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Bund für vereinfachte rechtschreibung (BVR)

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nachgeführt 2017-10-31
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Lesen und ortografie

Theodor Ickler, Die Recht­schreib­reform auf dem Prüfstand, St. Goar 1997, s. 3

Die Orientie­rung an den Be­dürf­nis­sen des Lesers ist der Schlüssel zum Ver­ständnis der Recht­schreibung und zur Beurteilung der Rechtschreib­reform. Jeder von uns liest tausend­mal mehr, als er schreibt.

Einmal ab­gese­hen von der […] sicher nicht der Realität ent­sprechenden Pro­portion 1:1000, zumal bei »jedem«, halte ich diese These für einen fun­damentalen Trug­schluß. Abweichungen von der ver­ordneten ortho­graphischen Norm, seien es Fehler oder Absicht, be­einträchti­gen die Les­barkeit nicht ernsthaft. Sie stören auch kaum. Oft be­merkt sie auch ein die Recht­schreibung im großen und ganzen beherr­schender Leser überhaupt nicht. Die Ortho­graphie muß aber für jeden leicht erlernbar sein, der die zu schreibende Sprache be­herrscht oder erlernt. Sie muß so konstruiert sein, daß jedes durch­schnittlich in­telligente Kind ihre Regeln an der eigenen Sprach­kompetenz zu über­prüfen vermag.

Thomas Pfluger, NZZ am Sonntag, 13. 10. 2002

Lesekompetenz

Fridolin (Schwanden GL), 19. 5. 1994, zu einer befragung von armee­rekruten (1991)

Ein Viertel hatte Mühe, den Sinn eines simplen Zeitungs­artikels zu ver­stehen.

Tages-Anzeiger, 12. 5. 2005, zur inter­nationalen vergleichs­studie ALL (Adult literacy and life skills)

überschrift: «Auch Erwachsene lesen nur mittelmässig»

Neue Zürcher Zeitung, 5. 12. 2001, zum OECD-forschungs­projekt Pisa

Rund 20 Prozent der Jugendli­chen kön­nen vor Beginn ihrer beruflichen Laufbahn höchstens einen einfachen Text verstehen. Zu denken geben muss zudem, dass einem Drittel der Schul­abgänger selbst die elementaren Lese­fähigkeiten ab­gehen.

Der Rat für deutsche Recht­schreibung […] hat sich im Rahmen seines Be­obachtungs­auftrages über den aktuellen Zustand der deutschen Recht­schreibung aus­getauscht. Dabei wurde deutlich, dass der Sprache und ins­besondere ihrer Recht­schreibung hohe Bedeutung bei­gemessen, aber im Umgang mit ihr nach­lässig verfahren wird. In dieser Haltung ist mit eine Ursache dafür zu sehen, dass ungefähr zwanzig Prozent eines Jahrgangs der 15-Jährigen als Analpha­beten gelten müssen; ein Zustand, der nicht hin­genommen werden darf.

neu Hans-Georg Müller, Der Majuskel­gebrauch im Deutschen, 2016

Ein wenig beachtetes Ergebnis der Stu­die [Bock, Hagen­schneider & Schweer (1989)] ist, dass die nieder­ländischen Versuchs­personen mit durch­schnittlich 361 Wörtern/min erheblich schneller lasen als die deut­schen Probanden (320 Wörter/min). Diese Differenz von über 12% ist weit größer als die zwischen den unter­schiedlichen Schreibungen. Anhand der Experimental­situation ist es nicht möglich, die Gründe für diesen großen Unter­schied zu be­urteilen, doch werfen die Daten kein grund­sätzlich er­mutigendes Licht auf die Effizient des deut­schen ortho­grafischen Systems.

Auswirkungen der neuregelung von 1996

St. Galler Tagblatt, 8. 1. 2008

Die neue Recht­schreibung er­schwert das Lesen, meint Peter Müller, Be­auftragter für Recht­schreibung der SDA.

Der Tagesspiegel, 17. 6. 2005

Süd­deutsche Zeitung, 1. 8. 2005

Auswirkungen der eigennamengrossschreibung

Die eigennamen­grossschreibung aus der sicht des lesers