beruf zu äußern, muß er duden­gerecht schreiben […].

Im beruf muss man so vieles. Siehe unsere stellungnahme zu den nöten einer bibliotekarin, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. 3. 2002